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Sport

Späte Tore zwischen Portugal und Mexiko

Turnierfavorit Portugal enttäuscht im Gruppenspiel des Confed Cups in Russland gegen Mexiko und schafft nur ein Unentschieden. Beim Sieg Chiles gegen Kamerun ist der Videoschiedsrichter im Dauereinsatz.

Trotz einer Gala-Vorlage von Cristiano Ronaldo hat Portugal bei seiner Confed-Cup-Premiere schwer enttäuscht und den erhofften ersten Schritt zum nächsten Titel verpasst. Beim ersten Auftritt nach den Wechselgerüchten um seinen Superstar kam der Europameister gegen Mexiko am Sonntag in Kasan nur zu einem 2:2 (1:1).

Ronaldo legte in der 34. Minute die Führung durch Ricardo Quaresma mit einer feinen Einzelleistung auf, Cedric (86.) schien den schmeichelhaften Sieg des Favoriten spät klar zu machen. Für Gold-Cup-Sieger Mexiko erzielte Bayer Leverkusens Javier Hernández vor 34.000 Zuschauern per Kopfball den verdienten Ausgleich (42.). Hector Moreno (90.+1) sorgte in der Nachspielzeit dann für den Endstand.

Portugal steht damit am Mittwoch gegen Gastgeber Russland, der zum Auftakt mit 2:0 gegen Neuseeland gewonnen hatte, bereits mächtig unter Druck. Nach dem Wirbel um die Steuer-Anschuldigungen und den kolportierten Gedanken an einen Abgang bei Real Madrid konnte auch Ronaldo zu selten für Glanzmomente sorgen.

Ronaldos Gegenspieler überfordert

Nach den verheerenden Waldbränden in Portugal begann die zweite Partie beim Confed Cup mit einer Schweigeminute. Elf Europameister standen in der Startformation der Portugiesen, auch Dortmunds Raphaël Guerreiro bekam von Trainer Fernando Santos das Vertrauen geschenkt. Mexiko startete mit Superstar Javier Hernández (29) von Bayer Leverkusen, mit 47 Toren der Rekordschütze der El Tri. Zudem hat Eintracht Frankfurts Neuzugang Carlos Salcedo (23) auf der rechten Abwehrseite die Aufgabe, den Weltfußballer Ronaldo zu stoppen. Nach ordentlichem Beginn war der 23-Jährige von der Mammutaufgabe doch etwas überfordert.

Die erste Viertelstunde blieb Ronaldo unauffällig, kaum ein langer Ball seiner Teamkollegen erreichte den 32-Jährigen. Missmutig joggte der Superstar den Fehlpässen hinterher. Den ersten großen Auftritt hatte er dann in der 20. Minute: Sein Freistoß aus zentraler Position landete nur in der Mauer, den Nachschuss zimmerte er mit Wucht aus 17 Metern an die Latte.

Nur wenig später jubelte Portugal das erste Mal - allerdings vergebens, Schiedsrichter Néstor Pitana aus Argentinien verwehrte dem Treffer nach Rücksprache mit dem Videoschiedsrichter die Anerkennung, gut eine Minute dauerte die Premiere beim Confed Cup.

Quaresma vergibt Vorentscheidung

Nachdem Mexiko die Anfangsphase dominiert hatte, wirkte der nicht gegebene Treffer wie ein Adrenalinschub für die gewohnt abwartend agierenden Portugiesen. Zunächst schien es als habe Ronaldo sich auf der linken Seite verdribbelt, ließ dann aber Diego Reyes und den überforderten Salcedo aussteigen - mühelos schob Quaresma den Ball zur Führung ein. Der Torschütze konnte in der 40. Minute einen sensationellen Hackenpass von Ronaldo nicht verwandeln - es wäre vielleicht schon die Vorentscheidung gewesen.

Confed-Cup Portugal vs Mexiko (Reuters/J. Sibley)

Portugals Ricardo Quaresma (l.) hätte gegen Ende der ersten Halbzeit für die Vorentscheidung sorgen können, vergab aber.

So kamen die Mexikaner, die mit ihrer siebten Confed-Cup-Teilnahme den Rekord von Brasilien einstellten, noch einmal zurück. Nach einem schweren Patzer von Dortmunds Gurreiro traf Hernández nach Pass von Vela zum Ausgleich - es war der 48. Treffer im Nationaltrikot für Chicharito.  In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hätte der Profi aus Leverkusen die Mexikaner beinahe in Führung geschossen.

Auch nach der Pause gab das Team von Trainer Juan Carlos Osorio aus Kolumbien zunächst den Ton an. Mexiko, der Confed-Cup-Sieger von 1999, wirkte spielfreudiger, die Portugiesen lauerten wie in der ersten Hälfte auf ihre Chance. Die kam durch Cedric - und ein neuerlicher Videobeweis, der diesmal zu Gunsten der Portugiesen ausging. Doch Moreno ließ die Mexikaner erneut jubeln.

Chile schlägt Kamerun

Arturo Vidal hat den perfekten Start Chiles in den Confed Cup eingeleitet. Der Profi von Bayern München erzielte in der 81. Minute den Führungstreffer zum 2:0 (0:0) des Südamerikameisters gegen Kamerun. Für den Endstand sorgte der frühere Hoffenheimer Eduardo Vargas in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Die Chilenen übernahmen nach dem ersten Spiel der Gruppe B, in der Weltmeister Deutschland am Montag gegen Australien (17.00 Uhr MESZ im DW Liveticker) ins Geschehen eingreift, die Tabellenführung. 

Vor 33.000 Zuschauern in Moskau gab es im ersten Durchgang die größte Aufregung Sekunden vor der Pause, als die Chilenen schon ihren vermeintlichen Führungstreffer durch Vargas bejubelten. Der Video-Assistent hatte die Partie aber wegen einer Abseitsstellung des Stürmers unterbrochen.

Videoschiedsrichter im Dauereinsatz

Vidal beschwerte sich anschließend gestenreich beim slowenischen Schiedsrichter Damir Skomina, der dem Treffer die Anerkennung verweigerte. Auch der Leverkusener Mittelfeldspieler Charles Aranguiz protestierte, weil es nach Ansicht der Chilenen in der entscheidenen Szene gleiche Höhe war.

FIFA Confederations Cup 2017 Kamerun Chile Abseitstor Ärger mit Vidal (Reuters/C. Recine)

Chiles Arturo Vidal (r.) diskutiert mit Schiedsrichter Damir Skomina über ein nicht gegebenes Tor

Chile war von Beginn tonangebend, konnte seine zahlreichen Torchancen vor der Pause aber nicht in Tore ummünzen. Die Chancenverwertung wurde auch in der zweiten Hälfte zunächst nicht besser, obwohl ab der 58. Minute der auch von Bayern München umworbene Superstar Alexis Sánchez für La Roja im Einsatz war. Der Topstürmer vom FC Arsenal bereitete dann aber in der Schlussphase den Treffer von Vidal vor, der per Kopf erfolgreich war.

In der Nachspielzeit vergab dann zunächst Sánchez zunächst eine große Konterchance, als er einen Gegenspieler auf der Torlinie anschoss, aber Vargas staubte ab. Der Linienrichter verweigerte dem Treffer zunächst wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung die Anerkennung, Schiedsrichter Skomina bemühte wieder den Video-Assistenten, der keinen Regelverstoß feststellte.

Chile trifft am zweiten Spieltag der Gruppe B am 22. Juni auf Deutschland, drei Tage später ist zum Gruppenabschluss Kamerun Gegner des Weltmeisters.

to/sw (dpa/sid)

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