1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Sonntag, 6. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TIFLIS: In Georgien drohen nach der umstrittenen vorgezogenen Präsidentenwahl vom Samstag neue Unruhen. Der bisherige Amtsinhaber Michail Saakaschwili liegt nach Ergebnissen aus 185 der insgesamt rund 3.500 Wahllokale mit rund 59 Prozent der Stimmen in Führung. Der stärkste der insgesamt sechs Mitbewerber, der Oppositionspolitiker Lewan Gatschetschiladse, kommt danach auf rund 28 Prozent. Die Opposition warf der Regierung eine Fälschung der Ergebnisse vor und hat für diesen Sonntag zu Protesten in der Hauptstadt Tiflis aufgerufen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die Wahlbeobachter entsandt hatte, will sich noch heute zum Verlauf der Wahl äußern. Saakaschwili hatte die für Ende des Jahres geplante Wahl nach massiven Unruhen im Dezember vorgezogen.

NAIROBI: Kenias Oppositionschef Raila Odinga hat sich zu direkten Verhandlungen mit Präsident Mwai Kibaki zur Lösung der politischen Krise im Land bereit erklärt, allerdings nur in Anwesenheit eines international anerkannten Vermittlers. Der BBC sagte Odinga, er wolle eine Wiederholung der umstrittenen Präsidentschaftswahl innerhalb von drei Monaten. Zuvor hatte er den Vorschlag Kibakis abgelehnt, eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden. Seit Samstag vermittelt die US-Gesandte Jendayi Frazer vor Ort; in der kommenden Woche wird der Vorsitzende der Afrikanischen Union, John Kufour, erwartet. Derweil trafen erste Hilfslieferungen der Vereinten Nationen ein. Sie sind vorrangig für die von den Gewaltausbrüchen nach der Wahl betroffenen Menschen in den Slumvierteln Nairobis sowie in der Stadt Eldoret im Westen des Landes bestimmt.

COLOMBO: Der Berater des srilankischen Präsidenten Mahinda Rajapakse für einen Frieden mit den tamilischen Rebellen ist zurückgetreten. Der Diplomat und frühere Kandidat für den Posten des UN-Generalsekretärs, Jayantha Dhanapala, gab persönliche Gründe an. Wie aus seinem Umfeld verlautete, war er verärgert über die Entscheidung der Regierung, sich aus dem Osloer Friedensabkommen von 2002 zurückzuziehen. Offenbar wegen zahlreicher militärischer Erfolge im Kampf gegen die Rebellen hatte die Regierung in der vergangenen Woche das Abkommen aufgekündigt. Bei Kämpfen mit Regierungstruppen im Nordwesten des Landes wurden nach Armeeangaben am Samstag der Geheimdienstchef der Tamilen-Rebellen und 33 weitere Rebellen getötet.

BERLIN: Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn wird es vorerst keine neuen Streiks der Lokführer geben. Nach weiteren Verhandlungen mit beiden Tarifparteien teilte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee mit, in einem der wesentlichen Streitpunkte, dem von der Gewerkschaft GDL geforderten eigenständigen Tarifvertrag, habe es eine Einigung gegeben. Dagegen ist die Höhe der Bezahlung der Lokführer noch umstritten. Darüber soll in der kommenden Woche weiter verhandelt werden. Die GDL hatte mit einem unbefristeten Streik ab Montag gedroht, sollte sich bis dahin keine Lösung abzeichnen. Der Gewerkschaftsvorsitzende Manfred Schell zeigte sich zuversichtlich, dass der monatelange Konflikt schon bald endgültig gelöst werden könne.

BERLIN: Nach dem Beschluss des CDU-Vorstands, das Jugendstrafrecht verschärfen zu wollen, hat SPD-Chef Kurt Beck vor Schnellschüssen gewarnt, die allein dem Wahlkampf dienten. Beck sagte, seine Partei sei bereit darüber zu sprechen, wie Bund und Länder gemeinsam für eine bessere Umsetzung bestehender Gesetze sorgen könnten. Neue Regelungen lehnte er hingegen ab. Der CDU-Vorstand hatte am Samstag schärfere Gesetze zur Bekämpfung der Jugendkriminalität verlangt und die Sozialdemokraten zu Gesprächen über das Thema aufgefordert. Der SPD-Vorstand trifft an diesem Sonntag in Hannover zu einer zweitägigen Klausursitzung zusammen.

WARSCHAU: Die polnische Regierung hat sich von dem geplanten US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa distanziert. Dies sei ein amerikanisches, kein polnisches Projekt, sagte Außenminister Radoslaw Sikorski. Sein Land fühle sich vom Iran nicht bedroht. Es müsse sorgfältig abgewogen werden, ob Polen einer Stationierung von Abfangraketen auf seinem Staatsgebiet zustimmen werde. Sikorski forderte, nicht nur der Nutzen, sondern auch die Risiken des Abwehrsystems müssten gleichmäßig und gerecht verteilt werden. Die USA wollen in Polen zehn Anlagen für Abfangraketen stationieren. Zu dem Raketenschild gehört auch eine Radaranlage in Tschechien. Russland lehnt das Vorhaben entschieden ab. Die polnische Vorgängerregierung hatte das US-Projekt befürwortet.

KAIRO: Die Arabische Liga hat die Parteien im Libanon aufgerufen, ihren Kompromiss-Kandidaten Michel Suleiman endlich zum Präsidenten zu wählen. Auch Syrien unterstütze diesen Aufruf, hieß es in einer Erklärung der Außenminister nach einem Treffen in Kairo. Außerdem müssten sich die verschiedenen Fraktionen zu einer Regierung der nationalen Einheit zusammenfinden. Der Libanon ist seit November, dem Ende der Amtszeit von Präsident Emile Lahoud, ohne Staatschef. Nach langem Ringen einigten sich die pro-westlichen Regierungsparteien und die pro-syrische Opposition auf General Suleiman als Kandidaten. Nun streiten sie um die für eine Wahl notwendige Verfassungsänderung. Für den 12. Januar ist das Parlament zu einer neuen Sitzung einberufen.

NEAPEL: Der italienische Regierungschef Romano Prodi macht die Beseitigung der Müllberge in Neapel zur Chefsache. Das Thema müsse ein für alle Mal gelöst werden. Bei einer Kabinettssitzung am Montag solle über entsprechende Maßnahmen entschieden werden, so Prodi. Es müssten genug Anlagen gebaut werden, um den Müll aus der gesamten Region um Neapel entsorgen zu können. Am Samstag war es in einem Stadtteil Neapels zu Auseinandersetzungen von Bewohnern und der Polizei bei der Wiedereröffnung einer Deponie gekommen. Die Bewohner befürchten Gesundheitsprobleme. Seit zwei Wochen stapelt sich in der Stadt der Müll, weil es keine freie Deponie mehr gibt.

ATHEN: Ein heftiges Erdbeben der Stärke 6,5 hat Griechenland erschüttert. Das Epizentrum lag nach Angaben der Seismologen nördlich von Sparta nahe der Kleinstadt Leonidon auf der Halbinsel Peloponnes. Der Erdstoß ereignete sich in 70 Kilometer Tiefe; deshalb hielten sich die Schäden in Grenzen. Er dauerte etwa 40 Sekunden und riss in fast allen Regionen des Landes am frühen Morgen die Menschen aus dem Schlaf. Viele rannten in Panik auf die Straßen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselhaft mit Schauern, von Westen her Auflockerungen. Höchstwerte zwischen null Grad an der Grenze zu Polen und zehn Grad im Breisgau.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 3°, Regen;

Berlin: 0°, Eisregen;

Dresden: - 2°, Schneefall;

Köln/Bonn: 5°, wolkig;

Frankfurt am Main: 5°, stark bewölkt und

München: 2°, Schneefall.

Audio und Video zum Thema