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Nahost

Spenden erwünscht: Geberkonferenz für den Libanon

350 Delegierte aus rund sechzig Ländern nehmen an einer kurzfristig einberufenen Geberkonferenz für den Libanon teil. Sie wird von der schwedischen Regierung in Zusammenarbeit mit der UNO in Stockholm veranstaltet.

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Hilfsgüter sind wichtig, aber der Libanon braucht mehr - vor allem Geld

Wichtigster Gast wird zweifellos der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora sein. Ansonsten sind viele Staaten durch Minister vertreten, Deutschland zum Beispiel durch die Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Heidemarie Wieczorek-Zeul, die gerade selbst im Libanon gewesen ist und sich vor Ort von den Schäden überzeugen konnte, die der 34-tägige Krieg dort hinterlassen hat.

Die schwedischen Veranstalter sind zufrieden mit der internationalen Reaktion auf ihre Einladung zum Stockholmer Treffen. "Was die Teilnahme betrifft, so waren die Reaktionen sehr positiv", sagt Staatssekretärin Annika Söders vom schwedischen Außenministerium. "Wir freuen uns, wichtige Delegationen aus vielen Ländern begrüßen zu können - aus der arabischen Welt, aus allen Kontinenten und aus Europa."

Ein dicker Aufgabenkatalog

Libanon, Beirut, Israel, Zerstörung

Die südlichen Vororte von Beirut sind stark zerstört

Was man jetzt natürlich noch nicht wisse, sei, wie viel die einzelnen Länder zu geben bereit sein werden. Die von der libanesischen Regierung ausgearbeitete Übersicht über den Finanzbedarf sei erst Stunden vor Beginn der Konferenz fertig geworden. "Die Schätzung der libanesischen Regierung und der Vereinten Nationen ist, dass der Libanon in den nächsten Monaten etwa 500 Millionen Dollar brauchen wird", sagt Söders.

Die Libanesen haben einen umfangreichen Aufgabenkatalog zusammengestellt, der fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens und der staatlichen Infrastruktur des Landes umfasst: Hilfsunterkünfte für Vertriebene, der Wiederaufbau des Elektrizitätsnetzes, der Telekommunikation und des Transportwesens, Gesundheit, Erziehung und Wasserversorgung stehen ebenso auf der Liste wie der Aufbau der zerstörten Industrie und die Bekämpfung der dadurch entstandenen Arbeitslosigkeit.

Geld statt netter Worte

Die einzelnen Regierungen müssten nun überprüfen, inwieweit sie bereit und in der Lage sind, sich daran zu beteiligen, sagt Söder. Schweden habe bisher vor, mindestens 20 Millionen Dollar zuzusagen, von anderen Gebern lägen noch keine Angaben vor.

Gleichzeitig müsse aber auch sichergestellt werden, dass es nicht - wie so oft bei Geberkonferenzen - nur bei Zusagen bleibe, sondern dann auch wirklich Geld fließt. "Es ist wichtig, dann wir einen follow-up-Mechanismus haben. Das diskutieren wir jetzt mit den Vereinten Nationen und der Europäischen Kommission, um zu sehen, was wir tun können, damit die Länder nicht nur Zusagen, sondern auch Geld geben. Denn das ist dringend", sagt Söder.

Dasselbe gilt für eine weitere Geberkonferenz, die am Freitag (1.9.06) in Stockholm stattfindet. Eine ähnlich große Anzahl von Delegationen soll dann Zusagen zur Hilfe für die Palästinenser geben.

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