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Wirtschaft

Spanische Wirtschaft trotzt Unsicherheit

Noch immer ist nicht klar, wie es um die Zukunft Kataloniens bestellt ist. Die Wirtschaft des Landes ist dennoch robust. Nach der Großdemonstrationen gegen die Unabhängigkeit zogen die Börsenkurse sogar an.

Spanien - Demonstrationen für die Einheit von Spanien und Katalonien in Barcelona (Getty Images/AFP/P.-P. Marcou)

Demonstration für die Einheit des Landes in Barcelona am Sonntag, den 29. Oktober

Der Leitindex der Börse Madrid stieg am Montag zum Handelsstart um 1,4 Prozent. Am Wochenende hatten Hunderttausende in Barcelona gegen die Unabhängigkeit Kataloniens demonstriert. Außerdem liegen die Separatisten in Umfragen leicht hinter den Unionisten.

Dank der schwindenden Angst vor einem Zerfall Spaniens machte der Leitindex seine Verluste aus der Vorwoche fast komplett wett. "Die Kontrahenten bleiben in der Sache zwar hart, bemühen sich aber augenscheinlich um Deeskalation", urteilte Analyst Dirk Gojny von der Essener National-Bank. "Zudem verschaffen sich die Gegner einer Abspaltung Kataloniens Gehör."

Gesamtlage stabil

Auch die Kurse der katalanischen Banken sind am Montagmorgen wieder gestiegen. Die CaixaBank und die Banco Sabadell notierten kurz nach Handelsbeginn jeweils mit mehr als vier Prozent im Plus. Die Kurse der beiden Kreditinstitute waren am Freitagnachmittag nach der Unabhängigkeitserklärung des katalanischen Parlaments abgestürzt. Bereits Anfang Oktober nach dem katalanischen Unabhängigkeitsreferendum waren die Aktien der beiden Geldhäuser stark gefallen. Viele Kunden kündigten zudem ihr Konto oder hoben ihr Geld ab. Beide Institute verlegten daraufhin ihren Unternehmenssitz in andere spanische Regionen. Weitere katalanische Firmen wie Gas Natural oder das Infrastruktur-Unternehmen Abertis folgten dem Schritt. Seit dem 1. Oktober haben fast 1700 Unternehmen Katalonien verlassen.

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Weniger Touristen in Katalonien

IWF warnt dennoch

Auswirkungen auf die Wirtschaft im übrigen Land hat die harte Auseinandersetzung zwischen Madrid und Barcelona offensichtlich noch nicht. Die spanische Wirtschaft wuchs im dritten Quartal von Juli bis September um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistikamt in Madrid am Montag aufgrund vorläufiger Schätzungen mitteilte. Damit bleibt Spanien eines der am schnellsten wachsenden Euro-Länder: Für die Währungsunion insgesamt erwarten Experten im dritten Quartal ein Wachstum von 0,5 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnen Regierung und Zentralbank mit 3,1 Prozent.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte aber jüngst vor den negativen wirtschaftlichen Folgen, sollte die Katalonien-Krise noch lange andauern. Die Region trägt fast ein Fünftel zum spanischen Bruttoinlandsprodukt bei.

nm/tko (dpa, rtr)

 

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