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Fußball

Späte Einsicht des Schiedsrichters

Hannover 96 war dem FC Brügge klar überlegen und setzte sich nach späten Treffern noch mit 2:1 durch. Schalke 04 darf sich über das 1:1 in Pilsen nicht beschweren.

Ein, vielleicht sogar zweimal hätte der portugiesische Schiedsrichter Manuel Jorge Neves Moreira de Sousa Strafstoß für Hannover pfeifen müssen, dazu hatte er noch einem einwandfreien Tor der Niedersachsen aus unerfindlichen Gründen die Anerkennung verwehrt und war gerade daran, sich zum Buhmann im Stadion zu machen, als er dann offenbar doch für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen wollte. Denn dem Pfiff zum Foulelfmeter nach 79 Minuten war eine alles andere als eindeutige Situation vorausgegangen. Artur Sobiech war im Zweikampf im Strafraum zu Fall gekommen, Jan Schlaudraff schnappte sich den Ball und lupfte ihn über den ins Leere fliegenden Torwart Vladan Kujovic hinweg zum Siegtrefer ins Tor der Belgier. "Wenn man das gesamte Spiel betrachtet, hätten wir uns eine noch bessere Ausgangssituation herausspielen müssen", meinte Schlaudraff nach der Partie.

Brügges Lior Refaelov (3. v.r.) im Zweikampf mit Sergio Pinto (Bild: dapd)

Kampfspiel in Hannover

Über die gesamte Spieldauer war Hannover spielbestimmend und erarbeitete sich Chancen wie am Fließband, allein Zählbares wollte nicht herausspringen. Da fiel das 1:0 für die Gäste aus Brügge in der 51. Minute wie aus heiterem Himmel. Christian Pander hatte Maxim Lestienne für einen Augenblick von der Leine gelassen, und der köpfte eine weite Flanke wuchtig und unhaltbar in den Winkel. Hannover reagierte mit bedingungslosem Offensivfußball, doch weder der von den Beinen geholte Mame Diouf noch Schlaudraff bekamen einen fälligen Strafstoß zugesprochen.

Der Joker stach

So wurde Artur Sobiech zum Matchwinner. Erst war er fünf Minuten nach seiner Einwechslung in der 73. Minute aus kurzer Distanz zur Stelle, dann war er der Mann, der Schiedsrichter de Sousa im Tiefflug überzeugen konnte und den entscheidenden Foulelfmeter herausholte. In der Schlussminute vergaben zunächst Diouf und dann Konstantin Rausch noch große Möglichkeiten, das Ergebnis weiter auszubauen

Das Gästeteam des deutschen Trainers Christoph Daum war viel zu passiv, hat aber wegen des Auswärtstores immer noch gute Chancen auf das Weiterkommen. Hannover, das erstmals in der Vereinsgeschichte die Winterpause in einem internationalen Wettbewerb überstanden hat, reicht allerdings ein Unentschieden in Brügge.

Schmeichelhaftes Unentschieden für Schalke

Das versöhnliche 1:1-Endergebnis von täuscht ein wenig über die Unzulänglichkeiten der Schalker in der Partie beim tschechischen Meister Viktoria Pilsen hinweg. Der Bundesligist war über weite Strecken alles andere als ebenbürtig. Vor allen in den ersten 60 Minuten waren die Gastgeber lauffreudiger, technisch überlegen und vor allem gedanklich schneller. Dabei hätten sie eigentlich ausgeschlafen sein müssen, die Schalker. Schließlich hatte die Hotelleitung des "Golden Fish" in Pilsen extra die Doppelbetten von einem Schreiner in der Mitte durchsägen lassen, weil die Profis aus Gelsenkirchen Einzelbetten gefordert hatten.

Schalkes Torwart Lars Unnerstall (l) sieht dem Ball beim 1:0 für Pilsen nach (Bild: spa)

Unnerstall kann dem Ball beim 1:0 nur hinterherschauen

Damit hatte es sich dann aber in punkto Gastgeschenke. Vielmehr zeigten sich die Schalker als großzügige Gäste. Ein ums andere Mal ließen sie die Tschechen unbedrängt kombinieren und vor dem Tor auftauchen, ehe der gute Vladimir Darida den Ball nach einer Ecke aus 18 Metern volley nahm und ihn durch Höwedes Abwehrbeine neben dem rechten Torpfosten platzierte. Dieses 1:0 in der 22. Minute gab Viktoria noch mehr Auftrieb, mehrmals musste Lars Unnerstall im Schalker Tor retten, sonst wäre der Rückstand wohl unaufholbar geworden.

Hoffnung dank Huntelaar

Den Schalker Spielern muss man zu Gute halten, dass sie sich trotz der vielen Pilsener Chancen nicht entmutigen ließen und ihrerseits mit zunehmender Spieldauer auf den Ausgleich drängten. In der 75. Minute stocherte der eingewechselte Jefferson Farfan den Ball in den Fünfmeterraum zum ebenfalls eingewechselten Ciprian Marica, der eher unfreiwillig auf Klaas Jan Huntelaar weiterleitete. Der Niederländer brauchte nur noch aus drei Metern einzuschieben – sein siebter Treffer schon im laufenden Wettbewerb. Trotz des persönlichen Erfolgserlebnisses zeigte sich der Schalker Torjäger enttäuscht: "Das Ergebnis könnte besser sein. Wir haben nicht gut gespielt und nicht mehr verdient."

Schalker Spieler feiern den Torschützen Klaas-Jan Huntelaar (Bild: dpa)

Auf den "Hunter" ist Verlass: Huntelaar (3. v.l.) lässt sich feiern

In der Tat zeigte sich das Team von Trainer Huub Stevens gegenüber der 0:3-Blamage vom vergangenen Wochenende in Mönchengladbach nur wenig verbessert, besonders, wenn man bedenkt, dass der Ligabetrieb in Tschechien noch nicht wieder begonnen hat und Viktoria damit die so häufig zitierte Spielpraxis fehlte. Schalke muss sich also noch steigern bis zum Rückspiel am kommenden Donnerstag, will man das Achtelfinale erreichen.

Autor: Tobias Oelmaier
Redaktion: Andreas Ziemons

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