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Nachrichten

Sonntag, 6. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TOKIO: Die G8-Staaten planen einem japanischen Pressebericht zufolge Getreidereserven zur Stabilisierung der Lebensmittelpreise. Wie die japanische Tageszeitung "Asahi Shimbun" im Vorfeld des an diesem Montag beginnenden G8-Gipfels im nordjapanischen Toyako meldet, soll jedes Land eine bestimmte Menge an Getreide lagern, um diese im Bedarfsfall koordiniert in den Markt geben zu können. Dieser Plan werde in einer gesonderten Abschlusserklärung des G8-Gipfels zur Nahrungsmittelkrise enthalten sein, hieß es weiter. Auf der Tagesordnung des Treffens der sieben führenden Industrienationen und Russlands stehen neben den Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln der hohe Ölpreis, die Hilfe für Afrika und der Klimaschutz. Bei vielen Themen liegen die Positionen der Teilnehmer jedoch weit auseinander.

BERLIN: EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat sich angesichts der Preissteigerungen bei Energie für Sozialtarife ausgesprochen. Die Mitgliedsländer könnten dafür sorgen, dass die einkommensschwächsten Bevölkerungsgruppen nicht den Anschluss verlören, sagte Barroso der Zeitung "Bild am Sonntag". Eine gute Lösung wäre etwa ein Sozialtarif für den Grundbedarf an Energie. Zugleich rief Barroso im Vorfeld des G8-Gipfels in Japan dazu auf, die Abhängigkeit von Öl und Gas zu verringern. Er verwies auf den Maßnahmenkatalog der EU-Kommission, der auf mehr Energieeffizienz, den Ausbau erneuerbarer Energiequellen und weniger Treibhausgase abzielt. - Im Kampf gegen den Klimawandel und die steigenden Preise erinnerte der Kommissionspräsident Deutschland an die Bedeutung der Kernkraft. Für immer mehr Staaten stelle die Atomenergie eine zumindest vorübergehende Lösung dar, um den Klimawandel zu stoppen und die Abhängigkeit von Öl und Gas zu verringern

WASHINGTON: Unter strengster Geheimhaltung hat die US-Armee 550 Tonnen Uran aus dem Irak nach Kanada gebracht. Wie ein ranghoher Beamter der US-Regierung bestätigte, traf die sensible Fracht nach einer dreimonatigen Reise im Hafen der kanadischen Stadt Montreal ein. Das Uran, das auch zum Bau von Atomwaffen verwendet werden kann, stammt noch aus den Beständen des gestürzten Regimes von Saddam Hussein. Die amtierende irakische Regierung hatte das Material an eine kanadische Firma verkauft, die das Uran anreichern und es damit für die Stromerzeugung in der zivilen Kernkraft nutzbar machen will.

LONDON: Nach der umstrittenen Präsidenten-Stichwahl in Simbabwe mehren sich die Hinweise auf massive Wahlmanipulationen zugunsten von Staatschef Robert Mugabe. Auf einem heimlich aufgenommenen Video ist dokumentiert, wie Gefängniswärter beim Ausfüllen von Briefwahl-Unterlagen aggressiv unter Druck gesetzt werden. Angesichts der Einschüchterungskampagne der Regierung hatte Oppositionsführer Morgan Tsvangirai schließlich sogar auf eine Teilnahme an der Stichwahl verzichtet. Daraufhin war Mugabe Ende Juni ohne Gegenkandidaten zur Wahl angetreten.

PARIS: Die ehemalige kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt hat ihre mehr als sechsjährige Geiselhaft gesundheitlich gut überstanden. Dies habe eine umfangreiche ärztliche Untersuchung in einem Pariser Militärkrankenhaus ergeben, teilte die 46-Jährige mit. Betancourt und 14 weitere Geiseln waren am Mittwoch vom kolumbianischen Militär aus der Gewalt der Rebellen-Organisation FARC befreit worden. Die Regierung in Bogota betonte ausdrücklich, sie habe kein Lösegeld an die Rebellen gezahlt.

ANKARA: In der Türkei sind vier Tage nach der Festnahme von 21 mutmaßlichen Mitgliedern einer nationalistischen Verschwörergruppe sieben der Betroffenen wegen angeblicher Putschpläne formell in Untersuchungshaft genommen worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu gehören dazu der Chef der Handelskammer von Ankara und ein Oberst im Ruhestand. Ihnen wird vorgeworfen, einen Putsch gegen die regierende konservative AKP-Partei geplant zu haben. Beobachter sehen hingegen einen Zusammenhang zum laufenden Verbotsverfahren gegen die AKP vor dem Verfassungsgericht, da unter den Festgenommenen mehrere prominente Widersacher der Regierungspartei sind. Die AKP muss sich vor Gericht gegen den Vorwurf verteidigen, sie wolle die Scharia, das islamische Recht, in der Türkei einführen.

KABUL: Der afghanische Staatspräsident Hamid Karsai hat die Untersuchung eines Luftangriffs der US-Truppen in der östlichen Provinz Nuristan angekündigt, bei dem am Freitag nach Angaben der örtlichen Behörden 16 Zivilisten ums Leben gekommen sein sollen. Verteidigungs- und Innenministerium in Kabul sind angewiesen, die Hintergründe des Vorfalls aufzuklären. Nach Angaben der US-Armee richtete sich der Angriff gegen militante Islamisten. Diese hätten einen Stützpunkt der NATO angegriffen und seien dann in zwei Fahrzeugen geflohen. Daraufhin seien sie von Kampfhubschraubern beschossen worden. - Bei mehreren Militäraktionen der NATO-geführten ISAF-Schutztruppe und afghanischer Bodentruppen wurden im Osten Afghanistans an diesem Sonntag mehrere Kämpfer der radikal-islamischen Taiban getötet.

KAIRO: Ägyptische Sicherheitskräfte haben mehrere Waffenlager auf der Sinai-Halbinsel ausgehoben. Vermutlich sollten die Waffen und die rund 400 Kilogramm Sprengstoff in den Gazastreifen geschmuggelt werden, wie die Behörden mitteilten. Außerdem wurden nahe der Grenze zum Gazastreifen drei Tunnel mit Benzinvorräten entdeckt. Israel und die USA werfen Ägypten seit langem vor, den Waffenschmuggel in den benachbarten Gazastreifen nur halbherzig zu unterbinden. - Nach einer zweitägigen Sperre öffnete Israel die Grenzübergänge in den Gazastreifen in Eres, Sufa und Nachal Oz wieder für Warentransporte.

ROM: In Italien haben die Gewerkschaften zu einem 24-stündigen Streik bei der Bahn und im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Dieser könnte von Sonntagabend an das gesamte Land lahmlegen. Mit dem Streik wollen die Gewerkschaften ihren Forderungen nach höheren Löhnen Nachdruck verleihen.

MADRID: Mit einem bunten Umzug haben zehntausende Homosexuelle in der spanischen Hauptstadt den so genannten Christopher Street Day gefeiert. An der Parade durch das Zentrum Madrids nahm auch Gleichstellungs-Ministerin Bibiana Aído teil. Bei der Schwulenparade in der ungarischen Hauptstadt Budapest kam es dagegen zu Gewalt. Mehrere hundert Rechtsextreme griffen die Polizei mit Brandbomben und Steinen an. Diese setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Zum Christopher Street Day in Köln werden an diesem Sonntag etwa 500.000 Zuschauer erwartet. Mit der Veranstaltung wird an die erste große Demonstration von Homosexuellen 1969 in den USA erinnert.

SAN FRANCISCO: Im Kampf gegen die schweren Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien gibt es nur leichte Fortschritte. Nach Angaben der Waldschutzbehörde lodern immer noch mehr als 330 Feuer. Rund um die Touristenstadt Big Sur und um Santa Barbara sind mehr als 3.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Gouverneur Arnold Schwarzenegger sagte für die nächsten Tage weitere Hilfe bei der Brandbekämpfung durch Soldaten der US-Nationalgarde zu. - Die Waldbrände waren vor rund zwei Wochen bei extremer Trockenheit zumeist durch Blitzeinschläge ausgelöst worden. Seitdem sind mehr als 2000 Quadratkilometer Wald vernichtet worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte und im Osten wolkig mit Aufheiterungen, dort meist trocken. Sonst häufig Schauer und Gewitter, nur kurze freundliche Abschnitte. Tageswerte 19 bis 28 Grad.

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