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Nachrichten

Sonntag, 8. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

KABUL/BONN: Zwei freie Mitarbeiter der Deutschen Welle sind im Norden Afghanistans von Unbekannten erschossen worden. Es handelt sich um die 30 Jahre alte Journalistin Karen Fischer und den 38-jährigen Techniker Christian Struwe. Sie waren durch längere Aufenthalte mit den Verhältnissen im Land vertraut und hielten sich zu Recherchen dort auf, allerdings nicht im Auftrag der Deutschen Welle. DW-Intendant Erik Bettermann zeigte sich tief betroffen und betonte, beide hätten Pionierarbeit beim Wiederaufbau des Mediensystems in Afghanistan geleistet. Außenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Tat auf das Schärfste und forderte umfassende Aufklärung. Die radikal-islamischen Taliban wiesen jede Beteiligung an dem Mord zurück. Ein Raubüberfall wurde von den afghanischen Behörden ausgeschlossen.

MOSKAU: In Russland ist eine prominente Journalistin und Kritikerin des Tschetschenien-Krieges ermordet worden. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Leiche von Anna Politkowskaja im Aufzug ihres Wohnblocks in Moskau gefunden. Am Tatort wurden eine Waffe und Patronenhülsen sichergestellt. Politkowskaja hatte sich durch ihre Reportagen über den Tschetschenien-Krieg weltweit einen Namen gemacht. Sie schrieb vor allem für die regierungskritische Zeitung 'Nowaja Gaseta'. Der Europarat reagierte mit Bestürzung auf die Ermordung der russischen Journalistin. Die Umstände ihres Todes müssten schnell aufgeklärt werden.

FRANKFURT AM MAIN: Der deutsche Soziologe Wolf Lepenies erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Verleihung der renomierten Auszeichnung in der Paulskirche gehört traditionell zu den Höhepunkten der Frankfurter Buchmesse, die am Abend zu Ende geht. Mit Lepenies werde der wissenschaftliche Schriftsteller, der anschaulich schreibende Biograf und der stilsichere Essayist geehrt, begründete der Stiftungsrat seine diesjährige Wahl. Der 65-jährige Preisträger gilt auch als Vermittler zwischen den Kulturen und trat in den vergangenen Jahren besonders für den Dialog mit dem Islam ein. Der Friedenspreis ist mit 25.000 Euro dotiert.


BRÜSSEL: In Belgien finden an diesem Sonntag Kommunalwahlen statt. Sie gelten vor der Parlamentswahl im kommenden Jahr als Stimmungstest für die Regierung von Ministerpräsident Guy Verhofstadt. Das Interesse richtet sich besonders auf das Abschneiden der ausländerfeindlichen Partei Vlamse Belang. Sie hatte vor sechs Jahren in der Hafenstadt Antwerpen gut ein Drittel der Stimmen bekommen und war stärkste politische Kraft geworden.

RIGA: Die regierende Mitte-Rechts-Koalition hat die Parlamentswahl in Lettland gewonnen. Nach Auszählung fast aller Stimmen erhielt die konservative Volkspartei von Ministerpräsident Aigars Kalvitis die meisten Stimmen. Ebenso wie ihre Koalitionspartner konnte die Volkspartei hinzugewinnen. Regierungschef Kalvitis hatte den Bürgern zugesichert, das Land auf die Einführung des Euro vorzubereiten. Es war die erste Parlamentswahl in Lettland seit dem Beitritt des baltischen Staates zur Europäischen Union 2004.

BERLIN: In der großen Koalition bahnt sich ein neuer Konflikt an. Dabei geht es um Nachbesserungen bei der umstrittenen Arbeitsmarktreform 'Hartz IV'. Die Union will Sanktionen gegen Langzeitarbeitslose, die Job-Angebote ablehnen, nochmals verschärfen. In einem internen Arbeitspapier sprechen sich CDU und CSU für Leistungskürzungen und stärkere Kontrollen aus, um die stark gestiegenen Kosten einzudämmen. SPD-Fraktionschef Peter Struck und andere Sozialdemokraten teilten mit, sie würden die Vorschläge der Union nicht mittragen.

BERLIN: Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat vor gesellschaftlichen Problemen durch eine immer größer werdende Unterschicht in Deutschland gewarnt. In weiten Teilen der Bevölkerung lasse das Streben nach einem sozialen Aufstieg nach, beklagt Beck in der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung'. Es gebe zu viele Menschen, die keinerlei Hoffnung auf Besserung mehr hätten. Sie würden sich mit ihrer Situation abfinden. Hier müsse der Staat gegensteuern.

BERLIN: Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat die Regierung aufgefordert, ihr Vorgehen in der Gesundheits-, Renten- und Arbeitsmarktpolitik zu korrigieren. Auf Grund der steigenden Steuereinnahmen gebe es Spielräume, die Bürger zu entlasten, sagte DGB-Chef Michael Sommer. Man sehe doch, dass bereits die - wie Sommer formulierte - Basta-Politik des früheren Kanzlers Gerhard Schröder nichts gebracht habe. Regierungschefin Angela Merkel werde es genauso ergehen. Zugleich plädierte der DGB-Vorsitzende für eine Sonderabgabe für Konzerne, die Arbeitsplätze in Deutschland abbauten.

PEKING: Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe ist zu politischen Gesprächen in China eingetroffen. Er will bei seiner ersten Auslandsreise als neuer Regierungschef nach Wegen suchen, das belastete Verhältnis zum Nachbarland gleich zu Beginn seiner Amtszeit zu verbessern. Ein Schwerpunkt der Gespräche in Peking mit dem Staats- und Parteichef Hu Jintao sowie Ministerpräsident Wen Jiabao wird der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm sein. Trotz der Warnung des UN-Sicherheitsrats hält Nordkorea an seiner Drohung fest, eine Atombombe zu testen. Pjöngjang wollte Spekulationen weder bestätigen noch dementieren, wonach der Atomtest an diesem Sonntag erfolgen könnte, dem neunten Jahrestag der Machtübernahme von Kim Jong Il.

KATHMANDU: In Nepal haben Regierung und maoistische Rebellen ihre Friedensverhandlungen wieder aufgenommen. Ministerpräsident Girija Prasad Koirala sowie die Vorsitzenden des regierenden Sieben-Parteien-Bündnisses kamen in der Hauptstadt Kathmandu mit Rebellenführer Prachanda zusammen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen die Entwaffnung der Rebellen sowie die Zukunft der Monarchie. Die Regierung verlangt, dass die Maoisten die Waffen niederlegen, bevor sie der bereits im Juni vereinbarten Interimsregierung beitreten. Diese soll eine neue Verfassung ausarbeiten. Die Verhandlungen waren Mitte Juni unterbrochen worden.

ZUM SPORT: Formel 1-Weltmeister Fernando Alonso auf Renault hat den Großen Preis von Japan vor Ferrari-Pilot Felippe Massa und seinem Markengefährten Giancarlo Fisichella gewonnen. Michael Schumacher schied vorzeitig mit Motorschaden aus. Vor dem letzten Rennen in Brasilien hat Alonso jetzt zehn Punkte Vorsprung.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Donautal zähe Nebelfelder. Sonst meist längere Zeit sonnig. Höchstwerte zwischen 15 und 20 Grad.
Zuletzt meldeten:

Hamburg und Berlin: 11 Grad, stark bewölkt;
Dresden: 9 Grad, einige Wolken;
Köln/Bonn: 7 Grad, leicht bewölkt;
Frankfurt am Main: 6 Grad, Nebelschwaden und
München: 6 Grad, leicht bewölkt.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 08.10.2006
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  • Datum 08.10.2006
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