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Afrika

Spekulationen über Anschlag auf Tsvangirai

Drei Wochen nach seinem Amtsantritt ist Simbabwes Regierungschef Morgan Tsvangirai bei einem Autounfall verletzt worden, seine Frau Susan kam ums Leben. Schon wird spekuliert: War es ein Anschlag?

Morgan Tsvangirai (Foto: dpa)

Nicht in Lebensgefahr: Regierungschef Tsvangirai

Das seit mehr als 30 Jahren verheiratete Ehepaar Tsvangirai war am Freitag (06.03.2009) zu einer Parteikundgebung in den Ort Buhera unterwegs. Etwa 50 Kilometer südlich der Hauptstadt Harare stieß ihr Geländewagen mit einem entgegenkommenden LKW zusammen. Susan Tsvangirai, die öffentlich nur selten in Erscheinung trat, starb noch am Unfallort. Morgan Tsvangirai wurde in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand sei stabil, heißt es.

Spekulationen über Anschlag

Robert Mugabe (Foto: AP)

Wollte Machtteilung verhindern: Präsident Mugabe

Da Staatspräsident Robert Mugabe und Tsvangirai über viele Jahre erbitterte Rivalen waren, führte die Nachricht vom Unfall zu Spekulationen über ein mögliches Attentat. Am Samstag gab der MDC-Sprecher Sibanengi Dube im benachbarten Südafrika eine Erklärung heraus, in der es heißt: "In Wahrheit war es kein echter Unfall; das ist ein perfekt organisierter Anschlag, um den MDC-Vorsitzenden auszuschalten."

MDC-Anhänger wiesen darauf hin, dass Mugabe-Gegner bereits mehrfach in Unfällen mit Lastwagen getötet wurden. Vor diesem Hintergrund habe der langjährige Oppositionsführer seinen neuen Dienst-Mercedes stets verschmäht und darauf bestanden, ein Fahrzeug seiner Partei zu nutzen. Ein Ermittlerteam, das Fotos am Unfallort machte und einen platten Vorderreifen an Tsvangirais Geländewagen entdeckt haben soll, wurde nach MDC-Angaben von der Polizei festgenommen. Die Kameras seien beschlagnahmt worden.

Wer hat wirklich die Macht?

Nach monatelangen Verhandlungen hatte Tsvangirai einer Regierung der nationalen Einheit mit der ZANU(PF)-Partei von Präsident Mugabe zugestimmt. Der seit fast drei Jahrzehnten zunehmend autokratisch regierende Mugabe machte jedoch keinen Hehl daraus, dass er weiterhin die Macht in der Hand hält. Noch immer sitzen etliche Anhänger Tsvangirais in Haft.

Simbabwe befindet sich derzeit in der schwersten Krise seiner Geschichte mit Massenarmut und einer Hyperinflation. Zudem wird das Land im Süden Afrikas von einer Cholera-Epidemie heimgesucht. (wa/gri)

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