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Kultur

Spektakulärer Schädelfund aus der Jungsteinzeit

Ein ungewöhnlich gut erhaltenes Zeugnis steinzeitlichen Totenkults haben Forscher in Israel entdeckt. Bei Grabungen in Galiläa fanden Archäologen drei mit Muscheln und Gips verzierte Schädel, teilte die israelische Antikenbehörde am Mittwoch (13.08.2008) mit. Die auf diese Weise vor etwa 9.000 Jahren entstandenen Büsten seien menschlichen Gesichtszügen nachempfunden. Die Nasen seien völlig wiederhergestellt, die Münder betont und die Augen durch eine eingelegte Muschel ersetzt worden.

Die Wissenschaftler vermuten, dass eine gewisse Zeit nach der Bestattung allein der skelettierte Schädel aus dem Grab hervorgeholt worden sei, um das Antlitz mit Gips und anderen Materialien zu rekonstruieren. Den Kopf des Toten habe man dann an eigens dafür vorgesehenen Plätzen zur Anbetung aufgestellt. Auf diese Weise sollte der Verstorbene im Gedächtnis seiner Nachfahren bleiben. Erst später seien die Büsten dann in eigenen Gruben abgelegt worden.

Das Phänomen trat den Angaben zufolge in der Periode der Jungsteinzeit auf und war im Nahen Osten offenbar verbreitet. Bei Damaskus, Jericho und in Jordanien fanden sich laut Antikenbehörde bereits ähnlich bearbeitete Schädel. Vergleichbare Bräuche habe es in China vor 7.000 Jahren sowie im alten Ägypten gegeben. Bis heute seien solche Formen des Ahnenkults in bestimmten Regionen Afrikas nachweisbar.