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Sport

Spanier machen's spannend in Glasgow

Sevilla gegen Barcelona: Das UEFA-Cup-Finale war ein rein spanisches Duell. Langweilig war's deshalb aber noch lange nicht. Die beiden Teams lieferten sich mehr als 120 rasante und spannende Minuten.

Elfmeter-Schießen. Foto: AP.

Am Ende entschied das Elfmeterschießen

Der FC Sevilla hat als erster Club seit 21 Jahren den UEFA-Pokal verteidigt und mit Spaniens Fußball-Aushängeschild Real Madrid gleichgezogen. Die Andalusier mit dem früheren Schalker Bundesliga-Profi Christian Poulsen gewannen am Mittwochabend (16.5.) das Finale in Glasgow gegen den Liga-Rivalen Espanyol Barcelona mit 3:1 im Elfmeterschießen und machten damit den ersten Schritt auf dem angestrebten Weg zum Triple. Torhüter Andres Palop leistete ganze Arbeit, indem er die Schüsse von Luis Garcia, Jonatas und Torrejon meisterte.

Rote Karte für Hurtado

Vor 52.000 Zuschauern im Hampden Park hatte es nach 120 Minuten 2:2 (1:1, 1:1) gestanden. Jonatas gelang erst fünf Minuten vor Ablauf der Verlängerung der Ausgleich für Barcelona, das auf dem Weg ins Finale unter anderem Werder Bremen aus dem Wettbewerb geworfen hatten. Espanyol hatte schon in der 68. Minute Moises Hurtado durch die Gelb-Rote Karte verloren.

Während Espanyol auch im zweiten Final-Anlauf nach 1988 die Trophäe verpasste, gelang es dem FC Sevilla als erstem Team nach Real Madrid 1986, den UEFA-Pokal-Sieg zu wiederholen. Der Triumph von Glasgow soll für die Mannschaft von Trainer Juande Ramos, der den Ex-Stuttgarter Andreas Hinkel nicht für das Finale nominiert hatte, nur die erste Station gewesen sein: Bei nur zwei Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze greift der FC Sevilla nun auch noch nach dem nationalen Titel und steht zudem im spanischen Pokal-Finale gegen den Bernd-Schuster-Club FC Getafe.

Offensivstarker Espanyol

Marc Torrejon Moya (links) im Zweikampf mit Sevillas Luis Fabiano. Foto: AP.

Marc Torrejon Moya (links) im Zweikampf mit Sevillas Luis Fabiano

Mit 32 Treffern bis zum Endspiel stellte Espanyol die torgefährlichste Mannschaft im Wettbewerb und auch in Glasgow spielte das Team seine Offensivstärke aus. Obwohl Trainer Ernesto Valverde den schon elf Mal erfolgreichen Torjäger Walter Pandiani überraschend zunächst auf der Bank gelassen und stattdessen ein kompaktes Mittelfeld aufgeboten hatte, suchten die Katalanen den direkten Weg zum Tor. Auf bewährte Kräfte setzte Sevillas Coach Ramos, der neun Akteure auf den Rasen schickte, die schon im letztjährigen Finale gegen den FC Middlesbrough (4:0) dabei waren.

Bei ungemütlichem Regenwetter setzte Außenseiter Barcelona im Finale durch einen tückischen Distanzschuss von Hurtado (17.) den ersten Akzent. Sevillas Torhüter Andres Palop meisterte den Ball und leitete mit dem folgenden Abwurf über mehr als 40 Meter das Führungstor für seine Mannschaft ein. Der Brasilianer Adriano erlief das Zuspiel fast an der Seitenauslinie und startete ein beeindruckendes Solo, bei dem auch Espanyol-Keeper Gorka Iraizoz das Nachsehen hatte. Doch der Schockzustand bei den Katalanen hielt nicht lange an. Als Riera an der Strafraumgrenze von Dani Alves nicht energisch genug angegriffen wurde, nahm Barcelonas Mittelfeldspieler Maß und traf mit seinem abgefälschten Schuss in die lange Ecke.

Zweites Foul von Hurtado

Auch im zweiten Durchgang gingen beide Mannschaften auf dem nassen Rasen hohes Tempo. Vor allem der Außenseiter suchte nun die Entscheidung. In der 56. Minute hatte Raul Tamudo das 2:1 für Espanyol auf dem Fuß, doch Palop lenkte seinen Schuss mit den Fingerspitzen über die Latte. 120 Sekunden später lenkte der Torhüter einen Knaller von Riera ans Torgestänge. Der Platzverweis für Hurtado, der für sein zweites grobes Foul vom Feld musste, brachte den wankenden Favoriten aber wieder zurück in die Partie. Der eingewechselte Alexander Kerschakow traf aus kurzer Distanz nicht ins Schwarze (77.), aber dafür zielte Kanoute dann in der Verlängerung besser. (dpa/chr)