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Nobelpreise

Spannung vor Bekanntgabe des Friedensnobelpreisträgers

Als letzter Nobelpreis wird nun der für Frieden verkündet. Die Liste der Kandidaten ist lang. Wie immer wird über Favoriten spekuliert - doch die Jury ist stets für Überraschungen gut.

Der Friedensnobelpreis könnte in diesem Jahr politisch hochbrisant werden. Mehrere Experten sehen den Kampf gegen Atomwaffen als zentrales Thema, wenn die Jury in Oslo am heutigen Freitag um 11 Uhr den Preisträger verkündet. Das könnte nach den letzten Atom- und Raketentests ein deutliches Signal nach Nordkorea senden. 

Chancen werden daher den Vermittlern des Atomabkommens mit dem Iran eingeräumt, wie dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif und der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini. US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, das Abkommen zu kündigen. 

Federica Mogherini und Dschawad Sarif gelten - zusammen mit vielen anderen - als Kandidaten

Federica Mogherini und Dschawad Sarif gelten - zusammen mit vielen anderen - als Kandidaten

Möglicherweise hält die Jury den Konflikt um das Atomabkommen mit dem Iran deshalb für zu aktuell und zu kontrovers. Sie würde sich nicht nur mit Trump anlegen - sondern indirekt auch Obama einen zweiten Preis aussprechen. Denn die Atomvereinbarung war dessen wichtigste außenpolitische Initiative.

Als weitere Anwärter auf die höchste Friedensauszeichnung der Welt gelten die regierungskritische türkische Zeitung "Cumhuriyet" und deren früherer Chefredakteur Can Dündar, der im deutschen Exil lebt. In der Vergangenheit sorgte das norwegische Nobelkomitee allerdings immer wieder für Überraschungen, Spekulationen erwiesen sich regelmäßig als falsch.
 
2016 hatte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos den Preis bekommen. Er wurde für sein langes Ringen um ein Ende des mehr als 50 Jahre andauernden Bürgerkriegs in seinem Land ausgezeichnet. Der Nobelpreis hatte den ins Stocken geratenen Friedensprozess noch weiter vorangetrieben. 

In diesem Jahr sind 215 Personen und 103 Organisationen nominiert. Öffentlich gemacht wird die Liste erst in 50 Jahren. Einige Namen wie etwa Papst Franziskus, die syrischen Weißhelme und die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS sind trotzdem bekannt. Unter den Kandidaten sind auch Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin. 

Der mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 940.000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis wird als einzige der renommierten Auszeichnungen nicht in Stockholm, sondern in Norwegens Hauptstadt Oslo vergeben. Hier wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel, auch verliehen. 

Die Preise gehen auf Nobels Testament zurück. Hier hatte der Dynamit-Erfinder festgelegt, dass derjenige geehrt werden solle, der "am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verkleinerung stehender Armeen" gewirkt hat. Wieso Nobel den Preis als einzigen nach Oslo verlegte, ist nicht bekannt. 

stu/ml (afp, dpa, epd) 
 

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