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Aktuell Welt

Späte Kriegsgefangenschaft für einen US-Bürger in Nordkorea

Merrill E. Newman, heute 85, kämpfte als US-Soldat im Korea-Krieg - und wollte den Norden des geteilten Landes nach rund 60 Jahren noch einmal als Tourist besuchen. Dies wurde ihm zum Verhängnis.

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen US-Bürger wegen feindlicher Aktivitäten und Spionage verhaftet. Die nordkoreanische amtliche Nachrichtenagentur KCNA bezeichnete den Amerikaner Merrill E. Newman als Verbrecher, der während des Koreakriegs von 1950 bis 1953 an der Tötung von Zivilisten beteiligt gewesen sei.

Nach Angaben von KCNA wird Newman vorgeworfen, sowohl als Soldat während des Koreakriegs als auch als Tourist Verbrechen begangen zu haben. So habe er als Berater des US-Militärgeheimdiensts während des Krieges "Spionage" betrieben, "subversive Tätigkeiten" ausgeübt und nordkoreanische Soldaten und Zivilisten getötet. Während seiner Reise als Tourist habe er zudem "die Würde und Souveränität" des Landes verletzt und "das sozialistische System verleumdet". Der US-Bürger habe alle ihm zur Last gelegten Taten bereits gestanden und sich dafür entschuldigt, meldete die Agentur weiter.

Der 85-jährige Korea-Kriegsveteran Newman wird bereits seit Ende Oktober in Nordkorea festgehalten. Er hatte im Korea-Krieg gekämpft und war nach Angaben seiner Familie noch einmal als Tourist nach Nordkorea gereist.

Die USA hatten 1950 unter der Flagge der Vereinten Nationen mit einigen anderen Staaten eine Invasion in Korea begonnen, um einen von der Sowjetunion unterstützten Angriff des Nordens auf den südlichen Teil der Halbinsel zurückzuschlagen. 1953 wurde ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Bis auf den heutigen Tag aber befinden sich Nord- und Südkorea völkerrechtlich im Kriegszustand, weil kein Friedensvertrag geschlossen werden konnte.

sti/cw (rtr, afp)