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Fußball

Spannendes, sehenswertes Spitzenspiel

Hamburg verpasst die Chance, die Tabellenführung zu übernehmen. Bayern und Hoffenheim machen Boden gut. Stuttgart dagegen wird immer weiter in der Tabelle nach unten durchgereicht. Schlusslicht aber bleibt Hertha Berlin.

Schalkes Carlos Zambrano (l.) und Marcelo Bordon (r.) nemen Hamburgs Jonathan Pitroipa in die Zange (AP Photo/Frank Augstein)

Tolles Spitzenduell: Schalke - HSV

Hamburg's Piotr Trochowski feiert sein Tor zum 2:0 (AP Photo/Frank Augstein)

Torschütze Trochowski

So macht Fußball Spaß: Schalke gegen Hamburg – eine würdige Spitzenpartie, bei der beide Mannschaften leidenschaftlich gekämpft und toll kombiniert haben. Lange Zeit sahen die Gäste wie die Sieger aus, denn nach den ersten 45 Minuten führte der HSV schon mit 2:0. Doch Schalkes Trainer Felix Magath scheint die richtigen Worte in der Kabine gefunden zu haben. Denn Kevin Kuranyi riss mit einem Last-Minute-Tor zum 3:3 (0:2) die Hamburger aus allen Träumen von der Tabellenführung. Marcus Berg (26./80.) und Piotr Trochowski (45.) hatten zuvor für die nun seit elf Punktspielen ungeschlagenen Hanseaten getroffen, die in der letzten halben Stunde nach Rot für David Rozehnal in Unterzahl spielen mussten. Kevin Kuranyi (50./90.) und Lukas Schmitz (62.) erzielten die umjubelten Tore der Gastgeber. „Wir haben mit viel Leidenschaft und Kampf gespielt, aber es gab trotzdem noch zu viele Fehler“, meinte Magath. HSV-Trainer Bruno Labbadia sagte nach dem Spiel: „Eigentlich hätten wir den Sieg verdient gehabt, denn meine Mannschaft hat eine unglaubliche Moral gezeigt.“ Mit 22 Zählern bleibt Hamburg zum Abschluss des 10. Bundesliga-Spieltages am Sonntag Zweiter hinter den punktgleichen Leverkusenern. Die hatte am Freitag gegen Dortmund ebenfalls nur 1:1 (0:1)-Unentschieden gespielt.

Bochum und Bremen sparten sich das übliche Abtasten am Anfang der Partie. Nach nur 39 Sekunden nutzte Bochum das Durcheinander der Gäste-Abwehr aus und ging mit dem bislang schnellsten Saison-Tor in Führung. Doch mit der ersten Chance glich Favorit Werder aus (9.). Die Bremer bekamen dann das Spiel immer besser in den Griff, die individuelle Klasse wurde deutlicher. Noch vor der Pause erzielte Nationalspieler Marko Marin in der 32. Minute das zweite Tor für seine Mannschaft. In der zweiten Halbzeit erhöhte Bremen dann noch auf 4:1. „Am Anfang hat unsere Defensive noch ein bisschen geträumt“, gab Werders Geschäftsführer Klaus Allofs zu, war aber mit dem Spiel zufrieden.

Bochum ist nun Vorletzter – die Zwischenlösung mit Interimscoach Frank Heinemann scheint nicht zukunfsträchtig zu sein. Aber einen neuen Trainer hat der VfL auch nach über einem Monat noch nicht gefunden.

Erster Punkt seit acht Spielen

Berlins Steve von Bergen (2. von links) und sein Teamkollege Pal Dardai (2. von rechts) kämpfen mit Wolfsburgs Ashkan Dejagah (l.) und Obafemi um den Ball. Photo/Kai-Uwe Knoth)

Kampf um jeden Ball: Hertha Berlin - Wolfsburg

Hertha Berlin hat zwar nicht gewonnen, aber es fühlte sich für die krisengebeutelten Spieler wie ein Sieg an. Gegen den Deutschen Meister Wolfsburg spielte der Tabellen-Letzte zumindest in der ersten Halbzeit gut mit und verhinderte mit einer guten Abwehrleitung ein Gegentor. „Mein Mannschaft hat leidenschaftlich gekämpft und vor allem in der Defensive endlich mal gut gestanden“, analysierte Friedhelm Funkel. Der Berliner Trainer glaubt, dass es in den nächsten Wochen bergauf gehen wird. Muss es auch. Denn Berlin ist trotz des 0:0-Unentschiedens nun schon seit neun Spielen ohne Sieg und bleibt Schlusslicht in der ersten Liga. Wolfsburg hat den Anschluss an die Tabellenspitze vorerst verloren. Zu pomadig sei das Spiel gewesen, kritisierte Coach Armin Veh und meinte damit vor allem seine Stürmer: "Wir haben im Abschluss die falschen Entscheidungen getroffen."

Den alten Dusel hat Rekordmeister Bayern München wieder gefunden. Denn bei seinem 2:1 (0:0)-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt stand den Bayern das Glück erneut zur Seite. "Joker" Arjen Robben und der in den Schlussminuten in den Angriff beorderte Abwehrchef Daniel van Buyten erzielten die Treffer für die Gastgeber. Alles richtig gemacht, meinte dann auch Bayern-Coach Louis van Gaal: "Ich dachte, dass Luca Toni am Ende seiner Kraft war und dass van Buyten ein sehr kopfballstarker Spieler ist." Mit dem Erfolg machte der deutsche Rekordmeister in der Tabelle Boden gut und verkürzte als Fünfter den Rückstand auf den aktuellen Spitzenreiter auf vier Punkte.

Hoffenheim hinter Bayern Sechster

Hoffenheims Vedad Ibisevic jubelt nach seinem Tor zum 2:0. Foto: Ronald Wittek dpa

Ausgelassener Jubel: Ibisevic

Hoffenheim schaffte beim 3:0 (2:0) -Erfolg gegen die auswärts weiter sieglosen Nürnberger den dritten Heimsieg in Serie und festigte damit seine Position im oberen Tabellendrittel. Das Team von Trainer Ralf Rangnick rangiert einen Punkt hinter den Bayern auf Platz sechs. Der Coach analysierte im Anschluss ganz nüchtern: "Für uns war letztlich sicher das Traumtor von Christian Eichner der Dosenöffner. Das Tor war natürlich für ihn wunderschön, aber auch für uns in diesem Spiel wichtig." Eichner hatte mit einem Fernschuss aus über 30 Metern genau in den Winkel getroffen und damit das 1:0 erzielt.

Im Duell der gut in die Saison gestarteten Aufsteiger schaffte Mainz trotz diverser Ausfälle beim ungefährdeten 3:0 (1:0)-Sieg gegen Freiburg seinen vierten Heimerfolg nacheinander. Punktgleich mit Hoffenheim sind die Mainzer nun Tabellen-Siebter. Obwohl er es nicht ausdrücklich sagte, war Trainer Thomas Tuchel der Stolz auf seine Mainzer anzumerken: "Die Freiburger haben gesagt, es wird ein wegweisendes Spiel, und wir haben es 2:0 gewonnen: dann nehmen wir das mal so hin."

Stuttgart jetzt schon Vierzehnter

Der Hannoveraner Didier Ya Konan (2.v.r.) schießt ein zum 1:0 vor dem Stuttgarter Torwart Jens Lehmann (l). Foto: Jochen Lübke dpa/lni

Ya Konan (2.v.r.) besiegelt die Stuttgarter Niederlage

Derweil geht die sportliche Talfahrt von Stuttgart weiter. Die bittere 0:1 (0:1)-Niederlage bei Hannover bedeutete die bereits dritte Punktspiel-Pleite nacheinander. Der Teamchef der zwar hoch eingeschätzten, mittlerweile aber tief in die Abstiegszone abgerutschten Schwaben, Markus Babbel, dürfte sich allmählich Sorgen um seinen Posten machen. "Das war wieder eine sehr bittere Niederlage. Ich denke, dass ich eine gute Leistung meiner Mannschaft gesehen habe, die es in der ersten Halbzeit leider nicht geschafft hat noch zwingender zu werden." In der zweiten Halbzeit sei das wesentlich besser gewesen und man habe sich eine Vielzahl von Chancen erarbeitet, diese aber leider nicht nutzen können. „Da hat einfach das Quäntchen Glück gefehlt“, meinte Babbel und legte damit doch schon so etwas wie Zweckoptimismus an den Tag.

In dem von strengen Sicherheitsvorkehrungen und Alkoholverbot begleiteten Rhein-Derby schenkten sich Mönchengladbach und Köln nichts, doch am Ende der Partie stand ein mageres 0:0. Nachdem die Gäste kurz vor der Pause eine hundertprozentige Möglichkeit zur Führung verpasst hatten, hatte die Borussia später Chancen zuhauf, um nach fünf Niederlagen in Serie mal wieder dreifach zu punkten.

Autor: Sarah Faupel/Calle Kops/dpa/sid

Redaktion: Tobias Oelmaier

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