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Deutschlandtour

Spieglein im Spessart

Eine Königstochter, wilde Wälder, ein sprechender Spiegel und gastfreundliche Zwerge - so ist es im Märchen. Aber in Lohr am Main sieht man das ein wenig anders. Dort kann man dem historischen Schweewittchen nachspüren.

Schneewittchen und die sieben Zwerge (PRNewsFoto/Walt Disney Studios Home Entertainment)

Schneewittchen und ihre sieben Zwerge

Wer kennt sie nicht: die Geschichte von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Sie wissen schon: das schöne Königskind mit der narzisstischen Stiefmutter. Letztere bekam immer einen Wutausbruch, wenn der Spiegel mal wieder die Antwort gab, die sie nicht hören wollte. Nämlich, dass nicht sie, sondern Schneewittchen die Schönste im Lande sei.

Der Schneewittchenspiegel im Spessartmuseum in Lohr (Foto: Reinhold Scherg) Foto: Reinhold Scherg

Sprechen kann der Schneewittchen-Spiegel nicht mehr

Den Spiegel gibt es sogar: im Spessart-Museum in Lohr am Main. Heutzutage redet er zwar nicht mehr. Aber ansonsten ist alles echt - behauptet man zumindest hier in Mainfranken. Langwierige Untersuchungen hätten ergeben, dass Schneewittchen in Lohr gelebt habe.

Asyl im Spessart

Die Wirklichkeit war demnach geringfügig anders als es das Märchen erzählt. Das schöne Kind hieß Maria Sophia Catharina Margarethe und lebte zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Lohr - zufälligerweise im Schloss, in dem jetzt das Spessart-Museum untergebracht ist und in dem dies alles haargenau erklärt wird. Und dieses Freifräulein hatte tatsächlich eine böse Stiefmutter: Claudia Elisabeth von Erthal, verwitwete von Venningen, geborene von Reichenstein.

Auch der Rest der Geschichte kann im Museum verfolgt werden: die Mordkomplotte und die Flucht Schneewittchens über die Berge des Spessarts, wo ihr von sieben Zwergen liebevoll Asyl gewährt wurde. Die Zwerge waren in Wirklichkeit vermutlich Bergleute - klein und krumm durch die erbärmlichen Arbeitsbedingungen in den niedrigen Stollen oder vielleicht auch Kinder, die früher häufig zur Arbeit unter Tage eingesetzt wurden.

Märchenhafte Natur

Die wirkliche oder vermeintliche Fluchtroute Schneewittchens ist jetzt ein 35 Kilometer langer Wanderweg durch den Spessart, einem der größten zusammenhängenden Laubwaldgebiete Deutschlands. Spuren von Märchen gibt es überall entlang der Route. Wer sie nicht direkt erkennt, kann sich an den vielen Tafeln unterwegs informieren. Und wer das Ganze dann immer noch nicht glaubt, kann auf jeden Fall die märchenhafte Natur und die malerischen Orte genießen.

Blick in die Fussgängerzone mit Kirche und Fachwerkhäusern (Foto: dpa)

Märchenhaft: Lohr am Main

Die Touristinformation in Lohr hat spezielle Wanderpauschalen im Angebot. Und dort informiert man natürlich auch gern über die Sehenswürdigkeiten, die das "Tor zum Spessart" selber zu bieten hat: die intakte Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, das historische Fischerviertel, das Schulmuseum, das Rathaus. Und natürlich das Schloss mit dem Spessart-Museum mit seiner Sammlung von Spiegeln aus der Glasmanufaktur, die im Spessart seit jeher eine wichtige Rolle gespielt haben - wie man ja auch bei den Brüdern Grimm nachlesen kann.

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