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Nachrichten

Sonntag, 7. Januar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

NEW YORK/BAGDAD: Der neue UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die irakische Regierung nachdrücklich aufgefordert, alle geplanten Hinrichtungen auszusetzen. Ban habe einen entsprechenden Appell an den irakischen UN-Botschafter übermittelt, teilten die Vereinten Nationen mit. Nach Angaben aus Bagdad wurde für die Hinrichtung von zwei Gefolgsleuten des Ex-Machthabers Saddam Hussein noch kein Termin festgelegt. Es war spekuliert worden, der ehemalige Geheimdienstchef Barsan el Tikriti und der frühere Gerichtspräsident Awad el Bandar würden an diesem Sonntag gehängt. Die beiden Männer waren zusammen mit Saddam wegen eines Massakers an Schiiten zum Tode verurteilt worden.

WASHINGTON: US-Verteidigungsminister Robert Gates soll Präsident George W. Bush eine Aufstockung der Truppen im Irak um zunächst 10.000 Mann empfohlen haben. Im Frühjahr solle dann eine weitere Aufstockung um 10.000 Soldaten geprüft werden, berichtet der Fernsehsender CBS. Das Weiße Haus wollte den Bericht nicht kommentieren. Führende Vertreter der neuen demokratischen Mehrheit im Kongress hatten Bush aufgefordert, auf eine Verstärkung der Truppen im Irak zu verzichten und vielmehr den Abzug einzuleiten. Bush will seine neue Irak-Strategie kommende Woche vorstellen.

KABUL: Bei einem Bombenanschlag in Afghanistan sind nach Angaben der Behörden vier Menschen getötet worden. Bei den Opfern handle es sich um zwei Kinder und zwei Frauen, teilte die Polizei mit. Sie seien in einem Auto im Grenzgebiet zu Pakistan unterwegs gewesen, als muslimische Extremisten einen am Straßenrand versteckten Sprengsatz gezündet hätten.

RAMALLAH: Der Konflikt zwischen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der radikalislamischen Hamas um deren Sicherheitskräfte spitzt sich zu. Abbas sagte, die Miliz der Hamas sei illegal und werde als solche behandelt, wenn sie nicht sofort in die rechtmäßigen Sicherheitskräfte eingegliedert werde. Die Hamas warnte daraufhin davor, gegen ihre bewaffnete Truppe vorzugehen, die Teil des Innenministeriums sei. Die Truppe soll nach Angaben eines Sprechers in Kürze auf 12.000 Mann aufgestockt werden, was einer Verdoppelung entspricht.

BERLIN: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat ein stärkeres Engagement Deutschlands im Kosovo angekündigt. Genaue Zahlen könne er noch nicht nennen, aber natürlich wolle Deutschland im Rahmen der EU seiner Verantwortung im Kosovo gerecht werden, sagte Steinmeier der 'Bild am Sonntag'. Man brauche sich nur an die Schrecken der Balkankriege in den 90er Jahren zu erinnern, um zu wissen, dass Stabilität auf dem Balkan ein sehr hohes Gut sei. Die EU, die die Verantwortung von den Vereinten Nationen übernehme, werde alles daran setzen, neue Konflikte im Kosovo zu verhindern.

BREMEN: Mit Beratungen zur Familien- und Europapolitik hat die SPD-Führung ihre Vorstandsklausur fortgesetzt. Zum Abschluss des zweitägigen Treffens in Bremen will die Partei einen Beschluss fassen, nach dem Vorschulkinder bis 2010 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erhalten sollen. In der Europapolitik dringt die Partei auf eine Vereinheitlichung der Steuergesetze in der EU, um Lohndumping zu verhindern. Während der deutschen Ratspräsidentschaft müsse auch das europäische Sozialmodell stärker verankert werden. Am Samstag hatte der SPD-Vorstand den Entwurf für ein neues Partei-Programm gebilligt und eine Erklärung zur Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik verabschiedet. Darin sprechen sich die Sozialdemokraten für die steuerliche Entlastung von Geringverdienern aus.

STUTTGART: FDP-Chef Guido Westerwelle hat die Bundesregierung aufgerufen, den Wirtschaftsaufschwung als Chance für Strukturreformen zu nutzen. Beim traditionellen Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart wies Westerwelle Forderungen nach einer Reformpause vehement zurück. Die Konjunkturkrise sei vorerst vorbei, die strukturellen Probleme des Landes seien aber noch lange nicht gelöst. Scharfe Kritik übte Westerwelle an der umstrittenen Gesundheitsreform und an der Mehrwertsteuererhöhung. Der Parteivorsitzende betonte, die Liberalen wollten sich für die "breite Mitte" der Gesellschaft einsetzen. Den Vorwurf, die FDP betreibe eine Politik der sozialen Kälte, wies Westerwelle nochmals zurück.

BERLIN: Trotz des massiven Widerstands aus der CSU gehen Spitzenpolitiker von Christsozialen und SPD von einem Gelingen der Gesundheitsreform aus. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber - CSU - sagte der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung', er sei optimistisch, dass die Gesundheitsreform planmäßig inkrafttrete. SPD-Chef Kurt Beck sagte im deutschen Fernsehen, von der sozialdemokratischen Seite stehe die Gesundheitsreform. Dagegen hat die baden-württembergische CDU ihre Kritik an der Gesundheitsreform überraschend wieder verschärft und neue Bedingungen gestellt. Der Generalsekretär der Südwest-CDU, Thomas Strobl, knüpfte die Zustimmung der baden-württembergischen CDU an ein Entgegenkommen des Bundes bei Verkehrsinvestitionen. Im März steht die Entscheidung über das Milliarden-Bahn-Projekt Stuttgart 21 an.

JAKARTA: Indonesien hat die Suche nach dem fast eine Woche vermissten Passagierflugzeug der Gesellschaft 'Adam Air' forciert. Die Regierung beorderte vier Kriegsschiffe in das Gebiet nördlich der Insel Sulawesi. Die 17 Jahre alte Boeing-737 war am Montag auf dem Flug von Java nach Sulawesi spurlos von den Radarschirmen verschwunden. An Bord befanden sich 102 Menschen.TOKIO: Heftige Schneestürme haben in Teilen Japans zu einem Verkehrschaos geführt. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen, Züge im Norden des Landes standen still. Betroffen ist vor allem die Insel Hokkaido.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden wolkig, von der Nordsee neuer Regen. Im Osten und an den Alpen abziehender Regen, später wie schon im Westen teils freundlich. Höchsttemperaturen sechs bis elf Grad.

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