Spannung vor der Präsidentenwahl in Benin | Aktuell Afrika | DW | 06.03.2016
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Aktuell Afrika

Spannung vor der Präsidentenwahl in Benin

Noch nie gab es so viele Bewerbungen: Gleich 33 Kandidaten wollen Präsident im westafrikanischen Benin werden. Fünf von ihnen werden Chancen eingeräumt. Als Favorit gilt unter Beobachtern Premierminister Zinsou.

Vom Regierungschef zum Staatschef, so könnte die Karriere von Lionel Zinsou weitergehen. Der ehemalige Investmentbanker bekleidet seit Juni das Amt des Ministerpräsidenten von Benin, nun möchte er Nachfolger von Präsident Thomas Boni Yayi werden, der das Land seit zehn Jahren regiert und nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf.

Premierminister Lionel Zinsou auf einer Wahlkampfveranstaltung (Foto: AFP)

Gilt als Favorit: Premierminister Lionel Zinsou

Zu den weiteren aussichtsreichen Bewerbern zählen der Baumwollfabrikant Patrice Talon, der als reichster Mann des Landes gilt, und der laut Schätzungen zweitreichste: Unternehmer Sébastien Ajavon. Weitere Chancen werden dem ehemaligen Chef der westafrikanischen Entwicklungsbank, Bio Tchané, sowie dem früheren Ministerpräsidenten Pascal Irénée Koupaki eingeräumt.

Faire und friedliche Wahlen erwartet

Insgesamt rund 4,6 Millionen Wahlberechtigte sind an diesem Sonntag zwischen 08.00 und 18.00 Uhr Ortszeit zur Stimmabgabe aufgerufen. Ergebnisse werden bis Mitte der Woche erwartet. Sollte keiner der Präsidentschaftskandidaten eine absolute Mehrheit gewinnen, ist eine Stichwahl für den 20. März geplant.

Straßenszene mit Händlern und Straßenverkehr in der Hauptstadt Cotonou (Foto: dpa)

Straßenszene in Cotonou: Benin gilt als recht stabile Demokratie, zählt aber zu den ärmsten Ländern der Welt

Zwar ließen sich laut Beobachtern während des Wahlkampfs zahlreiche einflussreiche religiöse und politische Würdenträger sowie Stammesältere kaufen, um für die Kandidaten zu werben. Dennoch wird nach einem insgesamt friedlichen Wahlkampf ein freier und fairer Urnengang erwartet. Die Abstimmung war ursprünglich für den 28. Februar geplant, dann aber wegen Verzögerungen bei der Ausgabe von Wählerkarten verschoben worden.

Eines der ärmsten Länder der Welt

Die westafrikanische Republik Benin zählt zu den stabileren Demokratien des Kontinents. Dennoch gilt der kleine Staat zwischen Nigeria und Togo am Atlantischen Ozean als eines der ärmsten Länder der Welt. Mehr als ein Drittel der rund 11 Millionen Einwohner lebt nach Angaben der Weltbank von umgerechnet gut einem Euro pro Tag. Benin hat mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und mit Korruption zu kämpfen. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre.

Benins Präsident Thomas Boni Yayi (Foto: picture-alliance)

Benins amtierender Präsident Thomas Boni Yayi darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl antreten

Die Wirtschaft des Landes ist stark von der Landwirtschaft abhängig. Wichtigstes Exportprodukt ist Baumwolle, gefolgt von Erdnüssen und Palmöl. Wirtschaftliches Zentrum ist die Hafenstadt Cotonou, die auch Regierungssitz ist. Hauptstadt ist Porto-Novo. Nach der französischen Kolonialzeit erlangte der Staat im Jahr 1960 die Unabhängigkeit. 1972 ergriffen nach mehreren Militärputschen die Kommunisten die Macht. 1991 vollzog Benin einen friedlichen Wechsel von einer Diktatur zu einer Demokratie.

cw/qu (dpa, afp, epd)

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