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Aktuell Europa

Spannung vor dem ESC-Finale

In wenigen Stunden beginnt in Baku das Finale des Eurovision Song Contest. Abseits des Spektakels hält die Kritik an Menschenrechtsverletzungen im autoritären Aserbaidschan an.

Auch der Tag der Entscheidung wird überschattet von schwerer Kritik an der autoritären Regierung unter Staatschef Ilcham Alijew. Nach Angaben von Regierungsgegnern ging die Polizei bei einer friedlichen Protestaktion in der Hauptstadt Baku wieder mit Gewalt gegen zahlreiche Oppositionelle vor. Mehr als 70 Menschen wurden vorübergehend festgenommen.

Bundesregierung besorgt

Es sei inakzeptabel, wie Menschen in der früheren Sowjetrepublik unter Druck gesetzt würden, beklagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, forderte die Veranstalter des Gesang-Festivals auf, ihre Vergabepraxis zu überdenken. Es dürfe nicht in jedem Fall der Automatismus greifen, "ein Land gewinnt den Contest und dann darf sich das Regime entsprechend darstellen", sagte Beck im Deutschlandradio Kultur.

Video ansehen 02:35

Markus Löning im DW- Interview

Das Finale des 57. Gesang-Grand-Prix beginnt heute um 21.00 Uhr MESZ in Baku. Für Deutschland singt der 21-jährige Roman Lob aus Rheinland-Pfalz. Mit der Startnummer 20 und der Ballade "Standing Still" tritt der gelernte Industriemechaniker in der "Crystal Hall" am Kaspischen Meer gegen 25 Konkurrenten aus ganz Europa an. Top-Favoritin bei Buchmachern und in der Fangemeinde ist die Schwedin Loreen (Titelbild) mit ihrem Mystik-Dance-Popsong "Euphoria". Doch auch den russischen "Pop-Omas" Buranowskije Babuschki mit dem Song "Party for Everybody" werden Chancen eingeräumt. Der Sieger, der den Wettbewerb dann für 2013 in sein Heimatland holt, steht gegen Mitternacht (MESZ) fest.

Geschätzte 120 Millionen Menschen in Europa werden die größte Fernsehshow des Kontinents an ihren Bildschirmen verfolgen. Abstimmen kann das Publikum in allen 42 ESC-Teilnehmerländern. Über das Ergebnis entscheiden zu jeweils 50 Prozent die Zuschauer und nationale Jurys.

se/fab (dapd, dpa, epd)

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