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Nachrichten

Sonntag, 9. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: In Deutschland wird heute mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen an die Reichspogromnacht vor 70 Jahren erinnert. Bei der zentralen Feierstunde der Bundesregierung und des Zentralrats der Juden in Deutschland sprechen Kanzlerin Angela Merkel und Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch in der Synagoge im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Verbrechen wie am 9. November 1938 dürften sich nie wiederholen, betonte die Kanzlerin bereits in ihrer wöchentlichen Internet-Videobotschaft. Sie rief die Bürger auf, entschlossen gegen Rassismus und Antisemitismus vorzugehen. In der Reichspogromnacht hatten Nationalsozialisten in ganz Deutschland Synagogen und jüdische Geschäfte in Brand gesetzt. Viele Menschen wurden getötet oder in Konzentrationslager verschleppt.

GORLEBEN: Der Atommüll-Transport aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage in La Hague hat seinen Weg ins Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben fortgesetzt. Der Güterzug mit 123 Tonnen hochradioaktivem Müll ist mit mehrstündiger Verspätung unterwegs, nachdem sich drei Atomkraftgegner in der Nähe der deutsch-französischen Grenze an die Gleise gekettet hatten. Der Transport soll an diesem Sonntag Dannenberg erreichen, wo die Behälter auf Straßentieflader umgesetzt werden sollen. Am Zielort Gorleben sind erneut Protestaktionen geplant. Am Samstag hatten dort rund 15.000 Menschen gegen weitere Transporte von Nuklearmüll und für einen Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert.

SAO PAULO: Deutschland hat wirtschaftliche Schwellenländer wie China, Brasilien oder Indien aufgefordert, einen größeren Beitrag zum globalen Finanzsystem zu leisten, wenn sie künftig stärker mitreden wollten. Bei der Jahreskonferenz der so genannten G20-Staaten in Sao Paulo sagte Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen, dies könne etwa durch höhere Zahlungen an den Internationalen Währungsfonds oder die Weltbank geschehen. Zur Begründung verwies er auf die Haltung der Europäischen Union in dieser Frage. Finanzminister und Vertreter der Notenbanken bereiten zurzeit in Sao Paulo den Weltfinanz-Gipfel am 15. November in den USA vor. Gastgeber Brasilien, Indien und China fordern bereits seit längerem größere Mitspracherechte, neuerdings auch mehr Beteiligung beim Aufbau des angestrebten neuen Welt-Finanzsystems.

BONN: Die Deutsche Post will sich nach Presseinformationen weitgehend aus dem USA-Geschäft zurückziehen. Vorstandschef Frank Appel werde das drastische Sparprogramm am Montag präsentieren, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Vorgesehen sei der Abbau von tausenden Arbeitsplätzen, die meisten in den USA, aber auch in der Verwaltung in Deutschland. Die Deutsche Post macht derzeit im USA-Geschäft einen Verlust von rund fünf Millionen Dollar pro Tag. - Als Ursache gilt die Dominanz der US-Paketdienste FedEx und United Parcel Service.

MOSKAU: Mindestens 20 Menschen sind bei einem Unfall auf einem russischen Atom-U-Boot ums Leben gekommen. Bei einer Testfahrt im Japanischen Meer wurde offenbar versehentlich das Feuerlöschsystem ausgelöst. Für die Brandbekämpfung auf U-Booten werden teilweise besondere Chemikalien eingesetzt. An Bord waren 208 Mann Besatzung. Die 21 Verletzten wurden von einem russischen Zerstörer aufgenommen und in die Hafenstadt Wladiwostok gebracht. Radioaktivität trat nach Angaben eines Marinesprechers nicht aus. Präsident Dmitri Medwedew ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an.

KINSHASA: Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind an diesem Sonntag die Kämpfe zwischen Regierungsarmee und Tutsi-Rebellen wieder aufgeflammt. Ein Sprecher der UN-Mission sagte, heftiges Feuer werde aus der Gegend um die Stadt Ngungu gemeldet, etwa 60 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Goma.

TEL AVIV: In Israel haben zehntausende Menschen der Ermordung von Ministerpräsident Izchak Rabin vor 13 Jahren gedacht. Der Regierungschef war im November 1995 am Ende einer Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem religiösen Fanatiker erschossen worden. Dieser wollte damit den Friedensprozess mit den Palästinensern torpedieren und die Rückgabe besetzter Gebiete verhindern. Rabin hatte für Israel 1993 das Osloer Friedensabkommen unterzeichnet.

PORT-AU-PRINCE: In Haiti hat die Polizei den Besitzer der am Freitag eingestürzten Schule festgenommen. Dem Pastor, der das Gebäude auch errichtet hat, wird mehrfacher Mord vorgeworfen. Nach Angaben von Präsident René Preval stürzte das Gebäude wegen Konstruktionsmängeln ein. Bei dem Unglück kamen mindestens 88 Menschen ums Leben, etwa 150 weitere wurden verletzt. Unter den Trümmern des dreistöckigen Gebäudes am Rande der Hauptstadt Port-au-Prince werden noch weitere Opfer vermutet.

HAVANNA: Der Hurrikan 'Paloma' hat sich auf seinem Zug über Kuba abgeschwächt. Am Samstagabend war er zunächst mit Windgeschwindigkeiten von 200 Kilometern pro Stunde und schweren Regenfällen auf die Südost-Küste getroffen und hatte dort schwere Überschwemmungen ausgelöst. Die Stromversorgung brach gebietsweise zusammen. Mehrere hunderttausend Menschen waren zuvor bereits in Sicherheit gebracht worden. Meteorologen erwarten eine weitere Abschwächung des Sturms, der inzwischen in Richtung der Bahamas weiterzog.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordwest-Hälfte anfangs überwiegend stark bewölkt mit etwas Regen, später Übergang zu wechselnder Bewölkung. Im Süden und Osten zeitweise heiter. Höchstwerte zehn bis 15 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 10 Grad, leichter Regen;

Berlin und Dresden: 8 Grad, wolkenlos.

Köln/Bonn: 11 Grad, leichter Regen;

Frankfurt am Main: 9 Grad, leichter Regen.

München: 8 Grad, leicht bewölkt.

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