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Philippinen

Späte Ehre für philippinischen Diktator Marcos

27 Jahre nach seinem Tod kann der philippinische Diktator Marcos auf dem Heldenfriedhof in der Hauptstadt Manila bestattet werden. Das Urteil des Obersten Gerichtshofes des Landes dürfte die Bevölkerung spalten.

Der oberste Gerichtshof der Philippinen wies mehrere Petitionen gegen die Beisetzung des 1989 verstorbenen Ferdinand Marcos auf dem Heldenfriedhof der Hauptstadt Manila zurück. Während Hunderte Unterstützer des philippinischen Diktators die Entscheidung der Richter feierten, kündigten die Gegner Einspruch an. Gerichtssprecher Theodore Te sagte, es gebe kein Gesetz, das ein solches Begräbnis verbiete.

Das Gerichtsurteil fiel demnach mit einer deutlichen Mehrheit. Es unterstützt eine entsprechende Entscheidung von Präsident Rodrigo Duterte, der ein langjähriger Vertrauter des Marcos-Clans ist. Die Familie des Diktators, dem schwere Menschenrechtsverletzungen zur Last gelegt wurden, fordert seit langem ein Begräbnis auf dem Heldenfriedhof, war bislang aber am Widerstand früherer Präsidenten gescheitert.

Marcos Schreckensherrschaft

Marcos war 1965 zum Präsidenten gewählt worden, verhängte jedoch 1972 das Kriegsrecht und errichtete eine diktatorische Herrschaft. Im Jahr 1986 wurde er bei einem Volksaufstand gestürzt, er starb drei Jahre später auf Hawaii. Während seiner Herrschaft bereicherten sich Marcos, seine Familie und seine Verbündeten, während die Sicherheitskräfte jede Opposition unterdrückten und Menschenrechtsverstöße begingen.

Sorge um Vergessen

Kritiker fürchten nun, dass durch das Begräbnis der einbalsamierten Leiche (Artikelbild) auf dem Heldenfriedhof Marcos' Verbrechen vergessen würden. Sein Sohn und Namensvetter Ferdinand "Bongbong" Marcos Jr. lobte das Urteil hingegen und äußerte die Hoffnung, es werde die Philippiner einen und ihnen helfen, ihre Konflikte hinter sich zu lassen. Marcos Jr. vertritt eine nationalistische Politik. So blockierte der Marcos-Sprößling, der schon seit 2010 im philippinischen Senat sitzt, das zuvor mühsam ausgehandelte Autonomieabkommen mit den muslimischen Moro-Rebellen auf der südphilippinischen Insel Mindanao.

bri/cr (dpa, afp)     

 

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