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Reise

Spanien: Attentate treffen Tourismus ins Herz

Nach den Attentaten in Spanien schaut die ganze Welt auf Barcelona und den katalanischen Küstenort Cambrils. Mitten in der Urlaubszeit hat der Terror eines der beliebtesten Reiseländer der Welt getroffen.

Die Welt trauert nach den beiden Terroranschlägen, die Spanien am Donnerstag erschüttert haben. In Barcelona war ein Mann auf der bei Touristen beliebten Flaniermeile Las Ramblas mit einem Transporter in eine Menge gerast und hatte 13 Passanten getötet, rund hundert wurden verletzt. Es handelt sich um Menschen mindestens 34 verschiedener Nationalitäten.

Nur Stunden später fuhren Attentäter über die Strandpromenade des katalanischen Küstenorts Cambrils in der Nähe von Tarragona und verletzten sieben Personen, von denen eine später verstarb. Sicherheitskräfte erschossen die fünf mutmaßlichen Terroristen.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Wagen als Waffe an einem beliebten Urlaubsziel benutzt wird. In Berlin, Nizza und London verliefen die Anschläge nach einem ähnlichen Muster. Opfer waren immer Anwohner und Touristen.

Tourismus - Devisenbringer und Ärgernis

Diesmal hat es mit Barcelona eines der bedeutendsten europäischen Städtereiseziele getroffen. Seit Jahrzehnten steigen die Besucherzahlen. Rund 30 Millionen Touristen waren es 2016. Darunter viele Tagestouristen, die an Spaniens größtem Kreuzfahrthafen anlegten.

Barcelona Hafen Kreuzfahrtschiffe (picture-alliance/Anka Agency International)

Kreuzfahrthafen von Barcelona

Der Touristenansturm hat in jüngster Zeit zu Protesten von Einwohnern geführt. Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten sind überlaufen. Preissteigerungen durch den Tourismus verärgern die Anwohner, ein Barbesuch in der Innenstadt ist für Einheimische kaum mehr bezahlbar.

Doch mittlerweile macht die Tourismusbranche fast 17 Prozent des regionalen Bruttoinlandsprodukts aus. Und ist damit die wichtigste Einnahmequelle der Hauptstadt Kataloniens, in der 1,6 Millionen Menschen leben. Auch im ehemaligen Fischerdorf Cambrils an der Costa Dorada ist der Tourismus längst die Haupteinnahmequelle.

Katalonien - Stadt, Strände, Dörfer

Katalonien ist eine sogenannte "autonome Gemeinschaft" im Nordosten Spaniens. Die Einwohner haben eine eigene Kultur und eine eigene Sprache, das Katalanisch. Eine einflussreiche Unabhängigkeitsbewegung strebt seit vielen Jahren die Loslösung von Spanien an.

Spanien Barcelona - Unabhängigkeitsdemonstration mit Flaggen (picture-alliance/ZUMAPRESS/M. Oesterle)

Symbol der Unabhängigkeitsbewegung: katalanische Flagge mit Stern

Die Landschaft Kataloniens ist abwechslungsreich, sie reicht von der Hochgebirgsregion der Pyrenäen bis hin zu ausgedehnten Stränden. In den Pyrenäen, die sich entlang der Grenze zu Frankreich bis an das Cap Creus am Mittelmeer ziehen, erreichen die Gipfel Höhen von über 3000 Metern. Der höchste Berg Kataloniens ist der Pica d´Estats mit 3143 Metern.

Die meisten Urlauber zieht es jedoch an die Küsten. Von der bei Touristen sehr beliebten Costa Brava im Norden bis zur Costa Dorada im Süden erstrecken sich über 560  Kilometer Steilküsten, feine Sandstrände und verträumte Buchten. Zu den bekanntesten Touristenorten gehören Roses, Tossa del Mar, Lloret de Mar an der Costa Brava sowie Calafell, Salou und Cambrils an der Costa Dorada. Der Küstenort Lloret de Mar an der Costa Brava ist eines der grössten touristischen Zentren Europas.

Touristenhochburgen als Terrorziele

Die Terroranschläge in Barcelona und Cambrils haben nun das drittbeliebteste Urlaubsland der Welt getroffen. Denn nicht nur Katalonien, sondern ganz Spanien boomt in Sachen Tourismus. Die Welttourismusorganisation UNWTO veröffentlichte erst Anfang August Zahlen, laut derer Spanien nach den USA das Land ist, in dem am meisten mit Tourismus verdient wird. Allein 2016 waren es 173 Milliarden Euro.

Spanien Barcelona Strandpromenade (picture-alliance/DUMONT Bildarchiv/F. Heuer)

La Barceloneta: Promenade und Strand in Barcelona

Spanien profitiert davon, dass viele Menschen aus Sorge vor Unruhen und Terror Sonnenziele in Nordafrika und Ägypten meiden. Hinzu kommt die politische Instabilität in der Türkei, die Reisende vom Urlaubsziel Türkei abhielten. Stattdessen haben sich bisher viele für einen Urlaub in Spanien entschieden. Denn das Land galt als sicheres Reiseziel. Doch die Frage ist: Werden die Touristenzahlen in Spanien nun einbrechen?