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Aktuell Welt

Spezialkräfte prüfen Airport in Malaysia

Knapp zwei Wochen nach dem Anschlag auf den Halbruder von Nordkoreas Machthaber Kim haben Spezialisten den Flughafen in Kuala Lumpur nach Nervengift durchsucht. Ergebnis: Der Airport ist nach Angaben der Polizei sicher.

Video ansehen 00:46

Polizei: Flughafen in Kuala Lumpur ist sicher

Kim Jong Nam war am 13. Februar auf dem Flughafen mit dem Nervengift VX getötet worden als er nach Macau fliegen wollte. Nach dem spektakulären Attentat auf ihn hatte die Polizei zwei Frauen aus Indonesien und Vietnam sowie einen Nordkoreaner festgenommen. Eine der Verdächtigen glaubte nach eigenen Angaben, sie sei Teil eines Streichs für eine Fernsehsendung etwa im Stil der "Versteckten Kamera".

"Sie sagte, sie habe 400 Ringgit (85 Euro) für ihre Aktion erhalten", erklärte ein Vertreter der indonesischen Botschaft nachdem er die Frau in einem Gefängnis besucht hatte. "Sie wusste nicht, dass es Gift war." Die Frau habe gedacht, bei der Flüssigkeit handele es sich lediglich um Babyöl, fügte er hinzu.

Auf einem Überwachungsvideo ist zu sehen, wie sich zwei Frauen Kim nähern. Eine greift ihn von hinten an und drückt ihm mutmaßlich ein Tuch ins Gesicht. Nach dem Angriff wendet sich das Opfer an das Flughafenpersonal. Laut malaysischer Polizei starb Kim unter Krämpfen noch bevor er das Krankenhaus erreichte.

Hochgiftig schon in kleinsten Mengen

An Kim Jong Nam, dem älteren Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers, wurden der Polizei zufolge Rückstände des hochgiftigen chemischen Kampfstoffs VX gefunden. Schon geringste Mengen können zur Lähmung wichtiger Körperfunktionen und zu einem qualvollen Tod führen.

Ermordung von Kim Jong Nam in Malaysia Kuala Lumpur International Airport (picture alliance / MAXPPP/dpa)

Nach der Entwarnung durch die Behörden herrscht wieder Normalität am Airport von Kuala Lumpur

Auch deshalb listen die Vereinten Nationen  die Substanz unter den Massenvernichtungswaffen auf. An der Überprüfung des Flughafens in Kuala Lumpur waren auch Nuklear- und Strahlungsexperten beteiligt. "Es wurde kein gefährliches Material gefunden", betonte Staatspolizeichef Abdul Samah Mat.Nach dem Mordanschlag verdächtigen die Ermittler auch einen Angehörigen der nordkoreanischen Botschaft in Malaysia, mit der Tat in Verbindung zu stehen. Überdies hat sich Malaysia an die internationale Polizeibehörde Interpol gewandt. Sie solle eine Warnung vor vier möglichen Tatbeteiligten aus Nordkorea herausgeben.

Verdächtige Abreise

Die vier Männer sollen Malaysia noch am Tag des Überfalls auf Kim Jong Nam verlassen haben. Südkoreanische Medien berichten, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un könnte den Mord an seinem Halbbruder befohlen haben, da dieser zunehmend auf Distanz zum Regime in Pjöngjang gegangen sei.

haz/stu ( dpa, afp)

 

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