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Filme

Sophie Marceau: vom verliebten Teenager zur Femme fatale

Auf der Kinoleinwand verkörperte sie Liebe, Erotik und Sinnlichkeit wie kaum eine andere - darauf reduzieren lassen wollte sie sich nicht, wie auch andere Schauspielerinnen. Nun ist Sophie Marceau 50.

Schon als Teenager hat die Französin Sophie Marceau den Jungs den Kopf verdreht. In "La Boum - Die Fete" spielte sie die junge Vic, die sich auf einer Party verliebt. Der Film, der 1980 in die Kinos kam, machte die damals gerade 14-Jährige über Nacht zu einem Star. Seitdem hat Marceau über 40 Filme gedreht, in denen sie zahllosen Männern zum Verhängnis wurde. Sie mag das Spiel der Verführung, wie Marceau in einem ihrer Interviews sagte. Sie brauche das Gefühl, bewundert, geliebt und betrachtet zu werden.

Filmstill La Boum Schauspielerin Sophie Marceau (Imago/United Archives)

Sophie Marceau in "La Boum". Der Film war ihr Durchbruch

Ihre Rundungen verzückten auch den französischen Chansonnier Julien Clerc, der sich in seinem Lied "Assez, Assez" (Genug, Genug) über zu viele kratzige Dinge beschwert. So singt er, dass er sich nach Bällen, Reifen und den Brüsten von Sophie Marceau sehne - allem Runden eben. Marceau fühlte sich von dem Liedtext nicht geschmeichelt. Von ihren Brüsten zu singen sei zu intim und sexuell.

Femme fatale in "James Bond 007"

Weil sie sich nicht auf diese Rolle reduzieren lassen wollte, kaufte sie sich mit 16 Jahren für rund eine Million Francs, umgerechnet mehr als 152.000 Euro, aus dem Vertrag für eine weitere Fortsetzung von "La Boum 2 - Die Fete geht weiter" frei. Marceau wollte anspruchsvollere Filme drehen. So trat sie an der Seite von Jean-Paul Belmondo, Gérard Depardieu und Mel Gibson auf, drehte in Amerika und spielte in "James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug" (Titelbild). Als Teenager-Ikone hatte sie sich damit verabschiedet, als Sexsymbol und Femme fatale sich ein neues Image geschaffen.

Schauspielerin Sophie Marceau (Getty Images/A. Rentz)

Bei den Filmfestspielen in Cannes war Marceau 2015 auch Mitglied der Jury

Auf dem roten Teppich des Filmfestivals in Cannes kokettierte sie mehrmals mit ihren gewagten Outfits. Im vergangenen Jahr war ihr Unterhöschen zu sehen, weil der Wind zu heftig mit ihrem hauchdünnen Kleid spielte. Die Paparazzi waren begeistert. Sie fühle sie geschmeichelt, wenn sie für die Männer ein Phantasma bleibe, gestand sie der französischen Frauenzeitschrift "Marie Claire".

Beziehung mit Regisseur Andrzej Zulawski

Ihr Privatleben weist so manche Parallele zu ihren Filmen auf. Marceau war blutjung als sie den über 25 Jahre älteren polnischen Filmemacher Andrzej Zulawski kennenlernte. Mit ihm drehte sie provokative und anspruchsvolle Filme wie "Liebe und Gewalt" sowie "Meine Nächte sind schöner als deine Tage". Radikale Erotikfilme, die von Liebe und Obsession handeln.

Mit Zulawski führte sie eine über 15-jährige Liaison, aus der 1995 ihr Sohn Vincent hervorging. Im Jahr 2002 kam aus der Beziehung mit dem Produzenten Jim Lemley ihre Tochter Juliette zur Welt. Ab 2007 war sie mit dem Schauspieler Christopher Lambert liiert, den sie 2012 heiratete. Nur zwei Jahre später trennten sich beide wieder.

Marceau stand Modell für Frankreichs Nationalfigur

Frankreich BÜSTE DER MARIANNE (picture-alliance/maxppp/J. M. Loos)

Auch nach Marceaus Vorbild wurden solche Marianne-Figuren gefertigt

Marceau stammt aus einer Arbeiterfamilie. Mit "La Boum" hat sie sich in die Herzen der Franzosen gespielt, auch in das des ehemaligen Präsidenten François Mitterrand. Er nahm die Schauspielerin 1993 auf einen Staatsbesuch nach Südkorea mit. Heute schmückt ihr Gesicht landesweit die französischen Rathäuser. Denn im Jahr 2012 wurde sie als Vorbild für die Büste der Nationalfigur Marianne gewählt - Frankreichs Symbol für Freiheit. 

ld/pg (dpa, Munzinger)

 

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