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Wirtschaft

Spekulationen über Air Berlin

Am Sonntag hat die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin ihren Chef gefeuert und durch einen Lufthansa-Manager ersetzt. Großaktionär Etihad muss unterdessen selbst sparen und streicht Stellen.

Der Chefwechsel bei Air Berlin ist einem Zeitungsbericht zufolge Wegbereiter für eine weitgehende Integration der Fluggesellschaft in die Lufthansa. Nachdem die Lufthansa bereits ankündigt hatte, 38 Flugzeuge von Air Berlin mieten zu wollen, dürfte auch der Rest mit den Langstreckenflugzeugen bald von Deutschlands größter Fluggesellschaft übernommen werden, berichtete das "Handelsblatt" am Montag.

Der Plan sei eng mit der Bundesregierung abgestimmt. "Angesichts der Situation von Air Berlin ist man sich einig, dass es jetzt darum gehen muss, Lufthansa zu stärken", zitiert die Zeitung eine Person aus dem Umfeld des Verkehrsministeriums.

Offen sei jedoch noch die Frage, wer für die Schulden von Air Berlin in Höhe von über einer Milliarde Euro geradestehen werde. Die Lufthansa betrachte dies nicht als ihr Problem. Die Fluggesellschaft wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Aktie legt kräftig zu

Air Berlin hatte am Sonntag bestätigt, dass Stefan Pichler, der Chef der Fluglinie, das Unternehmen verlässt. Sein Nachfolger Thomas Winkelmann kommt vom Konkurrenten Lufthansa, wo er mehr als neun Jahre die Billigtochter Germanwings leitete.

An der Börse konnten Aktien von Air Berlin am Montag fast 22 Prozent zulegen auf 0,69 Euro. Lufthansa-Aktien verloren 0,7 Prozent auf 12,83 Euro.  "Die Personalie könnte die Vorbereitung sein, sich Teile von Air Berlin zu sichern", sagte ein Händler.

Laut Handelsblatt musste Air-Berlin-Chef Pichler auf Druck von Großaktionär Etihad gehen. Die Personalie sei zwischen Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Etihad-Chef James Hogan ausgehandelt worden, berichtete die Zeitung weiter. Die Fluggesellschaft vom Golf hält Air Berlin mit Finanzspritzen am Leben.

Etihad streicht Stellen

Etihad gab am Montag bekannt, Stellen abzubauen. Die Airline begründete den Schritt mit stärkerem Wettbewerb und einer schwächeren Weltkonjunktur.

Ein Sprecher sagt, der Abbau habe bereits begonnen, wollte aber keine Angaben darüber machen, wie viele Arbeitsplätze wegfallen. Die Airline ist hinter Emirates aus Dubai die zweitgrößte Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate und beschäftigt fast 27.000 Mitarbeiter. Etihad ist an mehreren Partner-Airlines beteiligt, neben Air Berlin (29 Prozent) auch Alitalia (49 Prozent) und Virgin Australia (19,9 Prozent).

bea/nm (dpa, afp, reuters)

 

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