1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Musik

Spiel Haydn mal chinesisch

Beim Young Euro Classics Festival in Berlin musizieren Jugendorchester aus aller Welt gemeinsam. Ein einzigartiges Musikprogramm führt bekannte Werke der Klassik mit zeitgenössischen Kompositionen zusammen.

Chinesische Guzheng-Spielerin Chang Su (Foto: Young Euro Classic / Kai Bienert)

Chinesische Guzheng-Spielerin Chang Su

Unter dem Titel "Hier spielt die Zukunft" lädt das Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin zum zehnjährigen Jubiläum des Young Euro Classic–Festivals ein. Längst hat das Festival keine Probleme mehr, die 1400 Plätze des Konzerthauses zu füllen. 14 Jugendsymphonieorchester aus aller Welt präsentieren ihre Interpretationen sowohl klassischer als auch zeitgenössischer Werke. Das "Euro" im Festivalnamen steht hier weniger für die große Internationalität der teilnehmenden Musiker als vielmehr für die unterschiedlichen nationalen Klangfarben, die das jeweilige Orchester den musikalischen Meisterstücken verleiht. Die chinesische Version von Haydns "Abschiedssymphonie" klingt anders als die deutsche.

Aus eins mach vier

Ken Takaseki dirigiert das Tokyo Geidai Symphonieorchester (Foto: Young Euro Classic / Kai Bienert)

Ken Takaseki dirigiert das Tokyo Geidai Symphonieorchester

Während das Programm aus dem Geburtsjahr des Young Euro Classic–Festivals 2000 sich noch hauptsächlich auf die europäischen Jugendorchester beschränkte, so wartet es nun mit Ensembles aus vier Kontinenten auf. Bei der Zusammenkunft in Berlin wird insbesondere auf den interkulturellen Dialog zwischen den jungen Musikern gesetzt, der sich in diesem Jahr zum Beispiel in einem russisch-deutschen und chinesisch-deutschen Orchesterprojekt niederschlägt. Letzteres bestreitet diese Jahre schon sein drittes Aufführungsjahr unter der Leitung des Dirigenten Muhai Tang. Hierbei treffen traditionelle chinesische auf klassisch symphonische Instrumente.

Reich der Mitte

Die Festivalleiterin Gabriele Minz (Mitte) heißt die Gäste von Young Euro Classic 2009 willkommen (Foto: Young Euro Classic / Kai Bienert)

Die Festivalleiterin Gabriele Minz (Mitte) heißt die Gäste von Young Euro Classic 2009 willkommen

Das Festivalensemble China–Deutschland bildet eines der großen Highlights der Young Euro Classics. Das Zusammenführen der beiden verschiedenartigen Musiktraditionen vor vier Jahren feierte schon große Erfolge. Konzerttourneen durch Deutschland und China schweißten die jungen Musiker aus Shanghai, Peking, Köln und Frankfurt am Main zusammen. Den „Schlussakkord“ der gemeinsamen Probephase in Shanghai mit anschließender Konzerttournee durch China bildete auch in diesem Jahr wieder ein Konzert in Berlin, dieses Mal mit Stücken von Haydn, Beethoven und Xilin Wang.

Junge Musiker – Junge Kompositionen

Young Euro Classics legt den Fokus insbesondere auf neue, zeitgenössische Kompositionen, denen durch die jungen Musiker Gehör verschafft wird. 15 Ur- und deutsche Erstaufführungen stehen in diesem Jahr auf dem Programm. Viele davon sind Auftragswerke von Young Euro Classics. Das beste uraufgeführte Werk, das von zehn ehrenamtlichen Jurymitgliedern ausgewählt wird, erhält den mit 5.000 Euro dotierten Europäischen Komponistenpreis.

Young Euro Classics macht es möglich, dass sich Innovation und Tradition auf harmonische Weise ergänzen, ohne qualitative Abstriche machen zu müssen. Junge begeisterte Musiker setzen sich mit alter und neuer klassischer Musik auseinander und liefern ein herausragendes Programm, das für jeden Klassikliebhaber etwas zu bieten hat. Herzlichen Glückwunsch zum zehnjährigen Jubiläum!

Autorin: Daniela Doutch

Redaktion: Gudrun Stegen