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Nachrichten

Sonntag, 8. Februar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. »

MÜNCHEN: Verteidigungsminister Franz-Josef Jung hat sich für eine neue Strategie der NATO bei ihrem Einsatz in Afghanistan ausgesprochen. Bei der Münchner Sicherheitstagung warb Jung für eine Kombination aus militärischen und zivilen Maßnahmen. Vordringlich sei die weitere Ausbildung der Sicherheitskräfte. Der afghanische Präsident Hamid Karsai wies darauf hin, dass der Kampf gegen den Terrorismus in seinem Land noch nicht gewonnen sei. Mit Blick auf die wiedererstarkten radikal-islamischen Taliban räumte er ein, nicht genug für den Aufbau von Polizei und Strafvollzugsbehörden unternommen zu haben. Der amerikanische Sicherheitsberater James Jones bekräftigte den neuen Kurs seiner Regierung, wonach die künftige US-Strategie in Afghanistan eng mit den Parterländern abgestimmt werden solle.

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos soll trotz seines Rücktrittsgesuchs im Amt bleiben. Der CSU-Vorsitzende, Horst Seehofer, teilte mit, er wolle der überraschenden Bitte seines Parteifreundes nicht entsprechen. Seehofer, der auch bayerischer Ministerpräsident ist, kündigte an, mit Glos persönlich über dessen Beweggründe sprechen zu wollen. Der 64-jährige Wirtschaftsminister hatte mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst auf sein Alter und die notwendige Reform der CSU verwiesen. Nach dem schlechten Abschneiden der Partei bei der bayerischen Landtagswahl seien 'Erneuerung, Gestaltungskraft und Glaubwürdigkeit' notwendig, so Glos. Formell ist Kanzlerin Angela Merkel für den Vorgang zuständig. Laut 'Bild am Sonntag' sollen sie und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) sich gegen einen Rücktritt von Wirtschaftsminister Glos ausgesprochen haben.

SYDNEY: Bei den unkontrolliert wütenden Buschbränden im Südosten Australiens steigt die Zahl der Toten weiter. Die Polizei spricht jetzt von mindestens 76 Toten. Damit handelt es sich um die bislang folgenschwerste Feuerkatastrophe in der australischen Geschichte. Heftige Winde und extrem hohe Temperaturen von mehr als 46 Grad Celsius fachen die Brände weiter an. Besonders betroffen ist das Hinterland der Millionen-Metropole Melbourne. Dort fielen bereits riesige Flächen der Feuerwalze zum Opfer. Einige der Feuer wurden Polizeiangaben zufolge absichtlich gelegt. Es wird befürchtet, dass die Feuer auch auf Randbezirke der Städte Sydney und Melbourne übergreifen könnten. 30.000 freiwillige Helfer sind im Einsatz.

CARACAS: Vor dem Verfassungsreferendum über eine unbegrenzte Wiederwahl des Präsidenten hat es in Venezuelas Hauptstadt eine Großdemonstration gegen Amtsinhaber Hugo Chávez gegeben. Über die Zahl der Demonstranten gibt es bislang keine offiziellen Angaben. In örtlichen Medien heißt es, mehr als 600. 000 Menschen hätten sich an den Protesten gegen Chavez beteiligt. Nächsten Sonntag entscheiden 16 Millionen wahlberechtigte Venezolaner per Verfassungsreferendum, ob der Staatsführer unbegrenzt wiedergewählt werden darf oder ob er nach zwei Amtszeiten abtreten muss.--Das Parlament hatte für die Verfassungsänderung und unbegrenzte Wiederwahl des Präsidenten gestimmt. Entscheidend bleibt aber das Referendum. Eine erste Volksabstimmung in dieser Sache war 2007 gescheitert.

ANTANANARIVO: Auf der ostafrikanischen Insel Madagaskar haben Soldaten im Anschluss an eine Kundgebung der Opposition das Feuer auf Demonstranten eröffnet. Medienberichten zufolge kamen dabei in der Hauptstadt Antananarivo etwa 30 Menschen ums Leben. Darunter sollen auch zwei Journalisten sein. Viele Oppositionsanhänger seien verletzt worden, heißt es. Etwa 10.000 Menschen hatten zuvor versucht, ein Regierungsgebäude zu stürmen. Dort stellten sich ihnen schwer bewaffnete Soldaten einer Spezialeinheit in den Weg. - Vor einer Woche hatte sich auf Madagaskar der bisherige Oppositionsführer Andry Rajoelina selbst zum Präsidenten ernannt. Er wirft der bisherigen Regierung Machtmissbrauch vor.

BERN: Die Schweizer stimmen an diesem Sonntag über die Ausdehnung der so genannten Personenfreizügigkeit auch auf Rumänien und Bulgarien ab. Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet, da ein Nein erhebliche Auswirkungen auf das Verhältnis der Schweiz zur Europäischen Union hätte. Derzeit können Bürger aus 25 der 27 EU-Staaten mit nur wenigen Einschränkungen in der Schweiz leben und arbeiten, wie dies umgekehrt für Schweizer in der EU gilt. Diese Personenfreizügigkeit soll nach dem Willen der Regierung in Bern nun auch für Rumänien und Bulgarien gelten.

COLOMBO: In Sri Lanka sind nach offiziellen Angaben in den vergangenen Tagen mindestens 10.000 Menschen aus dem Gebiet geflohen, in dem sich Regierungstruppen und Tamilen-Rebellen Kämpfe liefern. Die Berichte sind jedoch von unabhängiger Seite nicht zu prüfen, da Journalisten und internationale Beobachter nicht in das Konfliktgebiet im Nordosten des Inselsstaates reisen dürfen. Als sicher gilt, dass dort etwa 250.000 Menschen zwischen die Fronten geraten sind. Die Regierung Sri Lankas hat erklärt, die tamilischen Rebellen würden in wenigen Tagen völlig besiegt sein. Diese kämpfen seit fast 40 Jahren für einen eigenen Staat.

LONDON: Die britische Regierung will Management und Prämienzahlungen bei Banken überprüfen lassen. Es dürften nicht die Leute belohnt werden, deren übertriebene Risikobereitschaft die Banken ins Taumeln gebracht und Millionen Kunden ins Unglück gestürzt hätten, sagte Finanzminister Alistair Darling. In der nächsten Woche müssen die Chefs einer Reihe von Großbanken im Parlament Rede und Antwort stehen, darunter Manager von Lloyds, Royal Bank of Scotland, Barclays und Santander.

NEW YORK: Nach General Motors plant nun auch der US-Autohersteller Chrysler angesichts der Wirtschaftskrise weitere Werksschließungen. Dies berichtet das 'Wall Street Journal'. Chrysler, bis vor einiger Zeit Teil des Daimler-Konzerns, verfügt in den Vereinigten Staaten noch über zwölf Montagewerke. Die US-Autobauer hatten ihre Sanierungspläne bei der US-Regierung vorlegen müssen, um an staatliche Milliardenhilfen zu gelangen. - Nachdem sich in Washington die Demokraten mit einer kleinen Gruppe oppositioneller Republikaner auf einen Kompromiss in Sachen Konjunkturpaket verständigt haben, warb US-Präsident Barack Obama erneut persönlich für seine Vorschläge. Der Wirtschaft würde eine Billiarde Dollar fehlen, wenn die Regierung keine mutigen Maßnahmen ergreife, schrieb Obama in einer E-Mail-Botschaft an seine Unterstützer.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Westen Auflockerungen und nur vereinzelt Schauer. Im Osten und Süden Schneefall, am Alpenrand auch länger anhaltend. Höchstwerte null bis fünf Grad Celsius.

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