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Sozialfall Autor

19. Dezember 2007
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Die berufliche und soziale Lage vieler Schriftsteller in Berlin ist nach einer Umfrage der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di "ernüchternd" bis "schockierend". 80 Prozent der befragten und gewerkschaftlich im VS (Verband deutscher Schriftsteller) organisierten 90 Autoren könnten nicht von ihren Autoreneinnahmen leben, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit. Für über 58 Prozent habe sich die Einkommenslage deutlich verschlechtert. Die Hoffnung vieler Schriftsteller, wenigstens von Lesungen profitieren zu können, erfülle sich auch nicht. Die Lesungen in Buchhandlungen und Bibliotheken würden immer weniger.

Die von Verlagen an die Autoren gezahlten Tantiemen liegen statt bei dem ausgehandelten Mindesthonorar von zehn Prozent für Romane oft nur bei 8,8 Prozent vom Netto-Ladenpreis, bei Sachbüchern und Kinderbüchern bei 7,9 bis 8,2 Prozent. Vorschüsse würden selten gezahlt. Von den befragten VS-Mitgliedern verdienten 55 Prozent unter 3000 Euro im Jahr, viele lebten von Hartz IV, Rente, den Einkünften des Partners oder einem anderen Beruf.