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Fußball

Späte Ehre für Weidenfeller

Der Bundestrainer beruft Dortmunds Torwart für die Freundschaftsspiele gegen Italien und England in den National-Kader. Weidenfeller könnte einer der ältesten Debütanten in der DFB-Geschichte werden.

Roman Weidenfelder hält sich die Hände an die Ohren

Roman Weidenfeller musste lange auf den Ruf des Bundestrainers warten

Seit 13 Jahre ist Roman Weidenfeller Bundesliga-Torwart. Und spätestens seit seinem Wechel vom 1. FC Kaiserslautern zu Borussia Dortmund im Jahr 2002 liefert er regelmäßig gute bis herausragende Leistungen ab. 300 Partien in der höchsten deutschen Spielklasse hat er so inzwischen absolviert, hat den Gewinn zweier Meisterschaften und eines DFB-Pokals feiern dürfen und stand in der Champions League erfolgreich seinen Mann zwischen den Pfosten. Zu einer Nominierung für die Nationalmannschaft hatte es bisher trotzdem nie gereicht, und das, obwohl Experten, Medien und sogar Konkurrenten (!) längst eine Berufung Weidenfellers gefordert hatten.

Roman Weidenfeller pariert gegen Cristiano Ronaldo (Bild: rtr)

Mit Paraden in der Champions League machte Weidenfeller auch international auf sich aufmerksam

Keine Chance auf die Nummer eins

An diesem Freitag (08.11.2013) ließ Bundestrainer Joachim Löw seiner Ankündigung vor einigen Wochen nun tatsächlich doch die Tat folgen: Roman Weidenfeller steht im Kader für die Test-Länderspiele am 15.11. in Mailand gegen Italien und am 19.11. in London gegen England. Im Alter von 33 Jahren geht der Traum des Dortmunder Torwarts also doch noch in Erfüllung. Sollte er auch tatsächlich eingesetzt werden, wäre er einer der ältesten Debütanten der DFB-Geschichte. Allerdings ist klar: Selbst wenn Weidenfeller von Anfang an auflaufen sollte gegen Italien oder England, die Nummer eins, das hat Löw ausdrücklich nochmal betont, bleibt Manuel Neuer.

Ist Löw vor den Medien eingeknickt?

Warum also hat er Weidenfeller dann doch nominiert, fragen sich die Fachleute? Vielleicht um nicht als stur dazustehen. Schließlich weicht er in der Personalie Stefan Kießling keinen Millimeter von seiner Vorstellung ab, in der der Leverkusener Stürmer trotz konstant überragender Trefferquote keine Rolle spielt. Dann eben lieber in den sauren Apfel beißen und Roman Weidenfeller ein paar Länderspiel-Minuten zukommen lassen. Für ein Ticket zur WM nach Brasilien dürfte es trotzdem nicht reichen, gelten doch neben Neuer auch der Hamburger René Adler und Hannovers Ron-Robert Zieler momentan als gesetzt. Aber vielleicht denkt Löw eben doch auch konservativ. Schon vor der letzten WM in Südafrika hatte er aufgrund Adlers Verletztung plötzlich einen Engpass und war froh, auf den Mittdreißiger Hans-Jörg Butt als dritten Mann zurückgreifen zu können.

Was sagt eigentlich Roman Weidenfeller zu Löws Gnade? "Ich bin froh und glücklich über diese Einladung, Löw hat einen Traum wahr werden lassen."

Das DFB-Aufgebot für die Länderspiele gegen Italien und gegen England:

Tor:
René Adler (Hamburger SV), Manuel Neuer (Bayern München), Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund)

Abwehr:
Jérome Boateng, Philipp Lahm (beide Bayern München), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels, Marcel Schmelzer (beide Borussia Dortmund), Marcell Jansen, Heiko Westermann (beide Hamburger SV), Per Mertesacker (FC Arsenal)

Mittelfeld:
Lars Bender, Sidney Sam (beide Bayer Leverkusen), Sven Bender, Marco Reus (beide Borussia Dortmund), Julian Draxler (Schalke 04), Mario Götze, Toni Kroos, Thomas Müller (alle Bayern München), Sami Khedira (Real Madrid), Mesut Özil (FC Arsenal), André Schürrle (FC Chelsea)

Angriff:
Miroslav Klose (Lazio Rom), Max Kruse (Borussia Mönchengladbach)