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Nachrichten

Sonntag, 6. September 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN/WASHINGTON: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat erneut Kritik an dem von der Bundeswehr angeforderten NATO-Luftangriff im afghanischen Kundus zurückgewiesen. Der Angriff auf die Taliban und die von ihnen gekaperten Tanklastwagen sei dringend geboten gewesen, um einen Anschlag auf den Bundeswehr-Stützpunkt in Kundus zu verhindern, sagte Jung der Zeitung "Bild am Sonntag". Bei dem Luftangriff sind nach ersten Erkenntnissen eines NATO-Untersuchungsteams etwa 125 Menschen ums Leben gekommen, wie die amerikanische Zeitung "Washington Post" berichtet. Das wären weit mehr als die von der Bundeswehr genannten 56 Toten. Mindestens zwei Dutzend der Opfer seien nach Einschätzung des NATO-Teams keine Taliban gewesen. Wie die Zeitung weiter berichtet, fiel die Entscheidung der Bundeswehr, den Luftschlag anzuordnen, zum großen Teil aufgrund der Einschätzung eines einzigen Informanten. Auf Luftaufklärungsbildern seien etwa 100 Menschen rund um die entführten Tanklaster zu sehen gewesen. Ein Informant habe der Bundeswehr dann berichtet, es handle sich dabei ausschließlich um Aufständische.

STOCKHOLM: Die Europäische Union will mehr Druck auf die künftige Regierung in Afghanistan ausüben, was die Verwendung von Finanzhilfen angeht. Die Außenminister der 27 EU-Staaten erklärten in Stockholm, es werde nur noch dann milliardenschwere Hilfen geben, wenn die Regierung in Kabul den zivilen Wiederaufbau tatsächlich vorantreibe und auch die Korruption bekämpfe. Zugleich versicherten die Minister, dass die EU noch größere Anstrengungen für den zivilen Wiederaufbau Afghanistans unternehmen werde. Zudem soll innerhalb der ersten 100 Tage nach Ernennung einer neuen Regierung in Kabul eine Konferenz von 38 Staaten einberufen werden, um über weitere Finanzhilfen zu beraten. Bislang unterstützten die Europäer den Wiederaufbau am Hindukusch mit rund neun Milliarden Euro.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt an diesem Sonntag mit dem britischen Premierminister Gordon Brown zusammen. Dabei wollen sie ihre Positionen für den G20-Gipfel Ende des Monats im amerikanischen Pittsburgh abstimmen. Spitzenvertreter der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer wollen sich dabei mit strengeren Vorschriften für die Regulierung der Finanzmärkte befassen. Die Finanzminister der G20 hatten sich am Samstag in London zwar auf generelle Einschnitte bei der Bezahlung von Bankmanagern geeinigt. Die vor allem von Deutschland und Frankreich geforderte Festschreibung von Obergrenzen für Bonuszahlungen scheiterte aber am Widerstand aus den USA und Großbritannien.

BERLIN: Rund 50.000 Menschen haben nach Veranstalterangaben in der Hauptstadt gegen die Atomkraft und ein Atommüll-Endlager in Gorleben demonstriert. Unter dem Motto "Mal richtig abschalten" sprachen sich Umweltgruppen und Vertreter der Ökoenergie drei Wochen vor der Bundestagswahl gegen Laufzeitverlängerungen für Reaktoren und gegen ein Endlager in Gorleben aus. Die Kundgebung vor dem Brandenburger Tor war auch Ziel einer Fahrt von 350 Traktoren aus der Umgebung von Gorleben und anderen Teilen Norddeutschlands nach Berlin. - An der Demonstration nahmen zwar unter anderem Vertreter der Grünen teil, die Organisatoren hatten aber keine Politiker zu Reden eingeladen.

BERLIN: Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat der FDP vorgeworfen, den Wahlerfolg von Schwarz-Gelb mit neoliberalen Forderungen -wie etwa der nach Lockerung des Kündigungsschutzes- zu gefährden. Die Antwort auf eine Wirtschaftsrezession sei nicht der Angriff auf den Sozialstaat. Die CSU begreift sich nach Seehofers Worten daher als Gegengewicht zur FDP. Die Partei werde in einer Koalition mit der FDP die "Schutzmacht der kleinen Leute" sein. Dafür verbürge er sich, so Seehofer weiter.

LIBREVILLE: Im zentralafrikanischen Gabun sind bei den seit Tagen anhaltenden Protesten gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. In Port-Gentil, der zweitgrößten Stadt des Landes, kam es nach Armeeangaben in der Nacht zu Sonntag zum dritten Mal in Folge zu schweren Unruhen. Die Polizei setzte Tränengas gegen Plünderer ein. Der neu gewählte Präsident Ali Bongo rief seine Landsleute zur Ruhe auf. - Bongo war am Donnerstag offiziell zum Wahlsieger erklärt worden. Allerdings beanspruchen auch zwei Herausforderer den Sieg für sich.

MANILA: Vor den Philippinen ist eine Fähre mit rund 1.000 Menschen an Bord gesunken. Mindestens drei Passagiere wurden bisher tot geborgen, mehr als 80 weitere würden vermisst, teilte ein Sprecher der Marine mit. Zwei Handelsschiffe und ein Kriegschiff hätten fast 900 Menschen retten können. Das Schiff hatte zuvor aus bisher unbekannten Gründen Schlagseite bekommen. Der Kapitän hatte daraufhin den Passagieren befohlen, die Schwimmwesten anzulegen. Das Unglück ereignete sich vor der Küste der Provinz Zamboanga del Norte, gut 800 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Die Fähre war auf dem Weg von der Stadt General Santos nach Iloilo.

CARACAS: Die Regierung Venezuelas will weiteren Rundfunk- und Fernsehsendern die Lizenz entziehen lassen. Die Telekommunikationsbehörde Conatel wolle in kürze 29 Sendern den Betrieb untersagen, weil sie sich nicht an die Regularien für die Erneuerung der Betriebsgenehmigungen gehalten hätten, sagte Behördenchef Diosdado Cabello. Bereits Ende Juli waren mit der gleichen Begründung 32 Radio- und zwei Fernsehsender geschlossen worden. Insgesamt würden die Lizenzen von 240 Sendern überprüft, so Cabello.

CAPE CANAVERAL: Zwei Astronauten der US-Raumfähre "Discovery" haben den dritten Außeneinsatz ihrer Mission erfolgreich abgeschlossen. Wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte, installierten der US-Astronaut John Danny Olivias und sein schwedischer Kollege Christer Fuglesang dabei unter anderem zwei neue Antennen zur Positionierung der Raumstation im All. Die Arbeiten dauerten gut sieben Stunden. Es war der letzte Außeneinsatz der vierten von fünf für dieses Jahr geplanten "Discovery"-Missionen. Im November soll der Shuttle noch einmal zur ISS fliegen. Im September 2010 will die NASA die Raumfähren endgültig außer Betrieb nehmen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden wechselnd bewölkt mit einzelnen Schauern, südlich von Main und Mosel längere Zeit heiter und meist trocken, in Ostbayern auch Schauer möglich. Höchstwerte 16 bis 21 Grad.

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