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Aktuell Europa

Spanische Dschihadisten planten Enthauptungen

In Spanien haben Dschihadisten offenbar grausame Morde vorbereitet. Eine islamistische Terrorzelle soll Enthauptungen auf offener Straße und mehrere Anschläge geplant haben.

Die spanische Polizei hat eine Gruppe mutmaßlicher Dschihadisten ausgehoben, die nach dem Muster des

Londoner Anschlags von 2013

einen Menschen auf offener Straße enthaupten wollten. Die Terrorzelle hätte zusammen mit einem Neonazi geplant, das Opfer - wie es die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bei Enthauptungen in Syrien und im Irak tut - in einen orangenen Overall zu stecken und vor laufenden Kameras zu töten, berichteten die Agentur efe und andere Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft am Nationalen Gerichtshof. Auch hätten sie Attacken auf Synagogen, jüdische Geschäfte und öffentliche Gebäude vorbereitet. Die Terrorzelle wurde zerschlagen.

Die Gruppe, die von einem zum salafistischen Islam konvertierten spanischen Friseur angeführt worden sei, habe auch eine Bankdirektorin entführen und Lösegeld erpressen wollen. Die Informationen stammten aus abgehörten Telefonaten, hieß es. Zuvor habe die islamische Bruderschaft in Katalonien vor allem junge Menschen für den IS angeworben und in das Kriegsgebiet geschickt. Die verantwortlichen Behörden befürchteten, dass Dschihadisten ihre Anschläge auch auf Europa ausweiten könnten.

Polizei geht verstärkt gegen Islamisten vor

Die elf mutmaßlichen Dschihadisten - zehn Männer und eine Frau - waren bereits am Mittwoch in verschiedenen Städten im Nordosten Kataloniens festgenommen worden. Bei Razzien wurden Granaten, Schusswaffen und Messer sowie Material zur Herstellung von Bomben sichergestellt. Ihnen werden Komplizenschaft sowie illegaler Besitz eines Waffenarsenals mit Sprengstoff zur Last gelegt. Sieben der Festgenommenen wurden am Freitag in Untersuchungshaft genommen, drei unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt und ein 17-Jähriger in eine Jugendstrafanstalt gebracht. Es handle sich um Spanier, Marokkaner und einen Paraguayer. Spanische Behörden haben in diesem Jahr 40 mutmaßliche Dschihadisten festgenommen. Das sind bereits mehr als im ganzen Jahr 2014. Die Behörden wollen verhindern, dass radikalisierte junge Muslime Ziele in Spanien oder Europa angreifen oder in den Krieg nach Syrien oder in den Irak ausreisen.

pab/qu (dpa, afp)