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Nachrichten

Sonntag, 7. Juni 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Vor einem neuen Krisentreffen über die drohende Zahlungsunfähigkeit des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor hat der Chef des Konkurrenten Metro, Eckhard Cordes, für seine Übernahmepläne geworben. Es werde "gezaudert, letztlich auf dem Rücken der Mitarbeiter", kritisierte Cordes in der Zeitung "Bild am Sonntag". Er strebt eine Übernahme von Karstadt durch die Metro-Tochter Kaufhof an. Außer Cordes und Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick werden auch Vertreter der Investmentbank Goldman Sachs und des Großaktionärs Sal. Oppenheim an dem Treffen teilnehmen. Arcandor droht nach eigenen Angaben bereits am Montag die Insolvenz, sollte die Bundesregierung den beantragten Notkredit über 437 Millionen Euro nicht bewilligen. In einer Woche wäre man zahlungsunfähig, da ein Kredit über 650 Millionen Euro ausläuft.

WASHINGTON: Der geplante Verkauf des insolventen US-Autobauers Chrysler an eine Gruppe unter Leitung des italienischen Fiat-Konzerns droht sich weiter zu verzögern. Drei Pensionsfonds, bei denen Chrysler mit rund 42 Millionen Dollar in der Kreide steht, legten erneut Berufung gegen den Verkauf ein. Damit muss nun das Oberste US-Gericht entscheiden. Die Fonds werfen dem Finanzministerium vor, Gelder aus dem Banken-Rettungspaket für Chrysler verwendet und damit Kompetenzen überschritten zu haben. Außerdem seien im Insolvenzverfahren Inhaber von besicherten Anleihen im Vergleich zu den Gewerkschaften zu schlecht behandelt worden. Ein US-Berufungsgericht in New York hatte diese Vorwürfe vor wenigen Tagen noch zurückgewiesen.

BERLIN: In Deutschland und 18 weiteren EU-Staaten sind die Bürger an diesem Sonntag zur Wahl eines neuen Europa-Parlaments aufgerufen. Mit den Abstimmungen wird der am Donnerstag begonnene Wahlmarathon in den 27 EU-Ländern mit insgesamt 375 Millionen Stimmberechtigten abgeschlossen. Offizielle Ergebnisse werden EU-weit erst am späten Sonntagabend nach Schließung aller Wahllokale bekanntgegeben. - In Deutschland sind rund 62 Millionen Bundesbürger aufgerufen, über die Verteilung der 99 deutschen Sitze im Europaparlament mit seinen insgesamt 736 Abgeordneten zu entscheiden. - Eine Prognose über den Wahlausgang wird kurz nach 18.00 Uhr MESZ veröffentlicht.

DUBLIN: Die Iren haben der Partei von Ministerpräsident Brian Cowen bei den Europawahlen eine Niederlage bereitet. Nach Prognosen rutschte die konservative Fianna Fail um mehr als sechs Prozent auf rund 23 Prozent der Stimmen ab. Die Oppositionspartei Fine Gael kam auf etwa 30 Prozent und wurde damit erstmals seit Jahrzehnten stärkste Kraft in Irland. Beobachter sehen darin vor allem einen Denkzettel für die Innenpolitik der Regierung Cowen, nicht aber eine Verstärkung anti-europäischer Stimmungen. In Lettland konnten zwei Parteien der russischstämmigen Minderheit zusammen mehr als 30 Prozent erringen und damit überraschend stark zulegen. In den anderen EU-Ländern, in denen am Samstag gewählt wurde, gab es keine Prognosen.

BRASILIA: Bei der Suche nach der abgestürzten Air-France-Maschine sind im Atlantik Teile der Tragfläche und weitere Flugzeugsitze gefunden worden. Zuvor hatte die brasilianische Luftwaffe rund 650 Kilometer nördlich der Inselgruppe Fernando de Noronha bereits zwei männliche Leichen geborgen. Unklarheit herrscht weiter über die Ursache des Absturzes. Ermittler untersuchen derzeit, ob eine falsche Fluggeschwindigkeit zu der Katastrophe geführt hat. Hintergrund ist, dass es bei den Airbus-Langstreckenmaschinen der Air-France Probleme mit den Geschwindigkeitssensoren gibt. Der Airbus A330 war in der Nacht zum Montag auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris über dem offenen Meer abgestürzt. An Bord waren 228 Menschen.

BEIRUT: Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen wählen die Bürger des Libanon ein neues Parlament. Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet zwischen den pro-westlichen Parteien unter Führung des sunnitischen Ministerpräsidenten Fuad Siniora und der schiitischen Hisbollah. Sie wird von Syrien und dem Iran unterstützt. Ein Wahlerfolg der Hisbollah gilt als möglich, weil sie ein Bündnis mit der Partei des christlichen Ex-Generals Michel Aoun eingegangen ist. Die 128 Sitze des Beiruter Parlaments müssen jeweils zur Hälfte von Muslimen und Christen besetzt werden. Insgesamt sind 3,2 Millionen Libanesen zu der Abstimmung aufgerufen. Das Wahlergebnis soll am Montag bekanntgegeben werden.

MOGADISCHU: In Somalia ist es erneut zu schweren Kämpfen zwischen islamistischen Aufständischen und regierungstreuen Milizen gekommen. Nach Angaben einer örtlichen Menschenrechtsgruppe wurden dabei seit Freitag im Zentrum des afrikanischen Landes mehr als 120 Menschen getötet. Andere Quellen sprechen von mindestens 64 Toten. Angaben einer regierungsnahen Miliz, bei den Kämpfen sei der Anführer der Islamisten, Scheich Hassan Dahir Aweys, getötet worden, wiesen die Rebellen zurück.

VENEDIG: Die 53. Kunstbiennale in Venedig ist von diesem Sonntag an für das Publikum geöffnet. Bis Ende November zeigen mehr als 90 Künstler aus 77 Ländern ihre Werke in der Lagunenstadt. Beim Festakt zur Eröffnung wurden die Japanerin Yoko Ono und der Amerikaner John Baldessari für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Der Deutsche Tobias Rehberger erhielt einen Goldenen Löwen als bester Künstler. Die Biennale gilt als das älteste und bedeutendste internationale Forum für zeitgenössische Kunst.

ZUM FUSSBALL: Die Niederlande haben sich als erste europäische Mannschaft für die Endrunde der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika qualifiziert. Nach einem 2:1-Sieg auf Island ist dem "Oranje"-Team in der Gruppe 9 schon am drittletzten Spieltag das WM-Ticket nicht mehr zu nehmen. Zuvor hatten bereits Japan, Australien und Südkorea vorzeitig ihre Teilnahme perfekt gemacht.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordhälfte nachlassender Regen. Sonst teils Sonne, teils Wolken. Maximal 13 bis 20 Grad. --- Im Tagesverlauf vor allem südlich des Mains und vom Rhein her Schauer und örtlich Gewitter.

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