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Aktuell Europa

Spaniens Ex-Regierungschef Suárez tot

Nach der Franco-Diktatur sorgte Adolfo Suárez als erster freigewählter Ministerpräsident für einen geordneten Übergang in ein demokratisches Spanien. Nun ist er 81-jährig an den Folgen eines Demenzleidens gestorben.

Spaniens früherer Ministerpräsident Adolfo Suárez, der "Architekt des Übergangs zur Demokratie", ist tot. Wie die Familie bekanntgab, starb der liberale Politiker in Madrid im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines Demenzleidens. Die spanische Regierung erklärte eine dreitägige offizielle Trauer.

Suárez war der erste freigewählte Regierungschef in Spanien nach dem Ende des Franco-Regimes (1939-1975) gewesen. Er, der selbst aus dem Franco-Apparat kam, hatte maßgeblichen Anteil am friedlichen Übergang des Landes zur Demokratie. König Juan Carlos, nach Francos Tod dessen Nachfolger als Staatschef, ernannte Suárez 1976 zum Ministerpräsidenten. In ein Jahr später abgehaltenen Wahlen wurde Suárez im Amt bestätigt.

In seine Amtszeit fällt die Legalisierung der politischen Parteien, einschließlich der Kommunisten, eine Amnestie für politische Gefangene und die Ausarbeitung einer neuen Verfassung, die 1978 per Volksentscheid bestätigt wurde.

Die Vereidigung von Adolfo Suárez als spanischer Ministerpräsident am 5. Juli 1976 (Foto: picture-alliance/dpa)

Die Vereidigung von Adolfo Suárez als spanischer Ministerpräsident am 5. Juli 1976 (in der Mitte König Juan Carlos)

Dem Aufstieg folgte der Sturz

Dem Aufstieg von Suárez folgte jedoch ein rapider Sturz. Seine liberale Partei UCD (Demokratische Zentrumsunion) wurde zwischen den politischen Lagern der Rechten und der Linken zerrieben, der Regierungschef geriet politisch zunehmend in die Isolation. Im Januar 1981 trat er zurück.

Suárez hatte danach in der Politik keinen Erfolg mehr. Mehrere Comeback-Versuche scheiterten. Vor gut zehn Jahren stellten die Ärzte bei dem Politiker ein Demenzleiden und einen Gedächtnisschwund fest. Suárez zog sich ganz aus der Öffentlichkeit zurück.

Dreitägige Staatstrauer

König Juan Carlos würdigte Suárez als ein Vorbild für alle Spanier. Während der "Transición" (Übergang) habe der Politiker eines der glanzvollsten Kapitel der spanischen Geschichte geschrieben, betonte der König.

Die Regierung in Madrid verhängte eine dreitägige Staatstrauer. An diesem Montag können die Bürger Abschied von Suárez nehmen: Der Leichnam wird in einer Kapelle im Parlament aufgebahrt. Am Dienstag findet in Avila, der zentralspanischen Heimatprovinz des Verstorbenen, die Beisetzung statt.

sti/haz/gri (afp, dpa, rtr)