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Wissen & Umwelt

Spektakuläre Grabkammer in Syrien entdeckt

Tübinger Forscher fanden in Qatna eine etwa 3500 Jahre alte Gruft aus der Bronzezeit. Sie blieb von Räubern verschont und ist weitgehend intakt. Die Grabbeigaben sind außergewöhnlich - nur für wen waren sie bestimmt?

Steingefäße in der südlichen Kammer der Königsgruft in Qatna, Syrien(Foto: K. Wita, Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES), Universität Tübingen)

Behutsam wurden sie auf den Boden der 4,90 mal 6,30 Meter großen Felsgruft gestellt: Gefäße aus Keramik, Alabaster und Granit. Einige von ihnen waren bereits damals tausend Jahre alt. Sie wurden in der Zeit des Alten Reiches in Ägypten hergestellt. Das Königtum Qatna scheint also vielfältige Beziehungen zu anderen Großmächten des Alten Orients unterhalten zu haben.

Steingefäße in der südlichen Kammer der Königsgruft in Qatna, Syrien(Foto: K. Wita, Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES), Universität Tübingen)

Wessen Schminke hielt der kleine steinerne Affe in seinen Pfoten fest? Geschützt in der Felsgruft unter dem Königspalast von Qatna hat die Steinskulptur mehrere tausend Jahre überdauert. Für Peter Pfälzner, Professor am Institut für die Kulturen des Alten Orients an der Universität Tübingen, haben sich die elf Jahre Grabungsarbeit gelohnt.

Skulptur eines Äffchens mit Schminkgefäß (Foto: K. Wita, Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES), Universität Tübingen)

Vorsichtig hat jemand vor 3500 Jahren kostbaren Goldschmuck in ein Alabaster-Gefäß gebettet: Ringe, Rosetten, Gewandnadeln. Dazu ein Skarabäus-Rollsiegel aus blauem Lapislazuli und ein filigranes Elfenbein-Figürchen. Gehörte der Schmuck Angehörigen der königlichen Familie oder Mitgliedern des Hofstaats?

Goldschmuck in einem Alabastergefäß (Foto: K. Wita, Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES), Universität Tübingen)

Die 30 Schädel im Inneren der Felsgruft sind gut erhalten. Seltsam nur: die Knochen liegen nicht im "anatomischen Verband", sondern sind in Gruppen aufgeschichtet. Dazwischen: Reste von hölzernen Transportkisten. Wurden hier die Gebeine älterer königlicher Bestattungen in Sicherheit gebracht?

Totenschädel aus der Königsgruft Qatna, Syrien(Foto: K. Wita, Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES), Universität Tübingen)

Hier residierten sie, die Könige von Qatna. In der Blütezeit ihres Königreichs zwischen 1800 und 1600 vor Christus gehörten sie zu den mächtigsten Menschen des Alten Orient. Zerstört wurde das Königtum 1340 vor Christus durch die Hethiter.

Grabungsbereich des Königspalastes von Qatna, Zustand 2009 (Foto: P. Pfälzner, Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES), Universität Tübingen)

Autorin: Ulrike Wolpers

Redaktion: Judith Hartl

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