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Nachrichten

Sonntag, 9. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LISSABON: Die Länder der Europäischen Union und Afrikas wollen zum Abschluss ihres Gipfeltreffens in Portugal einen gemeinsamen Aktionsplan für eine vertiefte Partnerschaft verabschieden. Vorgesehen ist eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Migration, Handel, Energie, Klimawandel und Entwicklung. Zudem will die EU künftig Friedenstruppen der Afrikanischen Union stärker als bisher finanziell unterstützen. Die afrikanischen Staaten sollen sich zur Einhaltung von Menschenrechten verpflichten. Das Thema Menschenrechte hatte bereits am Samstag den Gipfel der Staats- und Regierungschefs bestimmt. Bundeskanzlerin Angela Merkel übte in diesem Zusammenhang scharfe Kritik an Simbabwes Präsidenten Robert Mugabe und prangerte auch Menschenrechtsverletzungen im Sudan an. Damit sorgte sie bei vielen der afrikanischen Teilnehmer für Widerspruch.

LISSABON: Angesichts der andauernden Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungssoldaten im Osten des Tschad hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy auf die baldige Entsendung der bereits seit Monaten beschlossenen EU-Truppe in die Region gedrungen. Es sei nicht nachvollziehbar, eine internationale Militärmission in die sudanesische Krisenregion Darfur zu unterstützen und eine EU-Mission im Tschad nicht, sagte Sarkozy auf dem EU-Afrika-Gipfel in Lissabon. Es handele sich um die gleiche Region und die Opfer seien die gleichen Völker. Der für den Herbst geplante Einsatz von 3.500 EUFOR-Soldaten im Tschad ist aus logistischen Gründen bereits mehrfach verschoben worden. Jetzt hofft die Europäische Union, den Einsatz kurz nach dem Jahreswechsel starten zu können.

WASHINGTON: Die USA und Russland wollen nochmals über den von den Amerikanern geplanten Raketenabwehrschild in Osteuropa verhandeln. Um in dem Streit doch noch zu einer Einigung zu kommen, sind am Donnerstag Gespräche ranghoher Rüstungsexperten in Budapest geplant, wie das US-Außenministerium mitteilte. Die US-Regierung hatte der russischen Führung im vergangenen Monat Kompromissvorschläge unterbreitet, um deren Sorgen über den Raketenschild zu zerstreuen. Die USA wollen Teile des Abwehrsystems in Polen und Tschechien stationieren, um sich vor Angriffen aus Staaten wie Iran oder Nordkorea zu schützen. Russland sieht sich durch das Raketenabwehrsystem in seiner nationalen Sicherheit bedroht.

WASHINGTON: Das US-Justizministerium und die interne Aufsicht des Geheimdienstes CIA haben wegen der Vernichtung von Videoaufnahmen von Verhören wichtiger Terrorverdächtiger erste Ermittlungen eingeleitet. Dabei geht es um den Vorwurf der Vertuschung. Der US-Geheimdienst hatte zuvor eingeräumt, Verhörvideos zerstört zu haben. Nach Medien-Berichten sollen darauf besonders harsche Verhörmethoden dokumentiert gewesen sein. Nach Angaben von CIA-Direktor Michael Hayden waren die Mitschnitte ein Sicherheitsrisiko. Wären sie an die Öffentlichkeit gelangt, wären die beteiligten CIA-Mitarbeiter möglicherweise der Rache von EL- Kaida-Extremisten ausgesetzt gewesen. - Die Aufnahmen waren Teil eines geheimen Verhörprogramms, das mit der Festnahme des mutmaßlichen hochrangigen El-Kaida-Mitglieds Abu Subaidah 2002 begonnen hatte.

BRÜSSEL: Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana rechnet nicht mit gewaltsamen Auseinandersetzungen im Kosovo. Trotz des Scheiterns der Verhandlungen über den künftigen Status der serbischen Provinz erwarte er, dass sich sowohl Serben als auch Albaner besonnen verhielten, sagte Solana der "Welt am Sonntag". Die Stabilität auf dem Balkan dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. Beobachter gehen davon aus, dass das Kosovo Anfang kommenden Jahres einseitig seine Unabhängigkeit ausrufen wird. Dies will die serbische Regierung verhindern.

BERLIN: Verfassungsschutz-Präsident Heinz Fromm hat vor einem übereilten Antrag auf Verbot der rechtsextremen NPD beim Bundesverfassungsgericht gewarnt. Bei einem solchen Verfahren müsste der Verfassungsschutz seine V-Leute aus der Partei abziehen, sagte Fromm im Deutschlandfunk. Dies hätte den Nachteil, dass es keinen Einblick in Interna der NPD mehr gebe. - 2003 hatte es das Bundesverfassungsgericht wegen der V-Mann-Problematik abgelehnt, sich mit einem NPD-Verbotsantrag zu befassen.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat erneut vor verfassungsfeindlichen Bestrebungen der Scientology-Organisation gewarnt. Der Zeitung 'Bild am Sonntag' sagte der CDU-Politiker, Scientology arbeite auch in Deutschland daran, politische Macht und Einfluss zu erringen. Das demokratische System werde von der Organisation abgelehnt. - Am Freitag hatte die Konferenz der Innenminister beschlossen, ein Verbot der Scientology-Organisation, die sich selbst als Kirche versteht, zu prüfen.

BERLIN: Wenige Wochen vor dem endgültigen Fall des Briefmonopols in Deutschland steht einer der größten Konkurrenten der Deutschen Post möglicherweise vor dem Aus. Presseinformationen zufolge erwägt der Axel-Springer-Verlag eine Schließung seiner Brieftochter PIN. Am Montag werde der Aufsichtsrat über die Zukunft des Briefdienstleisters entscheiden, heißt es in übereinstimmenden Magazinberichten. Von einer Insolvenz wären rund 9.000 Beschäftigte betroffen. In dieser Woche hatte PIN unter Verweis auf den kommenden Mindestlohn für die Postbranche angekündigt, etwa jeden zehnten Mitarbeiter zu entlassen. Springer hält den Mindestlohn für zu hoch.

WARSCHAU: In Polen sollen nach dem zweiten Fall von Vogelgrippe bei Nutzgeflügel im Laufe dieses Sonntags vorsorglich mehr als 100.000 Legehennen getötet werden. Wie die polnische Chefveterinärin Ewa Lech weiter mitteilte, wurden zudem etwa 100.000 Eier sichergestellt. Der gefährliche Virus H-5-N-1 war in Zentral-Polen nachgewiesen worden.

SEOUL: Zwei Tage nach dem Tankerunglück vor Südkorea ist es nach Behördenangaben gelungen, den Austritt von Öl aus dem Leck geschlagenen Schiff zu stoppen. Seit der Kollision des Tankers mit einem Frachtkahn am Freitag sind mehr als 10.000 Tonnen Rohöl ins Gelbe Meer gelaufen. Rund 17 Kilometer Küste sind durch das Öl verschmutzt. Tausende Helfer sind im Einsatz, um die bislang schlimmste Ölpest in der Geschichte des Landes zu bekämpfen.

CANBERRA: In Australien hat eine Explosionsserie große Teile einer Feuerwerksfabrik zerstört. Nach Angaben des Unternehmens wurden auf dem 150 Hektar großen Gelände 20 Gebäude zerstört und 30 beschädigt. Menschen kamen offenbar nicht zu Schaden. Die Behörden richteten eine Sperrzone von einem Kilometer im Umkreis der Fabrik ein und evakuierten mehrere Wohnhäuser in der Nähe des Werksgeländes. Anwohner berichteten, die Explosionen seien noch 30 Kilometer von der Fabrik entfernt zu hören gewesen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt mit etwas Sonne. Im Süden und an der Küste noch Schauer. Tagestemperaturen vier bis zehn Grad Celsius.

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