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Sport

Spanien will bei der EURO endlich den Titel holen

Nationaltrainer Aragonés würde sogar einen mehrere hundert Kilometer langen Pilgergang in Kauf nehmen, um endlich wieder einen Titel in sein Land zu holen. So ausgehungert sind die fußballbegeisterten Spanier vor der EM.

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Gibt's wieder lange Gesichter in Rot und Gelb?

Fußball Europameisterschaft 1964 Endspiel Spanien gegen UdSSR

Ein Feiertag für den 'Caudillo': Staatschef Franco beim Sieg der Spanier über die Russen im EM-Endspiel 1964

Im Clubfußball hui - mit der Nationalmannschaft pfui! Fast immer, wenn große Turniere anstehen, werden die Spanier als Titelanwärter gehandelt - und immer scheitern sie. Einzig 1964, bei der Europameisterschaft im eigenen Land, gelang der Triumph. Und das, wo doch mit Real Madrid, dem FC Barcelona oder dem FC Valencia der spanische Vereinsfußball überaus erfolgreich ist.

Warum das so ist? Vielleicht sitzt das Geld bei den großen Clubs zu locker. Sie können die internationalen Topstars kaufen und nehmen damit den einheimischen Talenten die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Dabei gibt es einige Hoffnungsträger: Stürmer David Villa etwa. Mit einer eindrucksvollen Trefferquote sowohl in der Nationalmannschaft wie auch beim FC Valencia. In jedem zweiten Spiel gelingt ihm ein Tor. Warum Spanien keine Titel gewinnt - darauf hat er keine Antwort. Er weiß nur, dass "das eine Sache ist, die schwer auf unserer Geschichte lastet". Aber die Spieler selbst denken jetzt nicht daran. Sie wollen es, so Villa, "auf jeden Fall bei dieser Europameisterschaft ändern.“

Ein starkes Mittelfeld und eine ausgeglichene Mannschaft

David Villa

Hoffnungsträger: David Villa

Das Prunkstück der spanischen Mannschaft ist das Mittelfeld: Iniesta, Fábregas, Xabi Alonso und Xavi Hernandes. Und dazu haben sie mit Iker Casillas einen Torwart der Spitzenklasse. Insgesamt aber - darauf legt Marco Villa wert - ist das Team ausgeglichen besetzt: "Es gibt keinen Topstar. Wir sind eine Gruppe, in der alle wichtig sind, ob sie jetzt spielen oder nicht - das macht unsere Stärke aus.“

Vielleicht ist auch das ein Grund, warum der schon 69jährige Nationaltrainer Luis Aragonés auf Superstar Raúl wohl verzichten wird. Der Stürmer von Real Madrid ist mit 44 Toren der treffsicherste Spieler in der Geschichte der spanischen Nationalmannschaft, wird aber schon seit zwei Jahren nicht mehr berücksichtigt. Und das, obwohl er doch erst 30 Jahre alt ist und seine Formkrise überwunden hat. Raúl wäre vielleicht eine gute Ergänzung zu Marco Villa.

Springt Topstar Raúl noch auf den EM-Zug auf?

Raul Gonzalez Real Madrid vorzeitig spanischer Meister

Mit Real Madrid feiert Raúl Triumphe - kehrt er jetzt in die Nationalmannschaft zurück?

Sollte Raúl doch noch nominiert werden, dann hätte er sogar Chancen, zu Spaniens Rekord-Nationalspieler zu werden. Das ist bislang Andoni Zubizarreta, der legendäre Torwart der 80er und 90er-Jahre.

In der Vorrunde bekommen es die Spanier in der Gruppe D mit Russland, Schweden und dem amtierenden Europameister Griechenland zu tun. Das Ziel: Sich als Gruppenerster fürs Weiterkommen zu qualifizieren. Auch wenn die Gegner, so Villa "verdammt schwer sind", es den Spaniern kompliziert machen werden.

Der Trainer will leiden für den Titel

Jakobsweg Santiago de Compostela

Pilgerziel für Trainer Aragones: Santiago de Compostela

Der Gruppensieg klingt durchaus realistisch - sie müssten nur umsetzen, was sie in der Vorbereitung in diesem Jahr schon gezeigt haben: Jeweils 1:0-Siege gegen den ehemaligen Weltmeister Frankreich und gegen den aktuellen Weltmeister Italien. Sollte es dann auch noch klappen mit dem ersten Titel seit 1964, würde das Trainer Aragones wohl einige Beschwerden bereiten: Blasen an den Füßen! Denn er hat angekündigt, sich für den Fall des Turniersieges zu Fuß zum Grab des heiligen Jakob aufzumachen. Der Jakobsweg in Nordspanien ist mehrere hundert Kilometer lang. Die Pilger brauchen dafür mehrere Wochen - aber das ist wohl kein Vergleich mit den 44 Jahren, die die spanischen Fußballfans auf einen Titel warten …

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