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Nachrichten

Sonntag, 9. September 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

SYDNEY: Die Staats- und Regierungschefs des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums, APEC, haben mit Nachdruck Fortschritte bei den Verhandlungen über die Liberalisierung des Welthandels angemahnt. In der Abschlusserklärung zu ihrem Gipfeltreffen im australischen Sydney bekräftigten sie ihre Unterstützung für die in Genf auf der Stelle tretenden Gespräche der Welthandels-Organisation. Als die beiden wichtigsten Themenbereiche nennen die 21 Staaten die Landwirtschaft und die Industriegüter. Am Samstag hatte die APEC in einer Stellungnahme zum Klimawandel nicht bindende Beschlüsse zur Wiederaufforstung der Wälder und zur Verbesserung der Energie-Effizienz gefasst.

RANGUN: Die Militärführung in Birma will hart gegen Demonstranten vorgehen. In von ihr kontrollierten Zeitungen erschien an diesem Sonntag ein entsprechender ganzseitiger Artikel, in dem so genannte subversive Gruppen für die massiven Proteste gegen die jüngsten Preiserhöhungen bei Gas und Benzin verantwortlich gemacht werden. Der Staat werde gegen die Dissidenten vorgehen. Dazu zählen Mitglieder der so genannten 88er Studenten-Generation sowie die oppositionelle Nationale Liga für Demokratie von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Der Hilfsverband für politische Gefangene in Birma meldet derweil, dass wegen der jüngsten Proteste buddhistischer Mönche gegen die Junta inzwischen etwa 150 Menschen festgenommen worden seien.

ISLAMABAD: Einen Tag vor der beabsichtigten Rückkehr des früheren pakistanischen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif aus dem Exil haben die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt. An den Flughäfen gilt wegen befürchteter Anschläge die höchste Alarmstufe. Nach offiziell nicht bestätigten Berichten wurden im Vorfeld 2.000 Sharif-Anhänger festgenommen. Sharif, der sieben Jahre im Exil verbrachte, will bei der Präsidentenwahl im Herbst gegen Pakistans Staatschef Pervez Musharraf kandidieren.

ALGIER: Der nordafrikanische Zweig des Terrornetzwerks El Kaida hat sich zu den beiden blutigen Selbstmord-Anschlägen in Algerien bekannt. Eine entsprechende Erklärung im Internet veröffentlichte die Organisation 'El Kaida im islamischen Maghreb'. Bei einem Bombenanschlag auf eine Kaserne in der Hafenstadt Dellys waren am Samstag mindestens 30 Menschen getötet worden. Zwei Tage zuvor hatte ein Selbstmord-Attentäter in der Stadt Batna 20 Menschen in den Tod gerissen.

KABUL: Ein Großteil der Selbstmord-Attentate in Afghanistan wird nach einer neuen UN-Studie von jungen Afghanen verübt, die in Pakistan angeworben und ausgebildet werden. Motiv der Attentäter sei oftmals Rache für den Tod von Zivilisten bei Militäraktionen gegen die Taliban, heißt es in der in Kabul veröffentlichten Studie. Aus ihr geht auch hervor, dass die Zahl der Selbstmord- Anschläge in Afghanistan in den letzten Jahren rapide zugenommen hat. Während im Jahr 2005 lediglich 17 Attentate verübt wurden, waren es im vergangenen Jahr schon 123.

BERLIN: Die drei im Sauerland festgenommenen Terrorverdächtigen sind laut Medienberichten aus Pakistan gesteuert worden und sollten ihre Anschläge noch im September verüben. Darauf habe ihr Ansprechpartner von der Terrororganisation 'Islamische Dschihad-Union' gedrungen, berichten übereinstimmend der Berliner 'Tagesspiegel', 'Die Welt' und das Magazin 'Der Spiegel'. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft wollte sich zu den Berichten nicht äußern. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries lässt nach eigener Aussage derzeit prüfen, ob zum Bombenbau geeignete Chemikalien künftig nur noch gegen Angabe der Personalien an den Käufer abgegeben werden sollen.

BERLIN: Kanzlerin Angela Merkel will mit Ministerpräsidenten aus fünf Bundesländern und DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche über die geplanten Umstrukturierungen bei Airbus sprechen. Sie lud sie für den 18. September zu einem Treffen ein. Das Magazin 'Focus' berichtet, dabei solle die deutsche Strategie für das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen festgelegt werden. Airbus will sich von vier Werken in Deutschland trennen, allerdings, so Focus, nicht komplett. Es sollten jeweils 20 Prozent der Anteile behalten werden, um die Zulieferwerke besser kontrollieren zu können. Airbus und der Mutterkonzern EADS, dessen größter deutscher Aktionär DaimlerChrysler ist, stehen vor massiven Umstrukturierungen. Hauptgrund sind Probleme beim Großraumflugzeug A380.

RABAT: In Marokko haben die gemäßigten Islamisten den erwarteten Sieg bei der Parlamentswahl verpasst. Wie das Innenministerium in Rabat mitteilte, wurde die islamistische 'Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung' nur zweitstärkste Kraft. Die meisten Stimmen erzielte überraschend die national-konservative 'Istiklal'-Partei. Die großen Wahlverlierer sind die marokkanischen Sozialisten, die von Platz eins auf fünf zurückfielen. Die Wahlbeteiligung lag bei lediglich 37 Prozent.

GUATEMALA-STADT: Nach einem von politisch motivierten Morden überschatteten Wahlkampf werden heute im mittelamerikanischen Guatemala ein neuer Präsident, ein Parlament und die Bürgermeister gewählt. 16 Parteien haben insgesamt 14 Kandidaten in den Kampf um die Präsidentschaft geschickt. Erwartet wird allerdings ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem ehemalige Direktor des militärischen Geheimdienstes, Oto Pérez Molina, und dem Geschäftsmann Álvaro Colom. Auch Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú kandidiert. Stimmberechtigt sind in Guatemala fast sechs Millionen Menschen.

SAN FRANCISCO: Die Hoffnung, den seit knapp einer Woche vermissten amerikanischen Abenteurer Steve Fossett noch lebend zu finden, ist weiter gesunken. Nach Angaben von Einsatzleiterin Cynthia Ryan wurde die Suche in der Wüste des US-Staates Nevada mit 45 Flugzeugen und Hubschraubern mittlerweile auf eine Fläche von 44.000 Quadratkilometer ausgeweitet. Fossett war am Montag zu einem kurzen Rundflug gestartet, um geeignete Pisten für spätere Geschwindigkeitsversuche in der Wüste auszukundschaften. Der flugbegeisterte 63-Jährige hat als Pilot, Segler, Ballonflieger, Rennfahrer und Extremsportler 116 Rekorde aufgestellt.

VENEDIG: Der erotische Spionagethriller 'Lust Caution', zu deutsch: 'Gefahr und Begierde' des Regisseurs Ang Lee ist bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem 'Goldenen Löwen' als bester Film ausgezeichnet worden. Der aus Taiwan stammende Oskar-Preisträger wiederholte damit seinen Erfolg von 2005. Der Preis für die beste Regie ging an Brian De Palma für dessen Film 'Redacted', der vom Irak-Krieg handelt. Als beste Schauspielerin wurde Cate Blanchett ausgezeichnet. Hollywoodstar Brad Pitt erhielt den Preis als bester Schauspieler. Mit einem Preis für sein Lebenswerk wurde der italienische Regisseur Bernardo Bertolucci geehrt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur im Nordosten und im Südwesten heiter und meist trocken, sonst viele Wolken und örtlich Regen. Tageshöchstwerte zwischen 14 und 20 Grad.

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