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Mount Everest

Spekulation um Leichen auf dem Mount Everest

Expeditionen auf den höchsten Berg der Welt sind gefährlich. Jedes Jahr sterben Kletterer am Everest. In diesem Jahr sind es schon überdurchschnittlich viele.

Nepal Mount Everest Camp 4 (picture-alliance/dpa/Phurba Tenjing Sherpa)

Blick auf Camp IV am Mount Everest

Auf der Suche nach dem Leichnam eines am Sonntag verunglückten Bergsteigers entdeckten Retter vier Tote. "Die Helfer fanden die Leichen in ihrem Zelt im Lager IV", teilte ein Mitarbeiter des Tourismusministeriums, Gyaendra Shrestha, in Nepals Hauptstadt Kathmandu mit. Zunächst ging man im Ministerium davon aus, dass es sich um vier vermisste Bergsteiger handelte. Als diese jedoch später am selben Tag im Basislager auftauchten, hieß es: Die Toten könnten bereits seit 2016 im ewigen Eis nahe dem Gipfel liegen.

Kapindra Rai von dem Ausschuss, der für die Sicherheit und Sauberkeit auf dem Berg zuständig ist, zeigte sich davon nicht überrascht: "Wegen des starken Schneefalls in so großer Höhe ändert sich das Gelände ständig", sagte er. "Dazu kommt der Sauerstoffmangel, der anstrengende Arbeit fast unmöglich macht. Es kann also durchaus sein, dass Tote erst sehr spät oder gar nicht gefunden werden."

In solchen Höhen herrscht zudem ewiger Frost, die Temperaturen fallen oft auf minus 20 Grad Celsius oder sogar noch tiefer. Es ist deshalb extrem schwierig, Tote oder Verletzte zu bergen.

Identität nicht geklärt 

Die Identität der im Lager IV gefundenen Toten ist weiter unklar. Es könnte sich um Bergsteiger handeln, die im vergangenen Jahr als vermisst gemeldet, aber bisher nicht gefunden worden waren.

Das Lager IV auf 7950 Metern ist das höchstgelegene auf dem Everest und wird von Kletterern als letzte Rast vor dem Aufstieg zum 8848 Meter hohen Gipfel genutzt. Direkt darüber, auf etwa 8000 Metern, beginnt die so genannte Todeszone. Ein untrainierter Mensch kann in dieser Höhe bereits nach wenigen Minuten das Bewusstsein verlieren. Die meisten Bergsteiger nutzen in dieser Höhe deshalb mitgebrachten Sauerstoff, den sie mit speziellen Atemgeräten einatmen.

Insgesamt starben in dieser Saison bereits zehn Bergsteiger am Mount Everest. Erst am Wochenende waren vier Menschen am höchsten Gipfel der Welt ums Leben gekommen: ein Slowake, ein Australier, ein US-Bürger und ein Inder. Als Todesursache wurde die Höhenkrankheit vermutet.

Der Slowake Vladimir Strba wurde einige hundert Meter vom Gipfel entfernt tot entdeckt. Ein Trupp, der Strbas Leichnam bergen sollte, stieß dann auf die vier Leichen im Zelt.

se/bru (dpa, afp)