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Spielen

Eigentlich müsste es zerbeult sein, das Spiel. Denn: viel steht auf dem Spiel, alles wird aufs Spiel gesetzt, und hat man Spaß dran, steht einer da und sagt: "Das Spiel ist aus!" –Wie das Leben so spielt...

Erinnerung an frühe Klavierstunden. So viele Tasten, so viele "Anspielstationen". Klavierspielen war kein Kinderspiel. Das Lied "Man müsste Klavier spielen können" mit der Anspielung im Text Wer Klavier spielt, hat Glück bei den Frauen“ interessierte nicht. Solche Verheißungen spielten keine Rolle. Damals...

Was spielt die Katze mit der Maus?

Spielen ist Interaktion. Mit jemandem spielen ist positiv. Solange man nicht jemandem mitspielt, übel mitspielt, z.B. mit den Gefühlen eines Anderen spielen. Dann ist es kein Spiel mehr, zumindest ist es ein ungleiches Spiel, wie das zwischen Katz’ und Maus. Die Katze amüsiert sich, nie jedoch ist die Rede von einer sich amüsierenden Maus. An ihrer Qual weidet sich die Katze. Sie treibt ein "falsches" Spiel, sie treibt das Spiel zu weit - es endet mit dem Tod des "Spielgefährten".

In früheren Zeiten sah man das moralisch nicht so eng. Auch der Kampf wurde ein Spiel genannt, im Mittelalter sprach man vom "ritterlichen Kampfspiel". Genug des grausamen Spiels. Und aus dem Spiel schnell was gelernt: Man sollte nicht jedem alles glauben, sondern sich häufiger fragen "Was wird hier eigentlich gespielt?" Damit weist man sich aus als einer, der Verdacht geschöpft hat und die Wahrheit wissen will. Ungeschminkt.

Schauspieler und Wielands Spielregeln

Es scheint also richtig zu sein, denjenigen, der etwas vortäuscht, mit den Worten zu beurteilen: "Der spielt ja nur." – "Nur"? Das Wesen des Spiels ist es nun mal, so zu tun "als ob". Die Berufsschauspieler leben davon, die Profi-Kartenspieler auch. Des ungeachtet sollten sie außerhalb ihres Berufs mit offenen Karten spielen, also ehrlich und nachvollziehbar handeln. Auch wenn es nicht immer zum Erfolg führt, weil andere noch ihre Hand im Spiel haben bzw. mitmischen wollen.

"Der Mensch ist nur dann an Leib und Seele gesund, wenn ihm alle seine Verrichtungen, geistige und körperliche, zum Spiel werden", wusste der Dichter Christoph Martin Wieland. Er zählt auf :

"Die Künstler spielen mit der Natur,

die Dichter mit ihrer Einbildungskraft,

die Philosophen mit Ideen und Hypothesen,

die Schönen mit unseren Herzen und die Könige - leider! -

mit unseren Köpfen."

Nun, nicht mit allen Köpfen freilich, denn die sogenannten führenden Köpfe, verstehen es, ihre Beziehungen spielen zu lassen.

Das Spiel mit den Regeln

Der vielzitierte „kleine Mann“ fühlt sich häufig achtlos hin- und hergeworfen, den "Großen" ausgeliefert – er kommt sich vor wie ein Spielball. So wenig schön es ist, Spielball zu sein, so schön ist es, den Spielball zu haben. Im Sport ist das der Ball, der einem noch zum Gewinn des Spiels fehlt, der entscheidende Ball. Da heißt es: kühl agieren, cool bleiben! Autsch! Wer mit dem Feuer spielt, der spielt ein gefährliches Spiel. Denn er geht nicht angemessen mit einer Gefahr um.

Am Ende spielt er mit seinem Leben, setzt es aufs Spiel. Dieser Wahnsinn begegnet uns in verschiedenen Spielarten. Da gibt es den Spielsüchtigen, der im Spielkasino, erst nachdem er alles verspielt hat, das Spiel abbricht und folglich zu spät merkt: Was zuviel ist, ist zuviel. Zuviel Spiel – das kann auch eine Autolenkung haben. Das Auto reagiert dann wie ein altes Spielzeug auf die Lenkbemühungen seines Fahrers. Lebensgefährlich!

Das Leben – ein Spiel

Da hört der Spaß auf. Und das sollte er nicht. Nicht im Spiel. Denn das wird definiert als "eine erholsame Tätigkeit, in der die herrschende Lebensordnung zeitweilig aufgehoben wird". Andererseits werden neue Konventionen eigens für das Spiel erfunden: die Regeln. Sie gilt es zu beherrschen. Dann weiß man auch, wann man ein Spiel verloren geben sollte. Da bleibt einem nur: gute Miene zum bösen Spiel machen – allerdings, so böse ist das meist gar nicht. Nicht zufällig trägt eines der beliebtesten Gesellschaftsspiele den Namen "Mensch ärgere dich nicht"...

"Spiel’s noch einmal" heißt es im Spielfilm "Casablanca". Also: nicht aufgeben, neues Spiel, neues Glück, der Spielausgang ist offen, das heißt er sollte es sein. Immer ist er es –ehrlich gesagt - nicht. "Abgekartetes Spiel" gibt es bei kleinen Wettspielen wie bei den großen Olympischen Spielen. Und trotzdem: Spielen ist schön und es ist lehrreich. Das ganze Leben, so behaupten nicht wenige, ist ein Spiel.

Lauter Spielereien

Von den Göttern bis zum Lotto, vom Spielmann bis zum Gameboy, vom Spielfeld zur Playstation – immer und überall wurde gespielt und wird wohl auch gespielt werden. Das Leben als Spiel – es könnte wunderschön sein! Könnte! Gäbe es bloß nicht so viele Spielverderber...

Fragen zum Text

Was drückt man mit der Frage Was wird hier eigentlich gespielt? aus?

1. man möchte mitspielen

2. man ist ein Spielverderber

3. man möchte die Wahrheit wissen

Wenn jemand mit offenen Karten spielt, dann…

1. provoziert er/ sie andere.

2. handelt er ehrlich und nachvollziehbar

3. kann er ein Kartenspiel schlecht spielen.

Aus welchem Spielfilm stammt der Satz "Spiels noch einmal"?

1. Vom Winde verweht

2. Casablanca

3. Saturday Night Fever

Arbeitsauftrag

Kartenspiele, Ballspiele, Computerspiele – es gibt verschiedene Spielarten und man kann sie drinnen und draußen spielen. Schreiben Sie alle Spiele auf, die Ihnen einfallen. Vergleichen Sie anschließend Ihre Auflistung mit den Listen der anderen Kursteilnehmern. Wer am meisten Spiele aufgeschrieben hat, hat gewonnen. Viel Spaß!

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