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China

Sorge nach angeblicher Freilassung von chinesischem Verleger

In Peking heißt es zwar offiziell, man habe Gui Minhai aus der Haft entlassen. Bei seiner Familie hat er sich bislang aber nicht gemeldet. Menschenrechtler sind alarmiert.

China Bild von Gui Minhai aufgestellt von Protestierende (picture-alliance/AP Photo/V. Yu)

Gui Minhai war einer von fünf kritischen Buchhändlern aus Hongkong, die plötzlich verschwunden waren

Gui Minhais Tochter Angela Gui, die in England lebt, glaubt nicht, dass ihr Vater sich auf freiem Fuß befindet. Seit seiner mutmaßlichen Freilassung in der vergangenen Woche habe sie nichts von ihm gehört. Die Regierung von Schweden bemüht sich um Aufklärung.

Der 57-Jährige hat die schwedische Staatsangehörigkeit und ist einer von fünf Buchhändlern, die in Hongkong heikle Bücher über die Führung in Peking herausgegeben hatten und 2015 verschwunden waren. Alle fünf tauchten später in China auf. Bis auf Gui Minhai sind alle wieder auf freiem Fuß. Drei von ihnen schweigen zu den Vorfällen.

Von Agenten verschleppt

Gui Minhai war im Oktober 2015 beim Urlaub in Thailand verschwunden. Seine Familie vermutet, dass er von chinesischen Agenten verschleppt wurde. 2016 wurde er im chinesischen Staatsfernsehen mit einem "Geständnis" vorgeführt, wonach er sich wegen eines Verkehrsunfalls vor elf Jahren in China gestellt habe.

Ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums teilte mit, dass Gui Minha "seine Strafe wegen eines Verkehrsdeliktes abgesessen hat". "Er wurde am 17. Oktober freigelassen." Details wurden nicht genannt.

Unter Hausarrest?

Der China-Experte der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Patrick Poon, befürchtet, "dass er an einem unbekannten Ort unter Hausarrest gestellt worden sein könnte." Ohne Kontakt zu seiner Familie und ohne einen Anwalt seiner Wahl drohe Gui Folter, sagte Poon.

Auch der Pen-Club forderte Aufklärung. "Es ist unmöglich zu glauben, dass Gui Minhai frei ist, wenn er seine Familie und Freunde nicht kontaktiert hat, von niemanden gesehen wurde und sein Verbleib öffentlich nicht bekannt ist", sagte James Tager vom US-Pen-Club.

uh/sam (dpa, afp)