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Aktuell Europa

Spanien lässt Eurozone weiter zittern

Immer wieder wurde es dementiert, doch nun scheint es unausweichlich: Vertreter der Euro-Gruppe erwarten, dass Spanien den Rettungsschirm EFSF in Anspruch nimmt. Der IWF geht von 40 Milliarden Euro Finanzbedarf aus.

Noch an diesem Wochenende soll es angeblich passieren: Spanien werde Unterstützung bei der Stabilisierung seiner Banken beantragen, hieß es aus EU-Kreisen. Einzelheiten sollen bei einer Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister an diesem Samstag beschlossen werden. Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Vitor Constancio, erklärte, ein formeller Antrag werde erwartet.

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Spanische Banken brauchen 40 Milliarden Euro

In den vergangenen Tagen war ein solches Vorgehen immer wieder dementiert worden, wohl auch, um Spanien die Beschaffung "frischen" Geldes nicht weiter zu erschweren. Dabei ist die spanische Regierung inzwischen kaum noch in der Lage, sich auf den Märkten zu refinanzieren. Der Grund: Die Banken Spaniens haben sich vor der Immobilienkrise des Landes übernommen und sind nun erheblich angeschlagen. Der Internationale Währungsfonds IWF in Washington erklärte, die Finanzinstitute benötigten Hilfen in Höhe von mindestens 40 Milliarden Euro.

"Lösung wird schnell erfolgen müssen"

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker sprach sich in dieser Situation für eine rasche Beilegung der spanischen Bankenkrise aus. "Die Lösung wird schnell erfolgen müssen", sagte Juncker in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur. Es gebe jedoch keinen volkswirtschaftlichen Grund dafür, dass sich Spanien unter den Euro-Rettungsschirm EFSF begebe, so der luxemburgische Ministerpräsident weiter. Was nicht unbedingt zur Klarstellung beitrug.

Obdachlose Person schläft in einem Hauseingang, davor Frau mit Einkaufstüte (foto: dapd)

Soziale Not, immer weniger Arbeitsplätze, Obdachlosigkeit - Die Finanzkrise vergrößert das Elend

Experten waren allerdings schon seit Monaten davon ausgegangen, dass nach Griechenland und Italien auch Spanien in Schieflage geraten könnte. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ermunterte die Regierung in Madrid, den Euro-Rettungsschirm zu nutzen. Es liege jetzt an Spanien, das Vertrauen in die Stabilität seiner Banken zu stärken, sagte der FDP-Politiker der "Rheinischen Post". Wenn die Spanier bei der Bankenstabilierung Hilfen benötigten, sollten diese zügig beim EFSF beantragt werden.

Unterdessen hat die US-Ratingagentur Moody's davor gewarnt, dass die Bewertung aller Euro-Länder überprüft werden müsse, sofern das hochverschuldete Griechenland aus der Euro-Zone ausscheide. Auch Länder mit der Bestnote "AAA" wie etwa Deutschland müssten dann neu bewertet werden, erklärte die Agentur weiter.

ml/nis/sc (dpa, rtr, afp)

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