1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Spannungen an syrisch-israelischer Grenze nehmen zu

Erstmals erklärte die Armeeführung in Damaskus, ihre Einheiten hätten ein israelisches Militärfahrzeug zerstört. Es soll auf den Golan-Höhen auf syrisches Staatsgebiet vorgedrungen sein.

Das israelische Armeefahrzeug habe die Waffenstillstandslinie überquert und sei auf den Ort Bir-Adscham im syrischen Teil der Golan-Höhen zugefahren, erklärte der Generalstab in Damaskus. Syriens Streitkräfte hätten das Fahrzeug "mit allem, was es transportierte", zerstört, hieß es weiter ohne Angaben dazu, wann sich der Vorfall abgespielt haben soll.

Eine Sprecherin der israelischen Armee dementierte diese Darstellung umgehend. Vielmehr sei eine israelische Patrouille auf den Golan-Höhen von Syrien aus unter Beschuss genommen worden. Das Fahrzeug der Patrouille sei beschädigt worden, es habe aber keine Verletzten gegeben. Die israelischen Soldaten hätten das Feuer erwidert und die Schützen auf der anderen Seite der Grenze getroffen.

Ein Übergreifen des Bürgerkriegs in Syrien auf die Nachbarländer gilt als eine der größten Sorgen der Staatengemeinschaft. Israel hat sich das Recht vorbehalten, gegen Waffenlieferungen der syrischen oder iranischen Regierung an die radikale libanesische Hisbollah-Miliz militärisch vorzugehen. Hisbollah gilt als verlängerter Arm des schiitischen Mullah-Staats Iran und kämpft vom Libanon aus gegen Israel. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat zuletzt am Sonntag erklärt, Israel sei auf alle Szenarien in Syrien vorbereitet.

Ägypten bereitet gewaltsame Geiselbefreiung vor

Israel hatte die Golanhöhen im Norden des Landes im Sechstagekrieg 1967 von Syrien erobert und später seinem Staatsgebiet zugeschlagen. Sie sind heute ein wichtiger strategischer Vorposten zu Syrien und zudem ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Landwirtschaft, Weinbau und Tourismus.

Ein ägyptischer LKW transportiert einen Panzer (Foto: AP)

Beobachter deuteten den Vormarsch der ägyptischen Armee als Vorbereitung einer Geiselbefreiung

Auf der Sinai-Halbinsel schloss die ägyptische Armee derweil ihre Vorbereitungen für eine gewaltsame Befreiung von sieben Angehörigen der Sicherheitskräfte ab. Das berichteten Militärs in der Region. Augenzeugen sahen, wie 60 zusätzliche Krankenwagen herbeigeschafft wurden. Eine größere Zahl von Truppen und Militärfahrzeugen wurde in die Region an der Grenze zu Israel und dem palästinensischen Gazastreifen verlegt. Über dem Ort Scheich Suwaid waren Flugzeuge der Luftwaffe zu sehen.

Vermutlich Islamisten die Entführer

In der Nacht war ein letzter Versuch gescheitert, die Entführer zur Freilassung der am vergangenen Donnerstag verschleppten drei ägyptischen Polizisten und vier Soldaten zu bewegen. Ein Treffen von Stammesscheichs, Militärs und Behördenvertretern in der Stadt Al-Arisch endete im Morgengrauen ohne Ergebnis. Die Entführer werden dem radikal-islamischen Milieu zugerechnet. Sie hatten die Freilassung von Gesinnungsgenossen aus ägyptischen Gefängnissen gefordert.

Seit dem Sturz von Ägyptens langjährigem Präsidenten Husni Mubarak und der daraus resultierenden verschlechterten Sicherheitslage im Sinai hat es dort wiederholt Entführungen gegeben, die jedoch in der Regel nicht länger als 48 Stunden dauerten. Meist wollen Beduinen die Freilassung von Häftlingen erzwingen.

Treffen der "Freunde Syriens"

An diesem Mittwoch findet in Jordaniens Hauptstadt Amman eine internationale Syrien-Konferenz statt. Dort wollen die Außenminister der Unterstützerstaaten der Rebellen, die sogenannten "Freunde Syriens" über Möglichkeiten für eine politische Lösung des Syrien-Konflikts beraten. Offensichtlich in Zusammhang mit dem bevorstehenden Treffen, hat Jordanien seine Grenze für syrische Flüchtlinge weitgehend dichtgemacht. Seit sechs Tagen würden an den vier inoffiziellen Übergangsstellen zur süd-syrischen Provinz Deraa keine Flüchtlinge mehr ins Land gelassen, berichteten Diplomaten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. Der offizielle Grenzübergang Dschaber sei aber weiter offen.

sti/se/qu (afp, dpa, rtr)

Audio und Video zum Thema