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Wirtschaft

Sony erfindet sich neu

Weltweit 20.000 Jobs werden beim Unterhaltungsriesen Sony gestrichen. Um wieder auf die Beine zu kommen, muss der japanische Konzern radikal umgebaut werden. Massenware wird in Zukunft nur noch in China produziert.

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Flachbildschirme sollen die Zukunft sichern

Allein in Japan sollen 7000 Stellen wegfallen, teilte der Playstation-Hersteller am Dienstag (28.10.) in Tokio mit. Die Werkbänke für alle Massenprodukte werden künftig in China aufgestellt – in Japan will Sony dann nur noch Technologieprodukte wie Halbleiter herstellen. Ab 2007 wollen die Firmenstrategen um Konzern-Chef Noboyuki Idei umgerechnet 2,6 Milliarden Euro pro Jahr einsparen.

Zur Zeit arbeiten bei Sony – die Finanzsparte nicht mitgerechnet - noch 154.500 Menschen, rund 1.000 davon in Deutschland. Nachdem das Restrukturierungsprogramm "Transformation 60“ über die Bühne gegangen ist, wird der Unterhaltungsriese 13 Prozent weniger Beschäftigte haben – und damit auch wieder rentabler sein, so die Hoffnung des Managements.

Nachwehen des Sony-Schocks

Börsianern in Tokio bricht noch immer der kalte Schweiß aus, wenn sie an den Sony-Schock im April 2003 denken. Nachdem Sony die Märkte mit einem unerwarteten Gewinneinbruch für das Geschäftsjahr 2002/2003 geschockt hatte, tauchte der Nikkei-Index auf ein neues 20-Jahres-Tief ab.

Auch im neuen, seit April laufenden Geschäftsjahr 2003/2004 musste Sony massive Gewinnrückgänge verkraften. Eins der größten Sorgenkinder ist dabei die Spielekonsole "Playstation 2“. Beim Geschäft mit dem früheren Umsatzrenner blieb Sony weit hinter den Erwartungen.

Doch bevor die Gewinne wieder sprudeln, muss Konzern-Chef Idei für den Konzernumbau erst einmal Geld in die Hand nehmen – viel Geld. Allein für die Optimierung der Produktionsstrukturen sind 335 Milliarden Yen eingeplant, 300 Milliarden davon fließen in den Elektronikbereich. Einer der drastischsten Schritte werden die Zulieferer zu spüren bekommen: Künftig sollen nur noch 1000 statt mehr derzeit 4700 Firmen Vorprodukte für Sony produzieren.

Einstieg ins Flachbildschirm-Geschäft

Statt wie bisher mit Verlust technologische Technik von gestern wie TV-Bildröhren herzustellen, setzen die Sony-Manager ganz auf LCD-Flachbildschirme. Um in den LCD-Monitormarkt für Fernseher einzusteigen, setzen die Japaner auf ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem koreanischen Samsung-Konzern. Das 1,8 Milliarden Dollar schwere Joint Venture soll schon bald TV-Flachbildschirme in Südkorea produzieren.

In China und an anderen asiatischen Standorten soll mit kostengünstiger Massenproduktion der boomende Markt im Reich der Mitte versorgt werden. Aus Japan werden dann nur noch High-Tech-Produkte kommen. Das ehrgeizige Ziel der Männer um Noboyuki Idei ist eine Gewinnmarge von mindestens zehn Prozent bis Ende 2006 – fast dreimal so viel wie die aktuell mageren knapp vier Prozent. (tko)

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