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Fußball

Spanien und Italien weiter

Welt- und Europameister Spanien erreicht nach einem 1:0-Zittersieg über Kroatien das Viertelfinale, Italien gewinnt mit 2:0 gegen die bereits vor der Partie ausgeschiedenen Iren und ist ebenfalls weiter.

Mit einem knappen 1:0 (0:0)-Erfolg über Kroatien hat sich Titelverteidiger Spanien das Ticket für die K.o.-Phase erspielt. Den entscheidenden Treffer erzielte Jesus Navas in der 88. Minute. Mit zwei Siegen und einem Unentschieden sicherten sich die Iberer den Sieg in der Gruppe C und können nun frühestens im Finale auf Deutschland treffen. Als Tabellenzweiter erreichte Italien nach einem 2:0-Erfolg über Irland das Viertelfinale. Die entscheidenden Treffer im EM-Stadion in Posen gelangen Antonio Cassano (35. Minute) und Mario Balotelli (90.).

Kroatisches Bollwerk hält zunächst gegen Spanien

Die Arena von Danzig war nicht ausverkauft – nur 35.000 Zuschauer kamen in das von außen an einen Bernstein erinnernde Stadion. Die kroatischen Fans, die in der Vorrunde schon mehrfach negativ aufgefallen waren, sorgten auch dieses Mal wieder für unschöne Szenen: Sie warfen brennende Bengalos in den Innenraum. Sportlich geschah erstmal lange nichts: Spanien kombinierte sich die Füße wund, Kroatien stellte sich mit elf Mann in die eigene Hälfte. Der erste Torschuss folgte erst in der 23. Minute: Fernando Torres hämmerte aus spitzem Winkel auf das Tor, traf aber nur Keeper Stipa Pletikosa. Danach versuchten es die Spanier mit der Brechstange und Schüssen aus der Distanz, jedoch ohne Erfolg.

Im Gegenzug machte sich der Noch-Wolfsburger Mario Mandzukic auf den Weg in den spanischen Strafraum, wurde von Sergio Ramos gefoult, bekam aber keinen Elfmeter. Klare Fehlentscheidung des deutschen FIFA-Schiedsrichters Wolfgang Stark, der für seinen ersten Auftritt im brisanten Duell Polen gegen Russland noch überschwänglich gelobt worden war. Als dann auch noch Italien gegen Irland in Führung ging, fühlte sich manch ein Fan ungerecht behandelt. Denn zu diesem Zeitpunkt wäre Kroatien ausgeschieden. Andererseits hatten es die Kroaten selbst in der Hand: Mit nur einem Tor wären sie weiter und Spanien sensationell raus.

Wolfgang Stark diskutiert auf dem Platz mit dem Spanier Xavi. (Foto: REUTERS/Kai Pfaffenbach)

Der deutsche Schiedsrichter Stark verwehrt Kroatien einen Elfmeter

Entscheidung in der Schlussminute

Mit diesem für Spanien hoch brisanten Zwischenergebnis ging es in die Halbzeit. Doch auch danach fiel dem in den ungewohnt blauen Trikots spielenden Welt- und Europameister nichts Durchschlagendes ein. Und so hatten völlig überraschend die Kroaten die größte Möglichkeit des Spiels: Nach einem Konter kam der ehemalige Schalker Ivan Rakitic völlig freistehend zum Kopfball, scheiterte aber an Torwart Iker Casillas. Die Spanier erarbeiteten sich eine Vielzahl von Eckbällen, doch die dicken Chancen hatten die Kroaten: Gerade einmal zehn Minuten auf dem Platz zog der Dortmunder Ivan Perisic ab – allerdings ohne Erfolg.

Es entwickelte sich ein völlig offenes Spiel, das von der Spannung und  nicht von schönen Spielszenen lebte. Und dann schlug der Titelverteidiger zu: Andres Iniesta passte quer auf den für Fernando Torres eingewechselten Jesus Navas und der schob völlig freistehend zum 1:0 für die Spanier ein. Mit hängenden Köpfen bedankten sich die Kroaten bei ihren enttäuschten Fans, die Spanier feierten einen glücklichen und knappen Sieg.

Italien schlägt Irland und ist weiter

Von Beginn an versteckten sich die Iren nicht und zeigten viel Zug zum Tor. Die nächste Runde erreichen konnten sie zwar nicht mehr, doch man merkte, dass sie sich im Stadion Miejski in Posen mit Würde von der EURO 2012 verabschieden wollten. Wirkliche Gefahr vor dem Kasten von Keeper Gianluigi Buffon ging von den irischen Stürmern allerdings nicht aus. Die Italiener taten sich schwer und überließen Irland über weite Strecken der ersten Halbzeit den Ball. Vielleicht war das aber auch Taktik, denn in der Arena lagen die Temperaturen zu diesem Zeitpunkt immer noch bei 28 Grad Celsius.

Erst nach einer halben Stunde verstanden es die Italiener, das Leder auch mal in den eigenen Reihen zu halten, bis zum gegnerischen Strafraum zu bringen und zum Abschluss zu kommen. Die irische Abwehr begann zu wackeln und kassierte folgerichtig in der 35. Minute den ersten Treffer: Andrea Pirlo zirkelte eine Ecke auf den Kopf von Antonio Cassano und der brachte den Ball auf den zweiten Pfosten. Der irische Kapitän Damien Duff versuchte noch Schlimmeres zu verhindern, erwischte das Leder aber erst hinter der Linie – es stand 1:0. Jetzt drehte Italien auf und machte das Spiel, doch ein Tor wollte nicht mehr fallen: Halbzeitstand: 1:0 für Italien.

Antonio Cassano (r.) köpft, Keeper Shay Given (l.) ist geschlagen - es steht 1:0 für Italien (Foto: EPA)

Antonio Cassano (r.) köpft, Keeper Shay Given (l.) ist geschlagen - es steht 1:0 für Italien

Wenig Aufregung in Hälfte zwei

Nach dem Seitenwechsel wollte Italien nachlegen und bestürmte den Kasten der Iren, doch trotz zahlreicher Möglichkeiten wollte der Ball nicht über die Linie. Irland verlegte sich auf lange Bälle nach vorne und hoffte auf Standardsituationen vor dem Tor der Italiener. Chancen gab es auf beiden Seiten, die zwingenderen hatten die Italiener. In den letzten 15 Minuten der Partie begannen die Iren sogar noch zu kombinieren. Keith Andrews hämmerte in der 79. Minute einen 23-Meter-Freistoß auf das Tor von Buffon. Der Keeper der Italiener musste sein ganzes Können aufbieten, um die Situation zu bereinigen.

Ohne zählbaren Erfolg ging es so bis zur letzten Spielminute: Dann gelang dem eingewechselten Mario Balotelli durch ein Traumtor das 2:0. Der italienische Stürmer versenkte eine Ecke per Fallrückzieher im Tor von Given. Nur 60 Sekunden zuvor kassierte Keith Andrews wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot und musste vom Platz. Zum Zeitpunkt des Treffers waren die Iren also nur noch zu zehnt. Es war die endgültige Entscheidung in Posen. Endstand: 2:0 für Italien.