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Kultur

"Spam-König" muss an Microsoft zahlen

Nach einem Vergleich erhält Microsoft sieben Millionen Dollar vom "König der Spammer". Unterdessen wies der Konzern auf weitere Sicherheitslücken im Betriebssystem Windows hin - die von Spammern genutzt werden können.

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Unappetitlicher Inhalt: Spam-Mails sind nach Dosenfleisch benannt

Bill Gates

Microsoft-Gründer Bill Gates hat Grund zur Freude"

Nach der Klage gegen einen Versender so genannter Spam-Mails erhält der US-Softwarekonzern Microsoft sieben Millionen Dollar (5,66 Millionen Euro). Eine entsprechende Einigung wurde am Dienstag (9.8.2005) erzielt. Das Geld will der Konzern für die bessere Bekämpfung von Computerkriminalität nutzen. Nach Begleichung der Gerichtskosten werde das Unternehmen jeden "Penny" dafür investieren, schrieb Microsoft-Anwalt Brad Smith in einem offenen Brief. "Fünf Millionen Dollar davon werden wir verwenden, um unsere Bemühungen im Internet weiter zu stärken und die Strafverfolgung von Computerkriminalität technisch und mit eigenen Nachforschungen zu unterstützen", sagte Smith.

Computer-Wurm verbreitet rechtsradikale Spam-Mails

Im Mai überfluteten rechtsradikale Spam-Mails die Computer in Deutschland

Der jüngste Fall habe gezeigt, wie wichtig eine enge Partnerschaft zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor beim effektiven Kampf gegen Spam oder andere Internet-Probleme sein kann, so Smith weiter. In Würdigung der Rolle, die der New Yorker Generalstaatsanwalt bei dem Vergleich gespielt habe, soll eine Million Dollar direkt an den Bundesstaat New York gehen und etwa für den Aufbau von Computer-Trainingsprogrammen genutzt werden.

38 Milliarden Müll-Mails im Jahr

Windows xp

Unfertig ausgeliefert: Ständig liefert Microsoft Flicken für die Sicherheitslücken im Betriebssystem Windows nach

Auf Initiative von Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer hatte sich der "Spam-King" Scott Richter auf eine Geldstrafe von sieben Millionen Dollar eingelassen. Richter soll einer der weltweit aktivsten Versender von unerwünschter E-Mails gewesen sein. Nach Angaben von Microsoft verschickte seine Firma jedes Jahr schätzungsweise 38 Milliarden Spam-Mails und machte laut Staatsanwaltschaft damit mehrere Millionen Dollar Profit pro Monat. Im Juli verpflichtete er sich zur Zahlung von 50.000 Dollar an den Staat New York. Microsoft hatte im Dezember 2003 gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft des Staates New York Klage eingereicht und von mehreren Versendern unerwünschter E-Mails insgesamt 20 Millionen Dollar gefordert.

Klage gegen deutsche Firma

Auch Spammer außerhalb der USA sind im Visier des Software-Monopolisten. So reichte Microsoft Ende Juni eine Unterlassungs- und Schadenersatzklage gegen ein in Nordrhein-Westfalen niedergelassenes Unternehmen ein. Das Unternehmen sei nach Erkenntnissen von Microsoft für zahlreiche Aktionen mit unerwünschten Werbe-E-Mails verantwortlich, teilte der Konzern damals in München mit. In Deutschland ist der Versand von Spam kein Straftatbestand. Deshalb verklage Microsoft den Firmeninhaber wegen unlauteren Wettbewerbs, hieße es. Der Geschäftsmann soll nach längeren Aufenthalten in den USA ein Firmennetzwerk amerikanischer und ukrainischer Unternehmen aufgebaut haben. Über verschiedene Websites soll der Mann auch Spam-Dienste an Dritte und millionenfach E-Mail-Adressen anbieten. Der Unternehmer soll die Vorwürfe bestreiten und auf Geschäftspartner verweisen, deren Namen er nicht nennen will.

Sicherheitsrisiko Windows

Microsoft Steve Ballmer

Der Microsoft-Chef Steve Ballmer

Häufig versenden Spammer ihren E-Müll über ungesicherte Rechner argloser Computernutzer. Diese Fernsteuerung wird durch zahlreiche Sicherheitslücken im Microsoft-Betriebssystem Windows ermöglicht, die der Konzern nur nach und nach - und oft zu langsam - stopft. So warnte Microsoft am Dienstag vor neuen Sicherheitsproblemen bei Windows und dem Programm "Internet Explorer". Im schlimmsten Fall könnten Angreifer die vollständige Kontrolle über einen betroffenen Computer erlangen, hieß es. Das Unternehmen warnte vor drei als kritisch eingestuften Lücken. Eine weitere Lücke stufte es als wichtig ein - der zweithöchsten Stufe. Auf seiner Internetseite bot Microsoft Korrekturmöglichkeiten an - so genannte Patches. Experten riefen Microsoft-Kunden dazu auf, diese zu installieren. "Die Anwender sollten diese Verbesserungen so rasch wie möglich nutzen", sagte Oliver Friedrichs vom US-Sicherheitssoftware-Hersteller Symantec. (stu)

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