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Nachrichten

Sonntag, 8. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

ANKARA: In der Türkei breitet sich die Vogelgrippe immer weiter aus. Mittlerweile wurde das Virus auch bei Hühnern in der nordwestlichen Provinz Bursa nachgewiesen. Bursa liegt rund 1.400 Kilometer von den am stärksten betroffenen Gebieten im Osten des Landes entfernt. Laut Medienberichten wurde inzwischen bei zwei weiteren Kindern der gefährliche Virus-Typ "H5N1" diagnostiziert. In der Klinik der osttürkischen Stadt Van, in der die Kinder behandelt werden, waren in den vergangenen Tagen bereits drei von vier Geschwistern einer anderen Familie an Vogelgrippe gestorben. In Deutschland wird unterdessen der Ruf nach schärferen Kontrollen von Transporten und Reisenden lauter, um ein Einschleppen der Krankheit zu verhindern.

WASHINGTON: Der ehemalige Fraktionschef der Republikaner im US-Repräsentantenhaus, Tom DeLay, hat seinen endgültigen Verzicht auf den Posten erklärt. Der Vertraute von Präsident George W. Bush hatte sein Amt bereits im September niedergelegt, nachdem er wegen illegaler Wahlkampffinanzierung und Geldwäsche angeklagt worden war. Nach Abschluss des Verfahrens wollte Delay den Fraktionsvorsitz jedoch wieder übernehmen. Zuletzt war der 58-Jährige sogar aus den eigenen Reihen unter Druck gesetzt worden, auf den Posten zu verzichten. DeLay soll auch in den Korruptionsskandal um den US-Lobbyisten Jack Abramoff verstrickt sein.

JERUSALEM: Der Zustand des schwer kranken israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon ist unverändert ernst. Wie ein Krankenhaussprecher in Jerusalem mitteilte, wollen die Ärzte nach einer weiteren Hirnuntersuchung entscheiden, wann Scharon aus dem künstlichen Koma geholt wird. Erst nach dem allmählichen Absetzen der Narkosemittel könne man einschätzen, welche Schäden der 77-Jährige erlitten habe. Ein Chirurg bezeichnete die Überlebenschancen des Regierungschefs als "sehr hoch". Die Ärzte sind sich allerdings einig, dass Scharon seine Amtsgeschäfte voraussichtlich nicht wieder aufnehmen kann.

BAGDAD: Nach mehr als vierwöchiger Geiselhaft im Irak ist ein Ingenieur aus Frankreich wieder frei. Das bestätigten die irakische Polizei und die französische Regierung. Der 52-jährige Mitarbeiter einer Hilfsorganisation war Anfang Dezember in Bagdad verschleppt worden. Keine Informationen gibt es über das Schicksal der US-Journalistin, die in der irakischen Hauptstadt am Samstag entführt worden war. Die Journalisten-Organisation "Reporter ohne Grenzen" rief zu Solidaritätsveranstaltungen auf.

SINGAPUR: Der asiatische Stadtstaat Singapur hat die bisher größte Anti-Terror-Übung seiner Geschichte abgehalten. Die Behörden simulierten Bombenanschläge auf das Nahverkehrssystem und einen Angriff mit chemischen Waffen. An der kurzfristig angekündigten Übung nahmen mehrere tausend Menschen teil.

PORT-AU-PRINCE: Der Befehlshaber der UN-Friedenstruppe in Haiti ist tot in seinem Hotelzimmer in Port-au-Prince aufgefunden worden. Vertreter der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass der brasilianische General Urano Teixeira Da Matta Bacellar Selbstmord begangen hat. UN-Generalsekretär Kofi Annan ordnete eine Untersuchung an. - Unterdessen wurde bekannt, dass die Präsidenten- und Parlamentswahlen in Haiti nun am 7. Februar stattfinden sollen. Der Wahltermin war wegen organisatorischer Probleme bereits mehrfach verschoben worden.

BERLIN: Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat die geplante Verschärfung des Zuwanderungsrechts kritisiert. Mit einer Erhöhung des Nachzugsalters von Ehepartnern auf 21 Jahre würden Zwangsehen nicht verhindert, sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Kenan Kolat, in Berlin. Das Vorhaben sei verfassungswidrig. Das Bundesinnenministerium hatte zuvor einen Pressebericht bestätigt, wonach die Bundesregierung das Ausländerrecht in wichtigen Punkten verschärfen will, um so Zwangsehen, Prostitution und Schleusung zu erschweren. Das Gesetz solle im Sommer in Kraft treten.

BERLIN: Im Skandal um so genanntes "Gammelfleisch" hat
Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner die deutschen Landwirte in Schutz genommen. Die Probleme habe es "meistens im vor- oder nachgelagerten Bereich der Lebensmittelkette" gegeben, sagte Sonnleitner der Zeitung "Tagesspiegel am Sonntag". Er verlangte eine rasche Umsetzung der Regierungspläne zur Kontrolle des Fleischhandels und zum Verbraucherschutz. Trotz des jüngsten Skandals um verdorbene Fleischwaren wollen die meisten Bundesländer keine zusätzlichen Lebensmittelkontrolleure einstellen.

CHAMBERY: Etwa 4.500 Menschen haben im französischen Chambery gegen den geplanten Bau einer TGV-Hochgeschwindigkeitsbahn von Lyon nach Turin demonstriert. Die meisten Demonstranten waren in Bussen aus Italien in die Voralpenstadt gekommen. Sie befürchten eine Zerstörung des italienischen Susa-Tales durch den Trassenbau. - Die 12,5 Milliarden Euro teure Bahnverbindung soll 2020 fertig sein.

WIEN: Der österreichische Bergsteiger und Schriftsteller Heinrich Harrer ist im Alter von 93 Jahren in seiner Heimat Kärnten gestorben. Der Alpinist hatte 1938 als Erster die Eiger-Nordwand bestiegen. Während einer Expedition im Himalaya geriet er 1944 in britische Gefangenschaft, konnte aber aus dem Internierungslager nach Tibet fliehen. Dort wurde er Berater des damals jungen Dalai Lama. Über diese Zeit schrieb Harrer das Buch 'Sieben Jahre in Tibet', das später verfilmt wurde.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Östlich der Elbe meist sonnig. Im Tagesverlauf auch nach Westen hin stärker aufgeheitert, stellenweise aber noch neblig-trüb. Höchstwerte zwischen minus zwei und plus fünf Grad.

  • Datum 08.01.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/7lJj
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