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Reise

Spanien ist "Ferrari Land"

Fans der Automarke Ferrari haben einen neuen Hotspot in Spanien. Der Rennstall hat an der Costa Dorada einen Themenpark eröffnet. Die Achterbahnzüge sind den roten Boliden nachempfunden inklusive dröhnenden Motoren.

"Red Force" heißt die futuristische achterbahnartige Konstruktion im neuen Freizeitpark "Ferrari Land", der seit Freitag an der spanischen Costa Dorada für das Publikum geöffnet ist.  

Der nach Betreiberangaben schnellste und höchste Vertikalbeschleuniger Europas zwingt selbst gestandene Männer in die Knie. "Das sieht krass aus, ich lass das lieber», sagt ein Besucher aus Deutschland und macht kleinlaut einen Rückzieher, als er das seltsame Gebilde aus der Nähe betrachtet. Wie ein gigantisches umgedrehtes U sieht es aus. Die, die sich getraut haben, schwärmen davon, so auch Marc Gené, der seit 2005 als Testfahrer für die "Scuderia Ferrari" arbeitet. "Die Fliehkraft liegt bei 4G, womit die Belastung für den Körper in etwa so ist wie in einem Formel-1-Auto", betont der 43-Jährige. "Zudem beschleunigt die Bahn genau wie ein Rennwagen in fünf Sekunden auf 180 Stundenkilometer. Man hat somit fast genau den gleichen Kick." 

100 Millionen Euro hat der Themenpark samt seiner elf Attraktionen gekostet. Der Name Ferrari ist dabei Programm. Alles dreht sich um Geschwindigkeit, Adrenalin, die Farbe Rot und das berühmte Logo mit dem "Cavallino Rampante". Nach der Grundsteinlegung durch Formel-1 Star Sebastian Vettel im Mai 2015 haben 550 Menschen Ferrari Land in weniger als zwei Jahren aus dem Boden gestampft.  

Aber warum hat das italienische Traditionsunternehmen Spanien gewählt und bleibt nicht lieber in heimischen Gefilden? "Ferrari hat nach einem bereits bestehenden Park gesucht, an den die Anlage angegliedert werden könnte - und hat sich dann für den bereits seit 1995 etablierten Park PortAventura entschieden", erklärt Mark Robinson, der Marketingchef von Spaniens größtem Freizeitresort. PortAventura liegt etwa 100 Kilometer südlich von Barcelona in der Provinz Tarragona und ist mit Flugzeug und Bahn relativ leicht zu erreichen.

Der kombinierte Eintritt für PortAventura und das angrenzende Ferrari Land kostet für einen Tag 60 Euro, Tickets für den neuen Park allein gibt es nicht.

Herzstück ist die interaktive "Ferrari Experience" mit ihre  feuerroten Riesenkuppel in Form eines Formel-1-Wagens, zudem gibt es eine Rennstrecke, Simulatoren in Form von roten Boliden, einen "Pit Stop", in dem zwei Teams sich in einer nachgebauten Box im Reifenwechseln messen können, und zwei Rebound-Türme, die wie ein echtes Kolbengetriebe angelegt sind. Wer den roten Lack hinter sich lässt, gelangt nach "Klein-Italien" und schlendert vorbei an Nachbauten des Markusturms und des Kolosseums.

Die meisten aber zieht es immer wieder hin zu der unübersehbaren Mega-Attraktion - der verstörend senkrechten "Red Force". "Ich hatte das Gefühl, schwerelos zu sein und ins Blaue hineinzurasen", erzählt eine Besucherin nach dem Höllenritt.  

Der Freizeitpark ist nicht der erste seiner Art, aber er ist der erste in Europa: Bereits 2010 hatte in Abu Dhabi die 200.000 Quadratmeter messende "Ferrari World" geöffnet.

Carola Frentzen (dpa)