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Aktuell Europa

Spaniens Polizei zerschlägt Terrorzelle

Ihr Auftrag: Kämpfer für die Islamistenmiliz ISIS rekrutieren. Ihr Anführer: Ein ehemaliger Insasse des US-Gefangenenlagers Guantanamo. Nun hat die Polizei in Madrid die Gruppe bei einer Razzia hochgenommen.

Acht Verdächtige seien festgenommen, heißt es aus dem spanischen Innenministerium. Der mutmaßliche Chef der Gruppe, ein Marokkaner, soll 2001 in Afghanistan gefangen genommen worden und einige Zeit im umstrittenen US-Gefangenenlager auf Kuba inhaftiert gewesen sein. Der 47-Jährige war in Spanien zwar später vor Gericht gestellt, in einem Terroristenprozess aber mangels Beweisen freigesprochen worden.

Die Festgenommenen stehen im Verdacht, islamistische Kämpfer angeworben und in die Konfliktgebiete im Irak und in Syrien geschickt zu haben. Es besteht seit langem die Sorge, dass sich frühere Guantanamo-Häftlinge nach ihrer Freilassung erneut islamistischen Gruppen anschließen. Zuletzt zerschlug Spanien mehrere Netzwerke zur Rekrutierung von Kämpfern. Im März nahmen spanische und marokkanische Kräfte sieben Verdächtige fest, die Kämpfer für Mali, Syrien und Libyen anwarben. Im Mai wurden in der spanischen Exklave Melilla an der Küste Marokkos sechs Menschen gefasst. Auch dabei ging es um Mali und Libyen.

Im Zeichen des Thronwechsels

Nach Informationen der Zeitung "El País" stammen die Verdächtigen aus Marokko, Spanien und Argentinien. Ihre Festnahme stehe auch im Zusammenhang mit den verstärkten Sicherheitsvorkehrungen wegen der anstehenden Proklamation des spanischen Thronfolgers zum König Felipe VI., berichtet das Blatt.

Nach Schätzungen kämpfen etwa 50 Islamisten aus Spanien für die Dschihadistengruppe ISIS in Syrien. Dort und im Irak sorgt die radikale Sunnitenmiliz derzeit für Angst und Schrecken. Vergangene Woche eroberten ihre Kämpfer im Irak die nördliche Millionenstadt Mossul und die umliegende Provinz Ninive sowie weitere Städte und Regionen. Sie rückten zwischenzeitlich bis nah an die Hauptstadt Bagdad heran. Am Wochenende starteten die irakischen Sicherheitskräfte eine Gegenoffensive. Auch in Syrien werden einige Gebiete von ISIS-Einheiten kontrolliert.

rb/gmf (afp dpa, rtr)