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Aktuell Europa

Spanischer Maler Tàpies gestorben

Im Alter von 88 Jahren ist der katalanische Maler Antoni Tàpies in Barcelona gestorben. Er galt als einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart. Wegen seiner kritischen Haltung musste er zeitweise ins Gefängnis.

ARCHIV - Der spanische Maler Antoni Tapies steht bei der Eröffnung des Kunstzentrums La Panera im spanischen Lleida vor seinem Gemälde Das offene Universum (Archivfoto vom 28.04.2003). Selbst im hohen Alter und trotz seiner schwindenden Sehkraft und seiner Herzprobleme - im Sommer wurde ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt - ist Tápies deshalb ein Arbeitstier geblieben. Pro Jahr entstehen um die 60 Werke, mehr als 8000 sind es inzwischen insgesamt. Am 13.12.2008 wird Tapies 85 Jahre alt. Foto: Dominique dpa (zu dpa-Korr.-Bericht: Die ständige Suche nach dem perfekten Bild: Antoni Tápies wird 85 am 08.12.2008) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Antoni Tapies

Die spanische Zeitung "El Mundo" würdigte Antoni Tàpies als "letzten großen Künstler des 20. Jahrhunderts". Er war einer der bekanntesten Vertreter des spanischen Informel, das mit einfachsten Mitteln wie Sand, Erde und Eisen sowie verschiedenen Reproduktionstechniken arbeitet.

Opposition gegen akademische Kunst

Während der Franco-Diktatur (1939-1975), wie es heißt, mit ihrer unspektakulären akademischen Kultur habe der Autodidakt eine Aversion gegen die "Pinselmalerei" entwickelt.

Gemeinsam mit anderen Künstlern, darunter der avantgardistische Dichter Joan Brossa,  gründete er 1948 die Gruppe "Dau al Set", die sich explizit gegen die "Staatskunst" richtete. Wegen seiner kritischen Haltung zum Regime saß Tàpies zeitweise im Gefängnis.

Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, seine Werke waren in großen Museen auf der ganzen Welt zu sehen. 1984 gründete er in Barcelona die Stiftung Fundació Antoni Tàpies zur Förderung der modernen Kunst.

uh/sc (afp,dpa)