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Nachrichten

Sonntag, 7. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PESCHAWAR: Im Nordwesten Pakistans haben Rebellen nach Polizeiangaben ein Nachschub-Terminal überfallen und mehr als 100 Lastwagen mit Militärgütern in Brand gesteckt, die für die NATO in Afghanistan bestimmt waren. Ein Polizeioffizier berichtete, an dem Angriff auf die Verladestation nahe Peschawar seien etwa 250 Extremisten mit Raketen und Granaten beteiligt gewesen. Ein Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma sei getötet worden, mehrere seien entwaffnet worden. Nach dem spektakulären Überfall wachsen die Sorgen, dass Taliban-Milizionäre die Transportverbindung nach Afghanistan über den Kyber-Pass unterbrechen oder empfindlich stören könnten.

HAMBURG: SPD-Fraktionschef Peter Struck hat den bevorstehenden Bundeswehr-Einsatz gegen Piraten vor Somalia als Kampfeinsatz bezeichnet. Die Räuber verfügten über Waffen, die auch ein Schiff bekämpfen könnten, sagte er dem 'Hamburger Abendblatt'. Die Bundeswehr werde voraussichtlich mit einer Fregatte und bis zu eintausend Soldaten vor der ostafrikanischen Küste vertreten sein. Struck wies Befürchtungen zurück, der zusätzliche Auslandseinsatz führe zu einer Überforderung der Bundeswehr.

WIEN: Der Chef der UN-Atombehörde, Mohammed El Baradei, hat die seit fünf Jahren dauernden Verhandlungen über das iranische Nuklearprogramm als "gescheitert" bezeichnet. Im Rückblick hätten auch die internationalen Sanktionen nichts genützt, sondern eher zu einer Verhärtung der Position Teherans geführt, sagte El Baradei der "Los Angeles Times". Viele Iraner, die das Regime nicht mögen, hätten sich ihm angeschlossen, weil sie ihr Land in einem Belagerungszustand wähnten. Er setze nun auf neue internationale Verhandlungen unter der Führung des künftigen US-Präsidenten Barack Obama.

ATHEN: Nach dem Tod eines Jugendlichen bei einem Polizei-Einsatz ist es in der griechischen Hauptstadt Athen zu Ausschreitungen gekommen. Der 15-Jährige gehörte nach Polizeiangaben zu einer Gruppe von randalierenden Autonomen, die ein Polizeiauto mit Steinen beworfen hatte. Augenzeugen sprachen dagegen von kaltblütigem Mord. Hunderte Jugendliche seien daraufhin randalierend durch die Straßen gezogen, hätten Schaufenster zerschmettert und Abfallcontainer in Brand gesetzt, berichtete die Polizei. Auch in anderen Städten kam es zu teils gewalttätigen Protesten.

PEKING/ DANZIG: China hat das Treffen des französischen Präsidenten und EU-Ratsvorsitzenden Nicolas Sarkozy mit dem Dalai Lama in scharfer Form kritisiert. Die Begegnung mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter ungeachtet der chinesischen Warnungen sei "opportunistisch, unbesonnen und kurzsichtig", so der Kommentar der amtlichen Pekinger Agentur Xinhua. Diese Entwicklung unterminiere erneut die chinesisch-französischen Beziehungen. Das halbstündige Gespräch Sarkozys mit dem Dalai Lama hatte im polnischen Danzig stattgefunden, wo beide an einer internationalen Konferenz teilnahmen. Sarkozy sagte danach, die Europäische Union teile die Sorgen des Dalai Lama um Tibet. Zugleich wies er auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen China und der EU hin.

HARARE: Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF, befürchtet in den nächsten Wochen einen sprunghaften Anstieg der Cholera-Erkrankungen in Simbabwe. Man müsse mit 60.000 Cholera-Fällen rechnen und 2.700 weiteren Todesopfern, sagte der UNICEF-Leiter in der Hauptstadt Harare, Roeland Monasch, der BBC. Diese Prognose liege viermal höher als bisherige Schätzungen. Bislang ist in offiziellen Angaben von rund 600 Toten die Rede. Das öffentliche Gesundheitssystem ist weitgehend zusammengebrochen. --- Die staatlichen Medien warfen unterdessen auch der Europäischen Union vor, durch ihre Sanktionen für die Cholera-Epidemie mitverantwortlich zu sein.

BERLIN: Eine Regierungsvertreterin des Kosovo hat ihr Bedauern über die Umstände der Verhaftung von drei Agenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) geäußert, eine Entschuldigung aber abgelehnt. Die stellvertretende Außenministerin Vlora Citaku sprach gegenüber der Zeitung "Welt am Sonntag" von einem - so wörtlich - "sehr unglücklichen Vorfall". Man könne sich aber nicht für eine Sache entschuldigen, mit der man "nichts zu tun habe". Sollte jemand etwas falsch gemacht haben, dann sei es nicht die Schuld der kosovarischen Regierung, sagte Citaku. --- Die BND-Männer waren Mitte November in Pristina unter dem Vorwurf festgenommen worden, in einen Anschlag auf die EU-Verwaltung verwickelt zu sein. Zwei Wochen später wurden sie freigelassen. Die deutsche Presse berichtet über Pannen auch beim BND in dieser Affäre.

KOPENHAGEN: Der italienische Mafia-Film 'Gomorrha' ist in der dänischen Hauptstadt als bester europäischer Film 2008 ausgezeichnet worden. Der Film von Matteo Garrone über die organisierte Kriminalität in Neapel gewann insgesamt fünf von 15 Preisen. Er wurde nach einem auf wahren Begebenheiten basierenden Bestseller von Roberto Saviano gedreht, der aus Sicherheitsgründen nicht an der Preisverleihung teilnahm. Er wird wegen seiner Recherchen von der Camorra mit Mord bedroht.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Nordwesten zeitweise sonnig und meist trocken. Sonst überwiegend stark bewölkt, örtlich Regen oder Schnee. Höchstwerte zwei bis sieben Grad.


Zuletzt meldeten:


Hamburg: 2 Grad, dunstig;

Berlin: 5 Grad, bedeckt;

Dresden: 3 Grad, regnerisch;

Köln/Bonn: 5 Grad; regnerisch;

Frankfurt am Main: 6 Grad, stark bewölkt und

München: 2 Grad, regnerisch.

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