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Kultur

"SpaceShipOne" hat's geschafft

Das Rennen ins All ist entschieden: Das privat finanzierte Raketenflugzeug "SpaceShipOne" hat zum zweiten Mal den Rand des Orbits gestreift. Und den mit zehn Millionen Dollar dotierten "Ansari X-Prize" gewonnen.

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Brian Binnie darf sich als zweiter ziviler Pilot ab jetzt Astronaut nennen

Der amerikanische Flugzeugkonstrukteur Burt Rutan hat sich am Montag (4.10.2004) einen Platz in der Reihe großer Luft- und Raumfahrtpioniere gesichert. Das von ihm entworfene "SpaceShipOne" flog als erstes ausschließlich privat finanziertes Raumschiff zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen an den Rand des Weltraums. Pilot Brian Binnie erreichte während des rund 90 Minuten langen Flugs eine Höhe von 112 Kilometern, berichtete der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf Radarmessungen.
Revolution der Raumfahrt

Geschichte geschrieben

Zurück auf dem kalifornischen Wüstenflughafen Mojave

Nach dem Gewinn des Preisgeldes in Höhe von zehn Millionen Dollar stieß das kalifornische Mojave Aerospace Ventures Team mit Champagner-Flaschen an. Anschließend stellte sich Binnie auf eine Tragfläche von "SpaceShipOne" und drehte mit einer US-Flagge in der Hand eine Ehrenrunde. "Ich danke Gott, dass ich in einem Land lebe, in dem das möglich ist", sagte der 51-Jährige nach Angaben von CNN. Binnie darf sich als zweiter ziviler Pilot jetzt Astronaut nennen.

SpaceShipOne © Scaled Composites

Transportflugzeug "White Knight" brachte das Raumgefährt zunächst in eine Höhe von 14 Kilometer

Um den renommierten Preis in der Raumfahrtindustrie, den 1996 ausgelobten "Ansari X-Prize", hatten 26 Teams aus sieben Ländern gekämpft. Die Bedingungen sahen vor, dass ein Team innerhalb von zwei Wochen zwei Mal mit einem ausschließlich privat finanzierten Raumflugzeug höher als 100 Kilometer fliegt. Die Stifter wollten mit dem Preisgeld die Tür zum Weltraumtourismus und zur kommerziellen Nutzung des Weltalls öffnen. Preisstifter Peter Diamandis sprach nach dem Sieg von "SpaceShipOne" von einer Revolution in der bemannten Raumfahrt.

Nicht des Geldes wegen

Hinter dem Projekt "SpaceShipOne" stehen der Luftfahrtpionier Burt Rutan (60) und der Milliardär und Microsoft-Mitbegründer Paul Allen (51). Allen hat nach US-Medienberichten das Projekt mit 25 Millionen Dollar gefördert. Bei den Rekordflügen sei es dem Team nicht um das Preisgeld gegangen, erklärte Rutans Bruder Dick im US-Fernsehen. "Es ist nicht das Geld. Es ist der Erfolg, ein neues Kapitel in der Raumfahrt zu öffnen."

Trotz des Erfolges in der Vorwoche wechselte das "SpaceShipOne"-Team für den entscheidenden Flug den Piloten aus. Am Montag (4.10.2004) übernahm Testpilot Brian Binnie das Kommando. Am Ende flog er sogar noch neun Kilometer höher als Mike Melvill beim ersten Anlauf.

Weltraumtourismus ab 2007

Im Huckepack-Verfahren wurde "SpaceShipOne" vom Transportflugzeug "White Knight" bis in eine Höhe von etwas mehr als 14 Kilometer geschleppt. Dann koppelte Binnie ab und startete 84 Sekunden lang die Raketentriebwerke. Mit einem senkrechten Kondensstreifen am Himmel raste er dann bis an den Rand des Orbits. Wenige Minuten später trat er mit einem kurzen Grollen wieder in die Erdatmosphäre ein.

SpaceShipOne hebt ab

Im Huckepack Richtung Orbit. "SpaceShipOne" auf dem Transportflugzeug

Nach dem Gewinn des Preises beginnt für "SpaceShipOne" die kommerzielle Nutzung. Der britische Milliardär und Fluglinien-Mogul Richard Branson will ab 2007 an Bord eines modifizierten Flugzeugtyps die ersten Weltraumtouristen in den Orbit befördern. (mb)

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