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Menschenrechte

Sorge um Witwe des Menschenrechtlers Liu Xiaobo wächst

Einen Tag nach der Seebestattung des Menschenrechtlers Liu Xiaobo mehren sich die Stimmen, die um das Wohlergehen seiner Witwe bangen. Nach der Zeremonie wurde sie nicht mehr gesehen.

Aufnahmen der chinesischen Behörten zeigten Liu Xia bei der Trauerfeier und der Seebestattung ihres Ehemannes Liu Xiaobo (Artikelbild). Doch seit der Zeremonie am Samstag wurde die 56-jährige nicht mehr gesehen.

Immer stärker werden die Forderungen aus Europa und den USA, dass die chinesische Regierung die Dichterin freilassen und ihr die Ausreise ermöglichen solle, wenn sie dies wünsche. Liu Xia selbst wurde zwar nie verurteilt, steht aber trotzdem seit 2010 unter Hausarrest.

Hausarrest und Reiseverbot

Am Sonntag schloss sich die australische Außenministerin Julie Bishop den internationalen Forderungen an: "Wir rufen die chinesische Regierung auf, jegliche Reisebeschränkungen für Lius Ehefrau auszusetzen und ihren Hausarrest aufzuheben."

Am Samstag hatte ein Vertreter der Stadtverwaltung von Shenyang gesagt, seines Wissens nach sei Liu Xia aus dem Hausarrest entlassen, äußerte sich aber nicht zu ihrem Aufenthaltsort. Lius Rechtsbeistand Jared Genser glaubt hingegen nicht daran, dass Liu Xia frei ist. Weder könne er mit ihr in Kontakt treten noch sehe er irgendwelche Anzeichen dafür, dass Peking sie "gehen lassen will", sagte der US-Anwalt.

Die Isolation und die jahrelange Sorge um ihren Mann haben Liu Xia nach Angaben von Freunden schwer zugesetzt. Zuletzt war sie an der Seite Liu Xiaobos gewesen, als dieser im Krankenhaus lag und sich sein Gesundheitszustand immer mehr verschlechterte. Lius älterer Bruder beschrieb sie als "zutiefst traurig" und so schwach, dass sie möglicherweise selbst zur Behandlung ins Krankenhaus müsse.

Fall mit politischer Dimension

Hilfsappelle westlicher Staaten zum Fall Liu Xiaobo hat die Führung in Peking mehrfach scharf zurückgewiesen. Und so kann Beobachtern zufolge auch das angespannte Verhältnis Australiens zu China weiter leiden. Die Volksrepublik ist Australiens größter Handelspartner, doch Peking sieht Canberras enge militärische Bindung an die USA mit Argwohn.

mak/sti (rtre, afp)